Pentaeder/Pyramide


Dieses Bild entstand 1988. Es ist eigentlich nur eine einfache geometrische Zeichnung, aber sie bekommt ihren Reiz dadurch, daß ich mir vorstellte die Seiten wären verschiedenfarbig und durchsichtig. Dadurch ergaben sich eine Menge von Variationen was die Farben anging. Es sind Acrylfarben, teilweise mit Wasser verdünnt, teilweise pastos aufgetragen.

 

Tetraeder

Auch sieht man eine grobe Farbeinteilung in warme und kühle Farben.

Gleichzeitig ist der Pentaeder eine der einfachsten 3-dimensionalen Figuren, nur durch das Tetraeder an Einfachheit übertroffen. Die Figur hier ist eine 4-seitige Pyramide mit unregelmässiger Basis.

Die 3-dimensionale Geometrie gibt mir aber die Ausrede Linien zu kreuzen und aus den entstehenden Formen Neues zu schaffen. Und das habe ich immer schon beim Zeichnen getan.

Das Foto wird dem Bild nicht gerecht, im Original leuchtet es viel mehr. Das Passepartout hat eine dunkle Burgunderfarbe und passt sehr gut zu den Brauntönen im unteren Bildrand. Außerdem ist es komplementär zu den hellen Grüntönen. Dazwischen vibriert das Bild.

 

Kunsthandwerk


Meine Mutter war eine kreative Frau. Sie hat, als wir anfangs in Deutschland eine Wohnung mieteten und nicht viel Geld zur Verfügung stand, mancherlei Gebrauchsgegenstände bemalt oder beklebt, um daraus interessantere Objekte zu machen. Heute würde man von Design-Hacks sprechen. Einige dieser Projekte hatten eine künstlerische Ausrichtung, andere wieder waren kunsthandwerkliche Arbeiten, oder auch Kunst am Gebrauchsobjekt.

Dazu gehört diese Nähtruhe, die mich gefühlt schon mein ganzes Leben begleitet. Ich weiß nur, daß sie zwischen 1963 und etwa 1966 entstand, weil ich sie noch in der Wohnung vor meinem inneren Auge sehe.

 

Sie mochte immer schon geometrische Muster und schaffte es, den Deckel schön dynamisch zu gestalten. Durch den patinierten Hintergrund wirkt der Vordergrund, als würde er darüber schweben.

 

Um den Rand des Kastens hat sie ein einfaches langgezogenes Dreiecksmuster mit eingeschränkter Farbpalette aufgemalt.

 

Die Farbtupfer, mit denen Sie den ganzen Kasten überzogen hatte, geben dem Nähkästchen eine Leichtigkeit und Verspieltheit.

Ich bewunderte immer ihre Farbauswahl. Es gibt nur eine Handvoll Grundfarben mit Variationen, aber das Kästchen ist nicht langweilig. Ich hab mich daran immer noch nicht sattgesehen.

 

Vor 2 Jahren dachte ich es einmal als Vorlage für einen weiteren bemalten Gebrauchsgegenstand zu benutzen: Ein Tablett

Wenn man dieses Bild mit dem ersten vergleicht, kann man sehen, daß ich Position und Farbe der Dreiecke übernahm, allerdings den Hintergrund und die allgemeine Farbgebung veränderte.

 

 

 

Hier kann man gut sehen, wie ich ihre Idee, die Seiten mit den langgezogenen Dreiecken aufgenommen habe und am Innenrand in verkleinerter Form aufgemalt habe.

 

Und hier noch einmal die Ansicht von oben.

Ich liebe meine kunsthandwerklichen Gegenstände. Sie geben meiner Wohnung eine Einzigartigkeit, die man nicht kaufen kann. Im Fall der Arbeiten meiner Mutter sind außerdem noch Erinnerungen damit verknüpft.

Das Tablett ist Holz, mit Gesso grundiert, mit Acrylfarben bemalt und mit Acryllack versiegelt. Entstehungsjahr ist 2015.

 

 

 

Aufstrebend


Das Bild heute hat Ähnlichkeit mit zwei anderen, die ich schon zeigte: Dem Zigarettenpapierbild, und dem Turmbild. Es besteht aus Dreiecken und strebt nach oben,

Ich bin immer schon an einfachen geometrischen Formen interessiert gewesen und finde die Möglichkeiten der Form- und Farbgestaltung sehr weitläufig.

Teilweise hat das mit meiner Vorliebe für die Malerei und Grafik Paul Klees und der Expressionisten im Allgemeinen zu tun, teilweise ist aber das Aufbrechen organischer Formen auch der frühen Technik der Glasmalerei der Kirchenfenster geschuldet. Die Glasscheiben mussten zugeschnitten werden und dann mit Blei und Zinkrand versehen, in die größeren Streben eingebettet werden. Oft bedienten sich die Leute, die die Glasfenster zusammensetzten, regelmäßiger Muster, was ihre Arbeit etwas erleichterte, und dem Fenster obendrein eine gewisse Regelmäßigkeit gab.

