Neureut, 13. Stock


Ich will eigentlich schon seit einiger Zeit einem weiteren grundsätzlichen Kunstfeld etwas Raum einräumen. Der geneigte Leser wird inspiriert durch meine Wortwahl schon ahnen, um was es geht: Landschaftsmalerei.

Sie findet ihre Anfänge dort, wo Künstler einen Hintergrund brauchten für religiöse Bilder, die vom Klerus bestellt worden waren, oder einfach nur, um den Vordergrund besser darzustellen. Aber kurz nach der Entdeckung und Behauptung des künstlerischen Selbstbewusstseins (Albrecht Dürer, da Vinci, Michelangelo) war der Darstellung aller Themen Tür und Tor gebrochen. Wo es vorher nur religiöse Darstellungen und Königsportraits gab, malten Dürer und Co. betende Hände, die eigene Mutter, einen Hasen, ein Rasenstück, und die Landschaft um Nürnberg und Antwerpen.

Das Rad der Stile und Ausdrucksformen begann sich schneller zu drehen.

Ohne hier einen kunstgeschichtlichen Abriss aufzeigen zu wollen, wurden gleichzeitig und auch nacheinander, befruchtet voneinander (durch Kunstreisen und Kontakte zu Künstlern in anderen Ländern) immer neue Möglichkeiten ausgelotet, Landschaft darzustellen.

 

Das ist ein Dürer von 1494. Er wurde 1471 geboren, war also 23, als er dieses Bild aquarellierte. Kurz danach hat er ein sehr berühmtes Selbstbildnis gemalt, das für die Zeit unerhört war. Es sagte, schaut her, ich bin Maler! Sein erstes Selbstportrait entstand aber, als er erst 13 Jahre alt war.

Das Aquarell ist in einer Art gemalt, das versucht, das Gesehene möglichst genau darzustellen, fast wie ein Reporter.

Dürer war aber auch fähig, weiter zu denken:

 

Hier eine Federzeichnung von 1520, gegen Ende seines Lebens. Er war ausserordentlich erfolgreich gewesen, hatte die Niederlande und Belgien besucht, aber auch Itakien, und die deutsche Variante der Renaissance dort gezeigt und dafür deren Varianten in Deutschland verbreitet.

In dieser Federzeichnung hat man den Eindruck, daß die Boote aus einem zusammenhängenden Strich bestehen, der von links unten bis zur Stadt rechts oben führt. Die große Diagonale erzeugt ungemein Spannung und ich finde, es ist eine der gelungensten Raumaufteilungen der Kunstgeschichte geworden. Die Diagonale, die große Horizontale, und dann die große Vertikale rechts die in der Turmspitze mündet. Die Augen folgen der Zeichnung automatisch.

 

El Greco (1541-1614) lebte ein halbes Jahrhundert nach Dürer. Ein Grieche von Geburt, kam er nach Spanien und wurde sehr berühmt. Obwohl er dort auch viele religiöse Themen bearbeitete, gab es auch Ausflüge ins Profane, wie hier die stürmische Landschaft von Toledo. Sein expressiver Stil, der auch in seinen anderen Darstellungen aus der Zeit fällt, lässt ahnen, welche Freiheiten Maler sich zukünftig erlauben würden 🙂

 

Im 17. Jahrhundert waren die Holländer das sine qua non, die Macht, ohne die nichts ging. Das beinhaltete Großbilder (Nachtwache, Rubens-Allegorien, Portraits von Frans Hals, und eben auch schonungslose Bilder von Rembrandt. Es täuscht ein wenig, sie sind immer in ein weiches Licht getaucht, aber was dargestellt wird, ist nicht immer in Ordnung. Man sehe sich seine Selbstportaits oder die seiner Frau an. Auch die Mannen der Nachtwache sind nicht unbedingt vorteilhaft getroffen. Die Landschaft gehört glaube ich zu den allegorischen Landschaften, die zu der Zeit mehr gefallen wußten. Die symbolische Überhöhung entrückte die Landschaft der üblichen Betrachtung und machte sie zu einer Wunschlandschaft.

