Schwertfischcarpaccio Oliven Kapern Amalfi Zitrone


Eigentlich vermutete ich meine sizilianische Fischgeschäftbetreiberfamilie auf ihrer Insel. Heute stellte ich fest, daß der Vater das Geschäft alleine führt, während Tochter und Schwiegersohn die Heimat besuchen dürfen. Sei es ihnen gegönnt.

Als ich sah, daß der Laden geöffnet war, bekam ich sofort Appetit auf ein Schwertfischcarpaccio. Also ging ich hinüber zum Papa und sagte ihm, was ich wollte. Er wiegelte zuerst ab, meinte, der Fisch müsse angefroren sein und eine Maschine zum Aufschneiden bräuchte man auch, aber schliesslich holte er sein schärfstes Messer heraus und fing an mir dünne Tranchen herunter zu schneiden. Wie es inzwischen seine Art ist, gab er mir 2 Scheiben zu den 5 gekauften gratis dazu. Ich hab manchmal den Eindruck, daß ihm gefällt, diesen Tedesco sich am italienischen Repertoire abarbeiten zu sehen. Was würde er sagen, wenn er wüßte, daß der Tedesco eigentlich ein Americano ist? 🙂

Jedenfalls ging ich sehr erfreut nach Hause, um das Carpaccio vorzubereiten. Eigentlich hatte ich vor, die Scheiben ein bisschen auseinander zu walzen, wie man das auch bei Rindercarpaccio machen kann. Bei Fisch funktioniert das nicht so gut, also ließ ich es.

Als Auflage auf die Scheiben gab es die kleinen, sehr guten Oliven (Name vergessen, sollen die besten sein), den Saft und kleine Achtel der Amalfi Zitrone, gutes Olivenöl und Kapern. Dekoriert wurde der Teller mit glatter Petersilie.

Fazit: Obwohl ganz feine Scheiben Schwertfisch im Mund schmelzen und einen größeren Genuss bieten, wenn es darum geht mit einer Gabel möglichst verschiedene Geschmacksrichtungen gleichzeitig aufzuspießen, waren diese etwas dickeren Scheiben auch sehr zart. Mit einer Prise Meersalz aus der Mühle und dem milden Saft der Amalfi Zitrone war es trotzdem sehr gut. Die Portion hätte auch für Zwei gereicht, aber man darf ja nichts verkommen lassen…