H. aus K. und ich waren vor vielen Jahren schon einmal unterwegs gewesen und hatten Gelegenheit ein paar schöne Fenster zu betrachten, unter anderem die der Kathedrale von Chartres. Wer von sowas nachts träumt, sollte unbedingt den Weg dorthin finden, sie sind wirklich wunderschön und total farbintensiv.

Aber zurück zu meinen Dreiecken. Hier benutzte ich wieder Acrylfarben, aber eher lasierend, also mit Malmittel verdünnte Farben, die durchscheinend trocknen und mehrfach übermalt wurden. Manche der Farben wurden auch mit Weiss vermischt, man sieht das am milchigen Aussehen.

Der Hintergrund war in diesem Fall ein Pappkarton, wie der eines Papierblocks. Das hab ich immer wieder mal gemacht, weil das Pinselgefühl ein anderes als auf Papier oder Leinwand ist (der Grund saugt stärker, also schichtet man die Farben und bekommt andere Effekte.

 

Aufstrebend

Ich versuche beim setzen der verschiedenen Farben nicht zu mathematisch vorzugehen, weil ich denke, das ein starres System langweilig wäre. Stattdessen überlege ich bei jedem Dreieck, welche Farbe passen könnte und wie sie auf die zukünftigen Dreiecke Einfluss nehmen würde. Es ist ein bisschen wie Schach spielen, insofern man immer ein paar Schritte im Voraus denken (fühlen) muss.

Der dunkle Rand ist übrigens Absicht, er gleicht das leichte Übergewicht der Vertikalen am linken Bildrand aus, das ein Übergewicht links verursacht. Durch den breiten Rand rechts unten hab ich ein Gegengewicht gesetzt und das Bild wieder ausgeglichen.

Der Titel soll auch ein wenig die Verbindung zu Sakralbauten und deren Bestimmung herstellen. Nicht umsonst allerdings ist die Vertikale links (ein möglicher Turm oder eine Andeutung eines solchen) nicht nach oben abgeschlossen. Man weiss nicht, was da noch ist – ein Glockenturm oder ein Minarett?

Für mich geht es in dem Bild hauptsächlich um die Farbe, deren Vielfalt und Fähigkeit, uns über die Augen ins Herz zu treffen.

Diese Arbeit entstand 2016.

 

Squid on the beach


Hier ein weiteres Squid Bild, das in der gleichen beschwingten Art gemalt wurde wie „Squid ballet“.

Ich kann nur sagen, daß es mir gefiel, überschwänglich farbig zu arbeiten und es mir eigentlich am wichtigsten war, den heissen Sommertag mit Sonne, Strand und Meer einzufangen, so, daß es im Bild vibriert.

Der Titel ist ein „Tip of the hat“ an den Drink „Sex on the beach“, der in den späten 80er Jahren erstmals sehr bekannt wurde.

Es gibt aber auch noch ein Liedtext von den Squidaphonics, den ich gerne meinem Freund H. aus K. widme:

 

Step on your watch

you don’t need no time

you know you’ve got to watch your step

 

This dance we do

called „step on your watch“

you know there hasn’t been a better one yet.

 

You put your watch on the floor

1, 2, 3, 4

and you jump back two feet each

step on your watch

and count to ten

and throw it to the squid on the beach

 

Ich finde, das hat was afrikanisches, der Rhythmus ist irgendwie indigen… 🙂

https://www.youtube.com/watch?v=T9xk28c_CN8

Das Original ist leider gesperrt, das hier sind alles talentierte Nachwuchsmusiker. Wobei mir das Original besser gefällt, weil es wilder ist.

 

 

Die Arbeit ist 24×34 cm groß, das Passepartout hat die Ausmasse 50×60 cm und stammt aus dem Jahr 2013. Das Papier ist wieder Aquarellpapier, mit Gesso grundiert und mit Acrylfarben und ein paar unbeherrschten Bleistiftstrichen bemalt.

 

Squid Ballett


Heute zeige ich ein weiteres Squid Bild. Es ist eines von mehreren, die etwas malerischer daherkommen, sie sind etwas grober, wilder und unbeherrschter.

Heute ist es kein einzelner Squid, sondern gleich eine Gruppe. Und sie tanzt. Auf einer Bühne. Vor Publikum. Die mit offenen Mündern starren.

Fast eine Szene aus dem Burlesque, die Beine zum Can-Can angeschrägt, Henri Toulouse-Lautrec lässt grüssen. Die Farben wild und durcheinander, wie man es bei Veranstaltungen der sinnlichen Art vermutet.

Die Tänzer(innen) sind erleuchtet, ist ihre Rolle ja, Verheissung darzustellen. So schafft jede Art von (Kunst)ausdruck (Malerei, Skulptur, Musik, Theater, Literatur, Tanz, Film, etc.) eine Art von Erkenntnis und Versprechen.

