Ostern 2016


Es war wieder eine leicht veränderte Gesellschaft, erstrahlte aber durch die Teilnahme von M., Lebensgefährtin von L., in neuem Licht.

Wir waren heute 6 Personen, die 7. war leider noch nicht vor Ort, um teilnehmen zu können.

Man wird an den Fotos sehen können, daß das „Shooting“ nicht im Vordergrund stand, sondern eher ein Nachgedanke war. Auch hab ich verpasst, ein paar Sachen und Gänge überhaupt zu fotografieren. Es lag aber heute nicht am Servierstress, sondern daran, daß der kommunale Gedanke, zusammen zu essen eine größere Rolle gespielt hat. Ich will jetzt auch nicht zum Apologeten eines katholischen Urbi et Orbi werden, im Gegenteil – ich bin nicht religiös, aber ich kann dem Gedanken einer Gemeinschaft, und wenn sie nur eine Fest- oder Feier(liche) Gemeinschaft ist, eine Menge abgewinnen.

Unsere Gäste kamen kurz nach 13:00, der Letzte verliess uns um kurz vor 22:00, L. und M. kurz nach 21:00. Wir hatten in der Zeit keine langweilige Minute.

Es ging um Musik, Kunst, Tagespolitik, Reisen, persönliche Perspektiven, und vielem mehr. Die Nähe, die man in mehreren Stunden aufbaut, kann schon sehr intensiv und persönlich sein. Danke dafür!

Genug gelobhudelt!

Der 1. Gang machte sich selbst: Antipasti

Vom italienischen Supermarkt hatte ich eine Auswahl italienischer Wurstwaren erstanden (leider ohne Bild), die da waren: Coppa,  Salami Milano, Parmaschinken und Spianate Calabrese, einer scharfen Salami aus Kalabrien (wer hätt’s erraten :-)?)

Außerdem gab es den abgelichteten Meeresfrüchtesalat, leider auch schon dezimiert, eine Auswahl an Oliven mit Stein (viel besser für den Geschmack!) und ein guter Brocken Schafskäse, auch sehr fein, der sich großer Beliebtheit erfreute.

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Dann war da die einzig selbstgemachte Beilage zur klassischen Antipastiplatte: Ein Auberginendipp, den ich ganz frech von Ina Garten, der Barefoot Contessa auf dem amerikanischen Foodchannel ausgeliehen habe.

Wer einen Foodprocessor hat, ist hiermit schnell fertig.

Zutaten sind Aubergine, Zucchini, rote Zwiebel, Knoblauch, Paprika rot, grün und gelb,

Olivenöl, Salz, 1 El Tomatenmark und Cayenne. Die werden nur grob zerteilt, mit Olivenöl einmassiert, gesalzen und in eine Form gegeben. Die kommt bei 200 C in den Ofen, etwa 45 Minuten. Es wird einmal gewendet, es sollen sich dunkle Röststellen bilden. Wenn die Gemüse weich sind, kühlen sie etwas ab und werden dann im Foodprocessor gepulsed! Neudeutsch für Anfänger. Sie werden mit der Interwalltaste behutsam zerkleinert.

Wir schmeckten gemeinsam ab und gaben nochmal Schärfe, Salz und etwas Zitronensaft dazu. Perfekt!

Das Schälchen ist übrig von einer Menge, die 5mal so groß war. Ich bin erstaunt, daß es die Gäste bis zum 2. Gang geschafft haben.

 

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2. Gang – Pasta

Es gab die Ravioli, die ich letzte Woche hier gemacht und versucht habe. Das Experiment mit gefrorener Pasta war ein voller Erfolg und nimmt mir für die Zukunft viel Arbeit am Einsatztag ab.

Die Gäste waren sehr begeistert, speziell M., unser neuer Gast, meinte zu mir, daß sich die Aromen nach und nach erst erschlossen und immer wieder für neue Kombinationen im Mund gesorgt hatten.

