Oktober


Das Bild heute ist für mich etwas schwieriger zu erklären, deshalb lasse ich es. Nur eines: Die Streifen, mit der ich die Collage gestaltet habe, stammen vom Papier eines Tabakbeutels der Sorte, den ich früher rauchte, als ich noch rauchte. Ich glaube aber, daß es die Farben waren, die mich dazu brachten, Balken zu schneiden und fallend aufzukleben. Darüber hinaus finde Ich die Farben schön herbstlich, und wer damit nicht zufrieden ist, kann sich aus den Primärfarben und Schwarz (rechts) seine eigenen Vorlieben mischen 🙂

 

 

Die Arbeit ist 29×21 cm groß. Es wurde Bleistift, Aquarellfarben, Kleber und bedrucktes Papier verwendet. Entstehungsjahr ist 1988.

September


Hier ein weiteres Bild aus dem Reigen der Monate. September. Ich wollte das Aufbäumen des Sommers darstellen, aber auch schon die Pflanzen zeigen, die nach der Ernte ausgedörrt auf den Feldern liegen bleiben. Oder die Stoppelfelder, nachdem das letzte Korn abgeerntet ist und die Halme nach einem Regen gräulich werden. Die aufgeklebten Papierschnipsel sind aus Büttenpapier und mehrfach gefaltet und eingeschnitten, um auszusehen wie eine Ackerfurche.

Die Farben sind in ihren Braun- und Gelbtönen noch warm, aber der herannahende Spätherbst und Winter deutet sich schon durch die strohigen grauen Striche an.

 

Materialien sind das Papier, Bütten, Aquarellfarben, Schere, Bleistift. Größe: 29×21 cm. Entstehungsjahr: 1988.

Laute


Es gibt manche Sachen, die mache ich beim Malen nicht so gerne. Zum Beispiel zu offensichtlich bei einem bekannten Künstler wildern (weil man so begeistert ist), weil das meistens die eigenen Arbeiten schmälert. Es gibt immerhin einen Grund, warum manche Künstler auf bestimmten Gebieten führend sind.

Andererseits muß es aber auch möglich sein, Techniken/Sichtweisen auszuprobieren ohne gleich als Plagiator beschimpft zu werden.

Bei diesem Bild handelt es sich um eine dieser Zwickmühlen: Es wäre töricht zu behaupten, man hätte noch nie etwas von Kubismus, Picasso oder Juan Gris gehört.

Andererseits hätte ich bestimmt noch ein Stückchen Zeitung zum reinkleben gefunden, wenn ich es darauf angelegt hätte.

Die Wahrheit ist viel einfacher. Ich hatte einen Papierblock, der aus lauter bunten Blättern bestand, der mir gefallen hatte, weil ich verschieden Farben auf farbigem Untergrund ausprobieren wollte und mir ein anderes Grundgefühl versprach (das linienreiche „Dorflandschaft“ auf dunkelgrünem Papier gehört auch dazu…). Der lag mit meinen Aquarellfarben und Bleistiften eine Zeitlang neben meinem Sitzplatz am Esszimmertisch, wo ich oft saß. Also hab ich dort oft, wie schon öfters beschrieben, einfach mit ein paar Linien angefangen, bis ich etwas sehen konnte, das sich lohnte weiter zu verfolgen.

 

 

Ich erinnere mich, den Bauch der Laute zuerst gezeichnet zu haben, und gleich sah ich wohin das führen würde 🙂 Ich hab mir einen Spaß gemacht, mit Gelb, Blau, Beige/Braun und Grautönen ein Interieur mit Licht und Schatten zu konstruieren, wobei mir heute noch gut die Überzeichnungen mit dem Bleistift gefallen. Überhaupt gefallen mir Mischtechnik-Bilder oft sehr gut auch wenn das nicht heißt, daß Arbeiten von einem Medium deshalb schlechter sind.

Diese Arbeit ist wieder auf Ingres-Papier gezeichnet/gemalt. Es handelt sich um Aquarellfarben, aber mit Deckweiß als zusätzliche Farbe (macht man normalerweise bei Aquarellen nicht – Todsünde!).  Zusätzlich kam ein Bleistift zum Einsatz. Das Maß beträgt 21×29,5 cm. Es entstand 2002.