 

Die Arbeit wurde auf Aquarellpapier mit Gessoauftrag gemalt. Das Medium waren Acrylfarben. Es gab mit Hilfe von Farbverlängerungsmitteln einige Übermalungen halbdurchsichtiger Natur.

Das Bild hat eine Größe von 23,5×31,5 cm. Der Rahmen hat ein Außenmaß von 50×60 cm.

Mehr Meer


Heute will ich ein großes Bild vorstellen. Zumindest für meine Begriffe 🙂

Ich weiß nicht warum, aber Wasser ist bei mir immer schon ein Thema, sei es als Wasser an sich oder als Lebensraum. Es hat aber weniger damit zu tun, daß ich gerne Fischkundler oder Amphibiker wäre, sondern weil sich der Gedankenraum Wasser/Unterwasser schön für Analogien hergibt.

 

Das Bild besteht aus 5 Leinwänden, die auf eine bemalte Hartfaserplatte montiert wurden. Die beiden vertikalen Paneele haben ein Maß von 90×30 cm.

Die horizontalen Paneele dazwischen sind 60×30 cm groß. Die Leinwand in der Mitte misst 50×20 cm, der Hartfaserrahmen misst 130×100 cm.

Die Leinwände waren kommerziell vorgrundiert. Ich habe Acrylfarben für diese Arbeit verwendet.

 

Auf den ersten Blick entfaltet sich eine Szene über/unter dem Wasser. Es gibt Fische, eine Muräne, ein Jäger in der Mitte, Pflanzen und Steine.

Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man daß manche der Tiere und Steine halb transparent sind oder changieren. Auch findet sich über dem Clownfisch eine seltsame Ornamentik.

Auf der rechten Paneele befindet sich mittig als Streifen von oben nach unten ein weiteres rhythmisches Element. Und in der Mitte ändert sich der Hintergrund zum Schwarz und Fisch und Pflanzen sind in ein Rot-Grün getaucht.

 

Beruflich hab ich mit Grafik zu tun und beschäftige mich viel mit den üblichen Verdächtigen (Illustrator, Photoshop, etc.). Der Auslöser, ein Bild mit zeichnerischen und malerischen Irritationen zu malen, lag darin, daß in einer Unterhaltung die Behauptung aufgestellt wurde, daß gemalte Bilder nicht mehr notwendig und gar überflüssig seien, weil es ja eben Photoshop gäbe.

 

Das Bild will als Persiflage zu den „Fähigkeiten“ Photoshops vestanden werden, wobei eben auch malerische Mittel eingesetzt wurden, die Photoshop in dieser Form nicht leisten kann. Ich habe übrigens zur Herstellung dieses Bildes auch elektronische Hilfsmittel hinzugezogen, wie zum Beispiel einen Plotter (ein Gerät, das Folien zuschneiden kann), der das Muster rechts, eine Art Wellenbewegung, ausschnitt und aus dem ich dann ein Klischee machte. So machte ich auch das Clownfisch-Muster und die Pflanzen in der Mittelpaneele. Die rote Übermalung der Mittelpaneele ist ein Kommentar über die verschiedenen Filter und Ebenen, die bei Photoshop „de rigeur“ sind.

 

Man kann das Bild auch anklicken und sieht es dann etwas größer.

Fischfeld


Heute wäre eigentlich wieder etwas zum Essen dran gewesen, aber es hat nicht sollen sein. Eigentlich wollte ich grillen, aber das Wetter war so unentschlossen, daß ich nicht wusste, ob es hält. Dann hab ich eigentlich etwas Leckeres gemacht (Roastbeef am Stück, Auberginen- und Zucchinischeiben gegrillt mit Baba Ganoush und Mais), aber farblich war das alles ein Ton. Ich legte die Kamera beiseite ohne ein Bild zu machen.

Stattdessen noch ein Bild. Damit es aber mit den Saxophonbildern nicht zu langweilig wird, hier etwas anderes und auch Neueres.

 

Wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich im rechten Rechteck um einen Fischschwarm 🙂

Das linke Quadrat beinhaltet Kreise in verschiedenen Farben und verschiedener Intensität. Die Farbe des Hintergrunds assoziiert Wasser.

Das ganze Bild ist in grün und Blautönen gehalten, Ausnahme bilden die gelben Kreise.

Das rechte Rechteck ist streng graphisch gegliedert im Gegensatz zum linken Quadrat.

Für mich ist es eine reizvolle dekorative Arbeit gewesen. Ich könnte mir auch vorstellen aus diesem Motiv oder auch mit mehreren weiteren Ideen eine Kachelserie zu schaffen, die gebrannt und am Bau eingesetzt werden könnte 🙂

 

Das Papier bei dieser Arbeit war ein schweres Allzweckpapier für Aquarell und auch Zeichnungen. Ich habe es mit Gesso grundiert und das Bild komplett in Acrylfarben ausgemalt. Man kann rechts sehen, dass die Fische mit Bleistift vorskizziert wurden.

Das Bildmass beträgt 29.5×27 cm, der äußere Rahmen hat ein Mass von 40×50 cm.