Das Geheimnis ist kein großes, nur eine Sauce mit einer Tiefe, die aus den Sardellen und den Kapern heraus entsteht, einer längeren Kochzeit bei geringer Hitze und der behutsamen Zugabe von frischem Majoran. Getrockneter funktioniert leider nicht. Und der frische muß sehr behutsam eingesetzt werden. Ich hab nicht mehr als 10 kleine Blättchen auf 1,5 l Sauce genommen, und sie noch eine halbe Stunde länger ziehen lassen. Dazu kommen dann für jeden Teller 6-7 Blättchen, das reicht schon.

 

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Unsere Ausnahme, der Pasta-Nicht-Esser, S., bekam ein Kartoffelgratin mit eingeweichten getrockneten Steinpilzen, Butter, Sahne und Salz und Pfeffer.

Er bedankte sich kurz für die Aufmerksamkeit der Ausnahme und aß kommentarlos auf.

Ich gehe davon aus, daß es ihm geschmeckt hat 🙂 .

 

Den nächsten Gang hatte ich überhaupt nicht auf der Linse – der wurde komplett fotografisch mit Missachtung gestraft.

Es gab einen Salat mit Mischsalaten (Mesclun 🙂 ) Batavia und Lollo Rosso, dazu einige Gurkenscheiben und Tomatenviertel. B. steuerte die sehr leckere Salatsauce bei, die wie bei jedem Gang außer den beiden letzten, sehr Knoblauchlastig war.

Danach kam der „Hauptgang“, man sollte ihn vielleicht den Fleischgang nennen, denn hier gab es eine Hähnchenbrust mit grünem Spargel, ohne Sauce, aber dafür  mit einem großzügigen Stück Büffelbutter mit Bärlauch. Ich hab die Büffelbutter (eine italienische Marke) großzügig mit Bärlauch verschnitten. Zuerst meinte ich, die Butter riecht nach Ziege, aber in Kombination mit Huhn und Spargel entwickelte sie tolle Geschmackseigenschaften, und das ist nicht mein Urteil (obwohl ich mich gerne anschliesse), sondern das meiner Gäste. Wie man sieht kam die Aufforderung, ein Foto zu machen, kam etwas spät. Man sieht hier eine schon angeknabberte Hähnchenbrust.

 

Hähnchenbrust Spargel Bärlauch-Büffelbutter

Zum Abschluss (vor dem Käsegang) gab es das piece de resistance, das Dessert.

Auch hier war ich geleitet von Ina Garten mit ihrem Lemon Curd, das ich aber auf meine Art eingesetzt habe.

Das Curd ist genial, auch genial einfach – man muss den Zucker mit den Schalen dreier Zitronen (natürlich bio) pulsen, bis nur noch kleinste Stückchen Zeste übrig sind – das Aroma ist hinreissend! – und dieses Gemisch mit der Butter, den Eiern und dem Zitronensaft mischen und langsam erhitzen. Man sollte dabei bleiben, weil die Eier ziemlich abrupt die Creme dick machen und unbedingt sofort vom Feuer müssen.

Meine Creme war so, wie sie sein sollte und erfreute sich gesteigerter Aufmerksamkeit. Dazu gab es Erdbeeren, die in Zucker gezogen hatten, um ihre eigene Sauce herzustellen.

S. meinte, er hab in den letzten 15 Jahren kein besseres Dessert gegessen.

Crepe Lemon Curd Mazerierte Erdbeeren Minze 1

 

Crepe Lemon Curd Mazerierte Erdbeeren Minze 2

 

Den Käsegang zu fotografieren hatte ich leider nicht mehr die Energie. Interessant war, dass alle die gesagt hatten, sie könnten kein Blatt mehr essen, alle Käsesorten (9 Stück) probierten.

Ich bin, wie immer, ob des vielen Lobs, gebauchpinselt, hab mich aber sehr gefreut.

Ich hoffe, diese oder ähnliche Runden wird es noch oft geben, man weiss ja nie 🙂

Ich stelle jedenfalls fest, daß das Geniessen in geselliger und freundschaftlicher Runde zu den Höhepunkten meines gesellschaftlichen Lebens gehört. Punkt.