Blauer Kopf


Das heutige Bild stell mal wieder einen Kopf dar. Einen blauen Kopf, um genau zu sein. Ich kann leider nicht mehr genau sagen, wie es entstand, es ist auch nicht unbedingt anatomisch korrekt, aber da es mit großer Wahrscheinlichkeit kein Portrait war, ist das auch nicht ganz so wichtig.

Es ist mit nur einem Blau gemalt worden, einem Ultramarinblau. Dafür, daß es inzwischen schon 29 Jahre auf dem Buckel hat, ist die Farbe erfreulich intensiv. Es hat wahrscheinlich nicht geschadet, daß es die meiste Zeit im Dunkeln verbracht hat.

 

Es handelt sich um ein Aquarell auf normalem Zeichenpapier. Es ist 22×29,5 cm groß. Es entstand 1988.

Tonvögel Normandie


Heute gibt es ein Bild, das im August 2009 entstand, und zwar während der Sommerferien in der Normandie.

Es ist nur eine kleine Skizze von ein paar Vögeln, die aus Ton geformt worden waren und auf einer Mauer von Madame und Monsieur standen. Das Paar waren die Vermieter unserer Ferienwohnung, die nebenan im Herrenhaus wohnten.

Trotz der großen Standesunterschiede hätten die beiden nicht netter sein können und man sah sich meist abends für einen kurzen Plausch , oder um von Madame Gemüse aus ihrem großen Garten geschenkt zu bekommen.

Und obwohl ich eigentlich immer Zeichenmaterial im Urlaub dabei habe, gibt es immer viel zu wenig Zeit, es intensiv zu nutzen.

Umso schöner war es, draussen am Tisch auf der Veranda zu sitzen und diese Vögelchen zu entdecken. Es erinnerte mich an meine Mutter, die immer ein Händchen für dekorative und authentische Hingucker hatte, wie auch an meine Gr0ßcousine Ginny, die eine Mühle aus dem 17. Jahrhundert in der Nähe von Paris bewohnt hatte, und mit viel Geschmack und Stilsicherheit verschönerte. Beide Erinnerungen gehören zu denen, die eine Zeit in meinem Leben wieder auferstehen lassen.

 

 

Ich hab das Bild 2016 als Gastgeschenk weitergegeben, hoffend daß es in diese Wohnsituation hineinpasst. In diesem Jahr habe ich viele positive Veränderungen gesehen und von noch mehr gehört, und bin zufrieden, daß dieses Bild vielleicht eigene Erinnerungen Vorort inspiriert.

Die Größe dieser Arbeit weiß ich nicht mehr, aber es ist eine Bleistiftzeichnung auf Aquarellpapier, die anschliessend noch aquarelliert wurde.

Dezember


Hier ist ein weiteres Bild aus der Kalender-Serie. Ich finde, man muß den Dezember nicht erklären: Es hat die tristen Winterfarben, wenn es noch nicht geschneit hat und Bäume (Weihnachtsbäume) hat es auch. Und die sind auch noch mit einem Silberstift schraffiert 🙂

Die Bilder mußte ich schnell malen, weil es nicht viel Zeit hatte. Mehr als andere Jahre, aber trotzdem nicht viel. Also suchte ich nach der einfachsten Ausdrucksweise für mein jeweiliges Thema. Die tristen Felder hatte ich damals vor der Haustür und waren ganz schnell mit Aquarellfarben umgesetzt. Dazu gesellten sich ein paar mit Silberstift spärlich dekorierten Tannen, und das etwas andere Stimmungsbild für den Dezember war fertig. Die Tannen waren natürlich aus Zeitungspapier ausgeschnitten und aufgeklebt. Dadurch gab es wenigstens ein wenig Raumtiefe.

 

Auch dieses Bild hat das Maß A4. Es ist ein schlechtes Papier und gilbt schon. Man sieht hier, daß die Zeitung noch viel mehr gilbt 🙂 , aber das ist eigentlich auch klar.Materialien sind Papier, Zeitungspapier, Aquarellfarben, Kleber und Silberlackfarbe. Entstehungsjahr ist 1988.

August


Zu Weihnachten oder Geburtstagen stellt sich mir immer die Frage, was ich schenken soll. Wenn ich konkrete Wünsche kenne, gehe ich gerne darauf ein, bei einigen Personen ist ein Bild oder ähnliches angesagt.

Ich hab schon erwähnt, daß meine Mutter sehr kunstinteressiert war und mich auch immer unterstützt hatte. Etliche Jahre nachdem ich ausgezogen war, kamen wir (meine Schwester, meine Mutter und ich) immer noch jedes Jahr an Weihnachten zusammen. In jenem Jahr (1988) hatte ich mir schon relativ frühzeitig Gedanken gemacht und hatte diese Kalender entdeckt, die aus leeren Blättern bestehen. Das war damals noch eine ziemlich neue Idee, und sie gefiel mir. Vor allem sah ich das Thema schon vorgegeben, nämlich ein Spaziergang durch die Monate. Ich malte die 12 Blätter aus, soll heissen,ich machte Collagen und alles Mögliche. Meiner Mutter gefielen die Blätter so sehr, daß sie die besten in der Küche installierte, wo sie bis zu ihrem Tod hingen.

Danach fielen sie wieder an mich zurück. Ich hab sie jahrelang verwahrt (und auch einen Teil verlegt), aber hier zeige ich ein paar davon, allerdings nicht in der richtigen Reihenfolge.

 

Ich hab auch blödsinnigerweise keine Titel irgendwo dazugeschrieben, also ist es ein Ratespiel. Allerdings lässt die Präsenz eines Schwimmbads auf Juli oder August schliessen. Weil wir damals wie auch heute in Baden-Württemberg erst ab August Ferien hatten und uns deshalb oft im Schwimmbad in Wiesloch trafen, gehe ich davon aus, daß das Bild den August darstellt.

Ich weiss nicht, ob man es sehen kann (vielleicht nochmal auf das Bild klicken, um es vergrößert zu sehen), aber eigentlich ist es ganz einfach aufgebaut. Es besteht aus einfachen geometrischen Formen die von Dunkelgrün bis Gelb reichen. Ein hellblaues ausgehöhltes Trapez stellt das Schwimmbad dar. Ich habe die Innenfläche in blauen Schlieren bemalt. Dann, um die Sehgewohnheiten etwas aus den vertrauten Bahnen zu heben, nahm ich ein Stück Bütten und schnitt mit einem Exacto-Messer Wellenmuster. Das Papier wurde dann über die blaue Fläche geklebt.

Somit sind die Wellen das einzige Element in „Bewegung“, gefolgt von den drei farbigen Flächen, die ganz laut Sommer schreien, und die zwar das Schwimmbad einerseits rahmen, trotzdem das dynamische Element der Diagonale (Hellgrün/Verlängerung Gelb) beinhalten, das dem Entwurf eine Dynamik verleiht. Nicht zufällig ist diese Diagonale am Ende Gelb, so wie Sonne, die von rechts oben einstrahlt.

Alle Bilder des Kalenders waren im Maß 210×297 mm (A4). Das Papier war leider ein ganz gewöhnliches ist auch nicht besonders gut gealtert (es gilbt ziemlich). Es wurde komplett mit Aquarellfarben gemalt und dann mit 2 Collagenelementen beklebt.

Kraft-Bewegung-Geometrie


Hier ist ein kleineres Bild, in Mischtechnik gemalt. Der Hauptanteil ist aber Aquarellfarbe. Dazu hat es Schraffuren vom Bleistift.

 

Ich weiß nicht, was mich motiviert hat eine mechanische Anordnung auf diese Art aufzuzeichnen, aber ich assoziiere eine stationäre Dampfmaschine, die viele meiner Freunde hatten, als wir Kinder/Buben waren. Sie wurde mit Esbitwürfeln befeuert und konnte über Metallräder und Schlingen andere Sachen in Bewegung bringen. Man lernte dabei einfaches physikalisches Verständnis und hatte immer etwas zu schauen.

Die Machine, die ich meine, gab es übrigens von Wilesco, es gab aber auch andere.

Auf dem Bild ist alles in Bewegung: die Räder, die Pumpe, die Übertragungskabel, aber auch die farbigen Dreiecke drehen sich, die Vierecke stehen mal hochkant, mal liegen sie flach. Die Farbigkeit unterstützt diesen Eindruck und schafft eine gewisse Fröhlichkeit. Der Titel stellt sicher, daß das Augenmerk auf die Physik geheftet bleibt. Wäre im Titel zum Beispiel der ebenfalls physikalisch relevante Terminus „Arbeit“ verwendet worden, wäre durch Assoziation unweigerlich eine soziologisch-politische Komponente hinzugefügt worden.

Für heute und für diese Arbeit darf die Fröhlichkeit unbeschwert bleiben.

Das Maß beträgt 30×14 cm. Unterschrieben, aber nicht datiert.

Leader of the pack


Hier ist ein Bild zu sehen, das mit einer Mischtechnik entstanden ist. Es gibt einen ersten Farbauftrag mit Aquarellfarben, dann gesellen sich Acrylfarben und Bleistift dazu.

Entstanden ist es wie einige andere auch einfach durch malen ohne sich viele Gedanken zu machen.

 

So ist zuerst der dunkle Hintergrund und das blaugrüne Meer entstanden. Später kam, quasi als Akzent die Gischt dazu, dann der Blitz und schliesslich das Licht.

Danach war der Moment gekommen zu überlegen wie weiter verfahren? Durch Assoziationen zu Erinnerungen verschiedener Art (zum Beispiel literarischer Art) kam ich auf die Gestalt des Hundes. Das wiederum setzte ich auf eine Art um, die ich schon früh gelernt hatte – indem ich eine Figur auf einen Karton aufmalte, die Figur ausschnitt und die Farbe anschliessend durch die Form auf den Untergrund tupfte. Das Klischee erlaubte mir, die andere Seite zu benutzen und so ein spiegelverkehrtes Abbild zu erschaffen. Den Bilderrahmen malte ich dazu, um einen Rest Geborgenheit und Heimstatt in einer sonst von der Natur gebeutelten Außenwelt anzudeuten.

Das Motiv der Hunde, die in die eine Richtung stehen, und dem Leithund, der in die andere Richtung schaut, hab ich vor vielen Jahren auf einer Frankreichreise durchs Perigord mit meinem Freund H. gesehen.

Man müsste ihn fragen, wo genau das war, aber es war ein Felsvorsprung, tief genug um einer Gruppe von Halbnomaden vor 13.000 Jahren einen Unterschlupf vor dem Wetter zu gewähren. Und so sind 2000 Jahre lang immer wieder Gruppen an diesem Vorsprung vorbeigekommen und haben (sie hatten vielleicht im Winter nichts besseres zu tun) eine Gruppe von Pferden im Halbrelief in Echtgröße (1,50m hoch) ausgehauen (keine Ahnung wie: Faustkeile?) Jedenfalls waren das nach meiner Erinnerung 6 Pferde, die nach links schauten und ein siebtes stand links und schaute nach rechts. Es war klar, daß er der Leithengst war. Die Reliefarbeit war so tief. daß man die Pferde gut erkennen konnte, sie standen hintereinander und überlappten sich.

Ich weiss noch, daß wir es kaum glauben konnten, daß sich Menschen 2000 Jahre immer wieder an einem Ort trafen, um eine einmal angefangene Arbeit zu Ende zu bringen. Welch eine mächtige kollektive, mündlich weitergegebene Erinnerung muß da am Werk gewesen sein.

Aber zurück zum Bild. Ich habe keine absichtliche surreale oder sonst irgend geartete Absicht mit den Elementen in diesem Bild verfolgt, aber am Ende gefiel es mir, und ich habe es damals oft angeschaut.

Ich finde, es ist wieder eines der Bilder, die geeignet sind, Erinnerungen nach oben zu fördern, gerade weil es sich der Rationalität verweigert und unpassende Elemente verbindet.

 

Die Arbeit ist auf einer Ölpappe gemalt worden. Aquarell, Acryl und Bleistift kamen zum Einsatz. Entstehungsjahr war 1990.

 

Haus


Das Aquarell entstand im ersten Jahr der Kunstschule. Es war das erste Aquarell, das mir selbst gefiel. Hier sieht man schon die Liebe zu einfachen geometrischen Formen und starker Vereinfachung.

Es gefällt mir immer noch gut.

 

Ich begann  mit den Primärfarben und erweiterte diese langsam mit Türkis- und Braunvarianten.

Es gibt nicht viel mehr darüber zu berichten, es kam automatisch aus mir heraus, einfach wie es war, und ich liess es, wie es war.

Die Arbeit hat ein Maß von 31,5×44 cm. Das Papier ist eine Art von billigem Prägebütten. Sie entstand 1980.