 

Jean-Antoine Watteau (1684-1720) benutzt die Landschaftsdarstellung (Einschiffung nach Kythera) als Unterstreichung eines Sehnsuchtsbedürfnisses und der Darstellung des Ortes dieser Sehnsucht. Er malt das Bild auch zu einer Zeit, da es die Mode der Adligen ist, sich bäuerlich (ihre Version) zu kleiden, um das sogenannte einfache Leben zu feiern. Das war natürlich eine Lebenslüge, aber sie fand hier ihre Darstellung.

 

Francesco Goya (1746-1828) war erst auch der Maler des Königs am spanischen Hof (nachdem er eine Karriere als Designer von riesigen Wandteppichen hingelegt hatte)

Aber mit zunehmendem Alter wurde er immer kritischer der Macht des Klerus in Spanien gegenüber und schuf ein intensives graphisches Werk, das ihn in große Schwierigkeiten brachte.

Das Bild hier (El Coloso-Der Koloss) ist eines von mehreren Bildern die sich rabiat mit dem Thema von Macht und Machtmissbrauch auseinandersetzen.

Die Landschaft hier ist mit Leichen überzogen, während der Koloss sich entfernt. Man kann davon ausgehen, daß die Landschaft eine Fantasielandschaft ist, andererseits könnte die Landschaft glaubhaft an die Gegend um Madrid erinnern, lebte er doch die meisten Jahre dort. Die dunkle Farbgebung, die auch sehr typisch für den späten Goya ist, transportiert das allgemeine Gefühl, der Vorahnung schrecklicherer Dinge aufs beste.

 

William Turner (1775-1851) hievte die bildnerische Gestaltung sehr früh auf eine abstraktere Ebene. Er gilt als der innovativste Künstler seiner Zeit in England, dem Zeitalter der Romantik. Er war eigentlich ein Akademiemaler, Professor an der Akademie, aber es gab einen Bruch etwa um 1830, wonach er Vor-Impressionistische Bilder malte. Es ist fast, als würde er mit dem Finger in die Zukunft zeigen und den Schleier einen Moment zurückziehen. Er hat auch Bilder gemalt, die Lokomotiven, deren Dampf und Geschwindigkeit zum Thema haben. Die sind besonders toll.

 

Ein etwas untypisches Werk von Monet (1840-1926), das aber zeigt, wie er mit seinem tupfigen Pinselstrich die Landschaft in Punkte auflöst. Er ist nicht der einzige prominente Impressionist, aber vielleicht der erfolgreichste und langlebigste. Er bleibt auch heute ungeheuer bekannt und beliebt. Wichtige Werke hängen in Basel und natürlich in Paris. Mit zu den schönsten Spätwerken sind die Seerosen, riesige Ölgemälde von 5×1.5m, die er in Giverny, seinem Wohnsitz 60 km westlich von Paris gemalt hat.

Die Landschaft ist hier wieder Vorlage und nicht Symbol, aber sie wird durch die Maltechnik in ihre optische Einzelteile zerlegt.

 

Paul Cezanne (1839-1906), ein Zeitgenosse Monets, war dennoch ein Maler, der nicht anders konnte, als die Landschaftsmalerei und auch alle anderen Varianten in geometrische Formen aufzulösen. Am Anfang belächelt, wurde er wegweisend und weltberühmt. Es beziehen sich jede Menge nachfolgende Maler auf ihn, unter anderem Picasso und die anderen Kubisten, alle, die anfingen abstrakt zu arbeiten, und alle, die anfingen expressionistisch zu arbeiten. Nichtsdestotrotz sind seine Landschaften der ehrliche Versuch, das Gesehene so genau wie möglich einzufangen, unter der Voraussetzung, daß alles geometrisch aufgelöst werden kann, versteht sich 🙂

 

 

 

Paul Klee (1879-1940) war ein Maler, der in der Tradition der Expressionisten stand, auch einer berühmten Künstlervereinigung nahe stand (der blaue Reiter)

Er machte auch 1914 eine Reise nach Tunesien mit August Macke und Louis Molliet, die für alle drei Künstler ein einschneidendes Erlebnis waren. Für Klee, der in München studiert hatte und anfangs Landschaften nach Art des Jugendstils malte, bedeutete dieser Einschnitt die Abkehr von realistischer Malerei hin zu einer phantastischen Imagination. Es war ein großes Glück, daß er als Professor ans Bauhaus in Dessau berufen wurde, wo er auch ein großes theoretisches Werk schuf. Man hört vielleicht heraus, daß ich seine Kunst besonders liebe. Jedes Bild ist seine eigene Welt.

Klee schafft hier Landschaften vom inneren Auge heraus, obwohl dieses Bild in Tunesien 1914 entstand, mit einer Vorlage, die es vorort gab.

 

So, und jetzt fühl ich mich ziemlich klein, wenn ich etwas von mir zeigen soll.

 

 

Das Bild ist nicht datiert, aber es ist in den 90er Jahren entstanden. Es war eine Leinwand, es waren Ölfarben. Wir lebten in einem kleinen Penthouse im 13. Stock eines Hochhauses in Neureut, dem größten Stadtteil von Karlsruhe. Es war das höchste Hochhaus weit und breit, höher als die paar anderen in der Stadt. Und in westlicher Richtung lag der alte Teil Neureuts. Ich habe versucht, es einfach hinzuschmeissen, nur Farbe, ein paar Linien und natürlich der Kirchturm, an dem sich das Auge festhalten kann.

Die Leinwand ist auf einen Rahmen gespannt und hat die Größe 40×60 cm. Sie hat keinen äußeren Rahmen.

 

Squid Decor


Heute zeige ich ein frühes Squid Bild. Es ist sehr ornamental und hat dazu einen Malmittelauftrag der perlierend ist, schimmernd wie Perlmutt.

Im Zentrum der Squid, der auch noch kleine Wimpern als Dekoration hat. Im Hintergrund die große rhythmische Show an Farben und Rhythmen.

Der Squid ist ein Dandy, er erfreut sich daran, Teil der großen Dekoration zu sein.

 

 

Ich weiß, es ist ein großer Gedankensprung, aber es gab schon Mal ein Bild, das eine perlende Rhythmik im Vordergrund hatte (Naja, fast im Vordergrund, aber jedenfalls Aufmerksamkeit heischend).

Ein Pointillist, eine Unterabteilung der Impressionisten – Paul Signac: Opus 217

Signac ist sich ebenfalls nicht zu schade, ein Bild zu malen, das sich auf die dekorativen Elemente beruft und sonst kaum (die Blume) andere Elemente hat, die das Werk mit tieferer Bedeutung füllen. Tatsächlich ging es um die Technik, das Aneinanderreihen von reinen Farbpunkten (rot, gelb, blau), die im Auge des Betrachters zu einem anderen Farberlebnis zusammenkommen. Er hat auch ein wenig geschummelt, weil Weiss dabei ist. Es handelt sich um ein Portait von Félix Fénéon, einem Kunstkritiker, Anarchisten und Verfechter der Pointillisten. Er prägte den Ausdruck Neo-Impressionismus. Insofern hat die Arbeit durchaus einen tieferen Sinn 🙂

 

 

Das „Opus“ von mir ist 2013 entstanden und wurde wie einige anderen Arbeiten auf grundiertes Aquarellpapier gemalt. Es waren Acrylfarben, die ich benutzte, wobei auch Effektverlängerer zum Einsatz kamen.

Die Arbeit hat eine Größe von 20×26,5 cm, das Passepartout ist 40×50 cm groß.

 

Spare Ribs Cole Slaw BBQ Sauce


Gestern kaufte ich einen Strang Schälrippchen vom guten Metzger und unterzog sie heute morgen einem Rub aus Paprika,Getrocknete Zwiebel, getrockneter Knoblauch, getrocknete Chilis, Cumin, Oregano, Zucker, Salz und Pfeffer, die in meiner Gewürz-Kaffeemaschine zu Pulver zermahlen wurden. Der Rub wird auf die Schälrippchen gegeben und einmassiert, danach kamen sie wieder in den Kühlschrank um zu „reifen“.

Die BBQ Sauce hab ich von gittakocht. Ich fand das Rezept reizvoll, weil ähnlich und doch anders als andere, die ich vorher zusammengebaut hatte (mit mexikanischen Chilis, zB)

Ihr Rezept kann man über den Link einsehen, meines ist fast gleich. Lediglich beim Cayenne hab ich stattdessen eine frische Jalapeno genommen. Es war eine ziemliche Rennerei, bis ich Ahornsirup und Rauchsalz zusammenhatte. Apropos Rauchsalz: Das Schwarzwälder gab es hier am Fuß des Nordschwarzwaldes nicht, sondern nur das Hickory-Rauchsalz.

Mein Rezept:

120 g Zwiebeln

1 Zehe Knoblauch

2 El Rapsöl

1 El Tomatenmark

1 El Paprika-Tomatenmark

1 Jalapeno, mit Samen, kleingehackt

1/2 Stange Zimt

1/2 Stange Vanille

1 kleiner Sternanis

1 El Senfsaat

1 El Thymian

1 El Paprika dela Vera

2 Tl Rauchsalz

300 ml Schwarzbier (Köstritzer)

2 El Ahornsirup

3-4 El Ketchup

 

Zwiebeln und Knoblauch mit dem Rapsöl weich garen, Tomaten und Paprikamark darin anschwitzen, alle festen Bestandteile dazugeben, dann mit dem Bier ablöschen und Ahornsirup und Ketchup dazugeben.

Eine Weile einköcheln, dann Vanille, Sternanis und Zimt entfernen, den Rest im Standmixer glattmixen. Abschmecken.

Ich fand sie so schon sehr gut, habe aber nach mehrmaligem Nachprobieren doch noch eine Prise Zucker dazugegeben.

 

Der Spare Rib kam auf den Grill, nachdem die Briketts schön durchgezogen waren. Es kam wie auch sonst in die Mitte zwischen die Körbe mit den Briketts. Nach 25 Minuten hab ich es gewendet, weitere 25 Minuten gewartet, um es dann mit der BBQ Sauce einzupinseln und direkt über die Kohlen zu legen. Das hab ich jeweils 2 Minuten gemacht, dann die andere Seite ebenso behandelt. Dreimal insgesamt.

Es haben sich die ersten schwarzen Stellen gebildet und ich nahm es vom Grill.

 

Cole Slaw gab es hier auch schon ein paar Mal. Heute so:

1/3 Weisskohl mit der großen Raspelscheibe geschreddert

2 Karotten ebenso

2 El Apfelessig

1 El Zucker

1 gehäufter El Creme Fraiche

1 süsse Zwiebel mit Salz

1 Tl Selleriesamen

 

Der Slaw zieht durch das Salz Wasser und verdünnt Creme Fraiche und Apfelessig. Die Selleriesamen geben ein würziges Aroma, das man nicht sofort erkennt.

Insgesamt alles sehr lecker. Ich schaffte gerade 4 Rippchen, also einen halben Strang. Den Rest gibt es morgen.-)

 

 

 

Sunshine Award von Michael Mag Wein


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo!

MICHAELMAGWEIN hat mir den Sunshine Award verliehen! Vielen Dank dafür!

Zunächst die Regeln des Sunshine Awards:

  1. Bedanke dich bei der– bzw. demjenigen, die/der dich nominiert hat (mit Verlinkung zum jeweiligen Blog).
  2. Beantworte die Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert, stellt.
  3. Nominiere beliebig viele weitere Blogger für den Sunshine Award.
  4. Stelle eine neue Liste mit beliebig vielen Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe über diese Regeln in deinem Sunshine Award-Beitrag.
  6. Kopiere eines der Sunshine Award-Logos in deinen Beitrag.

Ich dachte schon, jetzt hat es sich für eine Weile mit den Awards, aber…    ich will mich nicht beklagen, waren bei mir die Liebster Awards, die meinem Blog dann doch nochmal „Dampf“ machten.

Michael’s Fragen sind entweder-oder Fragen, aber auch diese lassen sich (für mich) nicht so einfach beantworten.

Michael’s Fragen:

  1. Klassische Oper oder Metalkonzert? Tatsächlich hab ich bisher weder eine klassische Oper noch ein Metal-Konzert besucht, und auch kein Verlangen danach. Klassische Konzerte, auch sehr moderne Sachen hab ich schon gesehen, bei populärer Musik und Jazz ist auch schon einiges zusammengekommen.
  2. Frische Austern oder Erdbeeren mit Schlagsahne (Schlagobers)? Beides, bei den Erdbeeren darf es ruhig die Version ohne Obers sein.
  3. Harry Potter oder Herr der Ringe? Eindeutig Potter. Ich weiß um die literarische Qualität und sprachliche Komplexität der Ringe-Arbeit et al., nur fand ich nie einen Zugang. Ich bin immer abgestossen gewesen von Dingen, die sich zu „Kult“ entwickelten.
  4. All-Inclusive-Hotel oder Familienpension? Weder-Noch. Ich liebe FeWos!
  5. Helgoländer Hummer oder Weißwurst mit süßem Senf? Auch beides, wobei: den Hummer auf Helgoland hab ich noch nicht erlebt, die Weisswurst hingegen auf der Herreninsel im Chiemsee. Super!
  6. Sonne, Strand und 42 °C oder Schnee, Ski und -10 °C? Weder-Noch. Mittelfrankreich mit schattigen Plätzen bei 25 C.
  7. Kaffee oder Tee? Ich liebe guten Tee, trinke ihn sehr selten. Kaffee täglich 1-2 Tassen. Die Tasse zuhause mach ich wie einen Mokka ohne Maschine. So schmeckt er mir am besten.
  8. Mathematik oder Latein? Wegen Latein durfte ich 2 Klassen wiederholen. Mathematik hat in beiden Fällen als Steigbügelhalter agiert. Eher Kunst, Englisch, Musik, blabla
  9. Hund oder Katz? Beides. Für 10 Jahre auf dem Land hatten wir beides: Eine Hündin und ihre Würfe und 3 Katzen. Dazu noch bis zu 20 Enten.
  10. Penthouse oder Cottage? Im Penthouse wohnte ich schon, das ist super! (13. Stock, Rundumblick, vollverglast… Irre bei Gewitter! Cottages durfte ich ein paar besuchen – auch sehr toll.
  11. Castingshow in Jogginghose im TV anschauen oder live und in echt zum Wiener Opernball im Frack gehen? Hab leider für das eine noch für das andere Zeit 🙂

Meine Fragen:

  1. Was war das letzte Konzert (egal welches), das Du live gesehen hast?
  2. Welche Ausstellung (egal welche) hast Du zuletzt besucht?
  3. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?
  4. Welches Land hast Du zuletzt bereist?
  5. Welches Restaurant/Gasthaus hast Du zuletzt besucht, und was gab es?
  6. Was gibst Du im Schnitt für (oben genannte) kulturellen Veranstaltungen aus?

Meine Nominierungen:

Kochen und essen – ist Leidenschaft

Schlanker Fuß

Bloggerbienchen

sicloudy

H. aus K.

 

So, jetzt hoffe ich, daß die Nominierten auch Lust haben, sich ein wenig zu präsentieren und dadurch ein paar Leser mehr zu bekommen.

Herrn H. aus K. biete ich hiermit einen Gastbeitrag auf meiner Plattform an 🙂

Bon Chance!

Beste Grüße,

Alex

 

Lachs Zedernplanke Gamberi gefüllte Aubergine


Vor 4-6 Wochen gab es bei Aldi Grillangebote, darunter 2 Zedernholz“Planken“, eher Täfelchen. Aber immerhin groß genug für eine gute Portion Lachs. Ich bin für solche küchentechnischen Angebote anfällig und kaufte 2 Täfelchen für €2.99.

Heute hatte ich endlich Muße und auch entsprechendes Wetter, den Grill anzuwerfen. Aber es ist, wie es immer ist, wenn man etwas zum ersten Mal macht. Es gibt eine Lernkurve, die beste Zeitpläne durcheinander wirft.

Ich benutze einen Kugelgrill mit zwei Brikettkörbchen, die an den Seiten angebracht, genug Raum in der Mitte schaffen, um indirekt grillen zu können, was die Essenz des amerikanischen BBQ ist.

Die Zedernplanke hingegen wird gewässert, weil sie direkt über (oder vor) die Hitze kommt, und so etwas langsamer verkohlt und ihr Aroma abgibt. Das Problem, das sich entwickelte, war, daß ich nur eines der Körbe einsetzte, weil ich nur ein Stück Lachs hatte. Dadurch kletterte aber die Innentemperatur unter dem Deckel sehr langsam, und statt den Lachs nach 5 Minuten entfernen zu können, hat es 20 Minuten gedauert. Darüber ist mir die gefüllte Aubergine etwas dunkel geworden.

 

Mein italienischer Fischhändler hatte mir eine schöne Tranche abgeschnitten, und ich dachte, was soll der Geiz und nahm noch zwei wunderschöne Gamberi mit. Denen habe ich nur den Kopf abgedreht und den Darm mit einer Grätenpinzette gezogen. So konnte ich sie ungeschält grillen, was besser schmeckt als nackt.

Das Zedernholz wässerte seit heute morgen beschwert in der Spüle und wurde erst ein paar Minuten vor dem Grillgang eingesetzt. In der Gebrauchsanweisung hiess es, das Holz 5 Minuten gei geschlossenem Deckel anzugrillen und dann das Grillgut darauf anrichten. Gesagt, getan. Dann sollte man 5 Minuten warten und danach servieren können. Ich hab stattdessen den Deckel nochmal draufgetan.

Der Lachs zieht nicht wie in der Pfanne oder wie im Ofen an, daß man sieht wie er hell rosa wird, sondern behält seine ursprüngliche Farbe bei, also muß man die Druckprobe machen. Nach etwa 20 Minuten war ich damit zufrieden.

Dann hab ich schnell angerichtet und die Fotos gemacht.

Fazit: Das Procedere ist sicher noch nicht optimal gewesen, aber der Lachs hatte deutlich den Zederngeschmack, und das war angenehm. Der Lachs sah zuerst durch aus, aber mitnichten! Er fiel entlang seiner normalen Lamellen auseinander und war mit Abstand der saftigste Lachs der letzten Jahre. Die Gamberi profitierten ebenfalls vom Holzduft, wenn auch in geringerem Mass, weil sie schliesslich noch geschält werden mussten.

Für die gefüllte Aubergine musste sie erst in der Länge halbiert und ausgehöhlt werden. Das Fruchtfleisch wurde gewürfelt und mit einer roten Zwiebel, einer Knoblauchzehe und 4 Kirschtomaten und etwas Olivenöl zusammen angebraten. Ich löschte diese Mischung mit einem Schluck Weisswein ab, reduzierte die Hitze und gab Fetawürfel und Basilikumblätter, Thymian und Majoran dazu. Das wurde in die Auberginenschiffchen gefüllt und bei 180 C in den Ofen geschoben. Irgendwann, als sich abzeichnete, daß der Lachs länger dauern würde, hab ich den Ofen auf 50 C geschaltet, aber mein Ofen ist ein Tier und er hatte wahrscheinlich noch mehr als genug Resthitze, um den Feta die Farbe verändern zu lassen.

War aber nicht schlimm, verbrannt war es nicht, und geschmeckt hat es super!

 

 

 

 

Hornbogen


Heute habe ich ein weiteres Saxofonbild im Gepäck. Es handelt sich um eine Detailaufnahme eines Saxofons, das ich dann zeichnete.

Das Foto gehört zu meinen Lieblingen der Serie, es hat eine schlichte Eleganz durch die zurückgenommene Farbigkeit.

 

Ich habe eine Zeichnung mit Zeichenkreiden daraus gemacht. