Rösti Birnenmus


Schon wieder Rösti mit Birne? Beim Bearbeiten der Fotos merkte ich, daß ich vor kurzer Zeit schon mal ein Rösti mit einem Birnenragout gemacht hatte. Allerdings war es hart an der Grenze zu dunkel zu sein.

Heute machte ich kein Ragout, sondern ein Mus mit langen dünnen Scheiben drin. Auch verbesserte ich das Rösti, indem ich es vereinfachte und auch den Herd mit einbezog.

 

Die Birne: Conference, 2 reif, eine kurz davor, geschält in Stückchen. Die dritte Birne schnitt ich in dünne Scheiben und stellte sie beiseite.

Braunen Zucker (30 g) schmelzen, Williams (Schnaps) zum Löschen nehmen (2 cl), Stück Butter dazugeben und später einen Schluck Wasser dazu. Koriander (1 Tl) fein mahlen und dazugeben, 1/2 Zimtstange dazugeben, ein kleiner Schuss Weinessig dazugeben, alles mindestens 10 Minuten kochen.

Die Birnenstücke 10 Minuten kochen, dann mit einem Zauberstab pürieren. In den jetzt leeren Topf wieder etwas Butter geben und die dünnen Scheiben schwenken. Dann zum Püree geben.

 

Das Rösti: 4 mittlere Kartoffeln schälen, auf einer feinen Reibe reiben und in einem groben Sieb erst abtropfen lassen, dann mit der Hand trocken auspressen. Salzen und pfeffern, 1 gehäuften El Kartoffelstärke und 1 Ei unterrühren. Teflonpfanne heiss werden lassen, Olivenöl dazugeben und Kartoffeln dazugeben und mit einem Löffel glattstreichen und pressen.

Hitze nach dem Anbraten auf mittlere Stufe stellen und warten bis die Ränder braun werden, dann lösen (ging ganz einfach) und wenden. Dann 15-20Minuten in den Ofen geben (140 C)

Koriander und Zimt geben ein schönes Aroma zur Birne. Der Williams verfliegt fast ganz, eine feine Note hat er dennoch hinterlassen. Der Weissweinessig war wichtig, weil die Birne für sich selbst kaum Säure hat, aber der Essig muß verkochen, damit man den Ursprung nicht mehr erkennt.

Diese Variante war milder aber auch sehr befriedigend. Und keine Angst, ich hab nur die Hälfte der Kartoffeln und des Birnenmus gegessen, den Rest gibt’s Morgen als Lunch 🙂

Wie gehabt ist es vegetarisch. Man könnte die Butter weglassen und nur mit Olivenöl arbeiten und das Ei weglassen, um ein veganes Gericht zu bekommen, wäre vermutlich nicht kriegsentscheidend in Punkto Geschmack.

 

 

 

 

 

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Rocks


Heute gibt es ein Bild, das 2014 entstanden ist.

Die Vorgeschichte: Ich bin mit meiner Kamera unterwegs gewesen, was ich nicht oft mache. Aber beim Fahrrad fahren schaute ich immer wieder auf die Wasser der Enz, Nagold und Würm und mir ging durch den Kopf wie vielfältig sich die Oberfläche gestaltet. Und das weckte in mir den Wunsch, ein paar Fotos als Vorlage zu machen, um sie dann auf meine Art zu interpretieren.

Unter einer Brücke fand ich eine Stelle mit verschieden geformten Steinen, die aus dem Wasser herausragten, die ich dann fotografierte.

Daheim angekommen, lud ich die Bilder herunter und schaute sie mir genau an. Da ich keinen Drucker habe, machte ich es auf die alte Art und zeichnete den Screen ab 🙂

 

Es ist eine Acrylmalerei auf schwerem Karton entstanden, mit Bleistiftunterzeichnung. Die Acrylfarben hab ich mit entsprechenden Mitteln stark verdünnt, um einen ähnlich transparenten Effekt wie bei Aquarellfarben zu bekommen. Bei der Platzierung der Steine hab ich mich an die Vorgaben des Fotos gehalten, die grünen und blauen Töne sind viel heller und klarer als das olivgrüne Wasser und die bräunlichen Steine der Vorlage.

Die Arbeit ist größer als die meisten hier vorgestellten Bilder. Sie beträgt 49×34,5 cm und wird durch ein Passepartout von 50×70 cm gerahmt.

Lauch Schinken Champignons Parmesan Brösel Butter


Heute gab es 2 Lauchstangen für 59 Cent. Normalerweise bin ich kein Sparfuchs, aber ich hatte sofort eine Idee für den Lauch.

Daheim schaute ich bei Paul Bocuse nach, der drei oder vier Rezepte für Lauch hat und ansonsten beklagt, daß kein Mensch den Lauch als Gemüse isst, sondern immer nur für Suppen oder Saucen verwendet, obwohl er so gut schmeckt. Bei drei der vier Rezepte ist ordentlich Butter mit im Spiel. Ich hab mich größtenteils an eins seiner Rezepte gehalten, aber dann doch den Schinken zugefügt und mir beim Käse eine italienische Freiheit gegönnt.

2 Lauchstangen (das Weisse), in 6 Segmente geteilt

2 Scheiben gekochter Schinken (ich hatte Winzerschinken)

4 mittlere braune Champignons

eine Handvoll Brotbrösel (Knödelbrot mit meinem Zerkleinerer zerkleinert)

30 g Parmesan

50 g Butter

Salz, Pfeffer

 

Die Lauchstangensegmente 5 Minuten in kochendem, gesalzenen Wasser vorkochen.

Champignons in Scheiben schneiden, salzen, in einer sehr heissen Pfanne Wasser ziehen lassen, danach entfernen. Hitze ausmachen aber die Butter darin schmelzen.

Brösel zerkleinern. Champignons als Basis in die Ofenform geben (meine ovale Le Creuset 🙂  ). Lauchstangen arrangieren, Schinken und Brösel drüber, dann den Parmesan. Am Schluss die Butter großzügig verteilen.

Bei 140-150 C 45 Minuten in den Ofen schieben. Bei Bocuse wird der Lauch regelmässig mit der Butter übergossen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Butter er verwendet hat! Mir aber reichen die 50 g.

 

 

 

 

 

 

Der Lauch hat herrlich geschmeckt mit all den Toppings! Die Butter hat das Gericht zusammengehalten und ihm den Luxus gegeben. Die Brösel, der Schinken, Pilze und der Parmesan gaben ihre Umamiaromen dazu. Der Lauch war trotz mangelnder Sauce wunderbar saftig und sättigte trotz Butter und Fülle nicht so sehr wie zum Beispiel eine Bechamel bei Chicoree. Werd ich versuchen öfters zu machen, auch als Gemüse ohne Topping. Lauch rocks!

Dieses Gericht wäre ohne Schinken auch ziemlich lecker. Ohne Parmesan, weiss ich nicht 🙂

Fusili Lunghi Totentrompeten Speck


Am Samstag fand ich im Gemüseladen gegenüber Totentrompeten, ein Pilz, der mit dem Pfifferling verwandt ist. Er ist grau bis schwarz und er hat einen erdigeren, waldigeren Geschmack.

Ich hatte noch Speckwürfel im Haus und entschloss mich, die mit einer fein gehackten Schalotte und einer ebenfalls fein zerteilten Knobolauchzehe in Olivenöl anzubraten. Danach gab ich die geputzten Pilze dazu. Hier muß man ein wenig aufpassen: Wo ein Pfifferling einen Stiel hat, gibt es bei der Totentrompete eine Röhre, in der sich gerne kleine Insekten verstecken. Also hab ich alle Röhren längs aufgeschnitten, um zu sehen, ob sich etwas darin befindet.

Nach den Pilzen gab ich etwa 50 ml Kalbsfond dazu (aus dem Glas). Ich hab leider schon eine Weile keinen Kalbsfond mehr aufgesetzt, muß ich mir vor Weihnachten wieder vornehmen.

Insgesamt gab ich 150 ml Kalbsfond nach und nach dazu. Eine kleine Handvoll gehackter Petersilie kam auch noch dazu.

Nachdem es etwas eingekocht und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt worden war, konnte es mit den gar gekochten Fusili lunghi serviert werden. Dann gab es noch etwas Parmesan darüber.

Der Geschmack steht den Steinpilzen in nichts nach, lediglich die Richtung ist etwas anders. Wo die Steinpilze das volle Umami-Programm fahren, speziell, wenn auch getrocknete Steinpilze verwendet werden, sind die Totentrompeten die Pilze, die vom Herbst auf den Winter zeigen. Diese intensiven waldigen und dann auch erdigen Noten sind zutiefst befriedigend durch ihre Vielzahl an Geschmackstönen (Ich kann es leider nicht rationaler beschreiben). Wer also die Möglichkeit hat frische oder auch getrocknete Totentrompeten zu bekommen, und Pilze mag, sollte sie mal ausprobieren – es lohnt sich wirklich!

 

 

 

 

 

Schwertfisch Salbei Pappardelle Tomatensauce Erbsen


Ich bin meinem Fischhändler fast zwei Wochen untreu gewesen. Nicht daß ich die Lust an Fisch verloren hätte, aber ich mag auch solche Sachen wie eingelegte Heringe, Dosensardinen oder Salat mit Thunfisch aus der Dose. Diese Sachen esse ich Mittags bei der Arbeit, deshalb bleiben sie unerwähnt. Aber deshalb gab es abends dann eine Weile keinen Fisch.

Heute aber bin ich gleich über die Strasse in den Laden. Es gab es war kurz vor 11) nicht mehr die ganz große Auswahl, aber ich sah gleich ein großes Stück Schwertfisch und ließ mir dann eine Scheibe vom schlankeren Ende herunterschneiden.

Gegenüber, beim guten Gemüseladen, nahm ich frische Erbsen mit (wo haben die um diese Zeit Erbsen her?), außerdem ein paar Pilze für morgen und Salbei.

Die Idee war, den Schwertfisch in meiner Grillpfanne zu grillen, auf einem Bett Tomatensauce aus Kirschtomaten von Mutti (mit Schalotten und Knoblauch) mit Salbei, Oregano und Erbsen anrichten und mit Zitronenstückchen und Kapern toppen. Dazu wollte ich meinen Rest Pappardelle machen.

Gesagt, getan. Am Gericht war eigentlich nichts schwierig. Ich briet die gehackten Schalotten und den Knoblauch erst leicht in Olivenöl an, dann gab ich die Dose Kirschtomaten dazu und zerdrückte sie mit einem Kartoffelstampfer. Danach würzte ich mit in Streifen geschnittenem Salbei und Oregano, Salz und Pfeffer. Ich ließ es eine Weile einkochen und schmeckte nach einer Weile nochmal ab.

Die Erbsen wurden aus der Schote befreit und in Salzwasser fast gar gekocht und dann abgeschreckt und beiseite gestellt.

Jetzt erhitzte ich die Grillpfanne, gab Olivenöl dazu und briet den Schwertfisch auf beiden Seiten 2mal an, um das Rautenmuster zu bekommen. Es war auch genau die richtige Zeit, um ihn herauszunehmen, weil er danach noch einen glasigen Kern hatte 🙂  Den restlichen Salbei hatte ich auch in die Pfanne gegeben, um ihn anzubraten.

Beim Servieren gab ich noch Zitronenstückchen und Kapern zum Salbei auf den Schwertfisch, nachdem ich ihn auf die Tomatensauce gebettet hatte.

Die Pappardelle bekamen noch ein krauses Haupthaar aus Parmesan und es war angerichtet!

 

 

 

 

Laute


Es gibt manche Sachen, die mache ich beim Malen nicht so gerne. Zum Beispiel zu offensichtlich bei einem bekannten Künstler wildern (weil man so begeistert ist), weil das meistens die eigenen Arbeiten schmälert. Es gibt immerhin einen Grund, warum manche Künstler auf bestimmten Gebieten führend sind.

Andererseits muß es aber auch möglich sein, Techniken/Sichtweisen auszuprobieren ohne gleich als Plagiator beschimpft zu werden.

Bei diesem Bild handelt es sich um eine dieser Zwickmühlen: Es wäre töricht zu behaupten, man hätte noch nie etwas von Kubismus, Picasso oder Juan Gris gehört.

Andererseits hätte ich bestimmt noch ein Stückchen Zeitung zum reinkleben gefunden, wenn ich es darauf angelegt hätte.

Die Wahrheit ist viel einfacher. Ich hatte einen Papierblock, der aus lauter bunten Blättern bestand, der mir gefallen hatte, weil ich verschieden Farben auf farbigem Untergrund ausprobieren wollte und mir ein anderes Grundgefühl versprach (das linienreiche „Dorflandschaft“ auf dunkelgrünem Papier gehört auch dazu…). Der lag mit meinen Aquarellfarben und Bleistiften eine Zeitlang neben meinem Sitzplatz am Esszimmertisch, wo ich oft saß. Also hab ich dort oft, wie schon öfters beschrieben, einfach mit ein paar Linien angefangen, bis ich etwas sehen konnte, das sich lohnte weiter zu verfolgen.

 

 

Ich erinnere mich, den Bauch der Laute zuerst gezeichnet zu haben, und gleich sah ich wohin das führen würde 🙂 Ich hab mir einen Spaß gemacht, mit Gelb, Blau, Beige/Braun und Grautönen ein Interieur mit Licht und Schatten zu konstruieren, wobei mir heute noch gut die Überzeichnungen mit dem Bleistift gefallen. Überhaupt gefallen mir Mischtechnik-Bilder oft sehr gut auch wenn das nicht heißt, daß Arbeiten von einem Medium deshalb schlechter sind.

Diese Arbeit ist wieder auf Ingres-Papier gezeichnet/gemalt. Es handelt sich um Aquarellfarben, aber mit Deckweiß als zusätzliche Farbe (macht man normalerweise bei Aquarellen nicht – Todsünde!).  Zusätzlich kam ein Bleistift zum Einsatz. Das Maß beträgt 21×29,5 cm. Es entstand 2002.

Crash Boom Bang


Vor ein paar Monaten hatte ich schon mal ein Bild mit einem auditorischen Titel eingestellt, nämlich „Flash“. Etwas danach war ich wieder daran, diesmal, um einen Klang malerisch zu beschreiben.

Im Englischen gibt es etliche Wortreihen, die als Kürzel für im Sprachraum gleich verstandenen Dinge stehen. Dazu gehört „Snap, crackle, pop“ eine lautmalerische Umschreibung von Cereals-Cerealien (Frühstücksgetreide), das je nach Getreide bei Zugabe von Milch solche Töne macht (Hafer pops).

Crash boom bang steht für einen großen Krach, entweder von einem Schlagzeug verursacht, oder eine unkontrollierte Abfolge lauter Geräusche. Das Fachwort für Wörter, die Klänge beschreiben (nachahmen) heisst Onomatopöie und ist höchstwahrscheinlich griechischen Ursprungs 🙂

Aber ich brauche mich eigentlich nicht um die Worte kümmern, sondern um die Darstellung derselben:

 

Mir ging es beim Malen und zeichnen um den Versuch, die Dynamik darzustellen. Ich weiß auch, daß eine Fotografie das viel besser einfangen kann. Aber wie eine Aufnahme, die einen winzigen Moment aufnimmt, habe ich hier die Möglichkeit verschiedene Dinge gleichzeitig zu zeigen. Dazu gehört der weisse energiereiche Blitz im Zentrum, der verschiedene Farben des Spektrums hervorruft. Auch die Farben gegen einen dunklen Hintergrund gehören dazu. Oder auch die wolkigen Rauchpuffs, die zeigen, daß hier etwas explodiert ist.

Im Vergleich zu „Flash“ ist diese Arbeit brachialer, es fehlt ihr die feine Nachbearbeitung mit dem Bleistift, dafür wurde sie in Schichten aufgebaut. Die untere Schicht besteht aus Acrylfarbe, die ich teilweise mit den Fingern aufgetragen und verrieben habe. Dann kamen Ölpastelle zum Einsatz, weil deren Leuchtkraft sehr gut auf dunklen Gründen zur Wirkung kommt, und weil sie auf Acrylgrund haften. Die Puffs hab ich mit weissem Ölpastell aufgezeichnet und dann mit den Fingern wolkig verrieben, wobei mir der Effekt gut gefällt, weil er der Arbeit eine gewisse Dreidimensionalität gibt.

Die Arbeit stammt von 2014 und hat ein Maß von 21×29,5 cm.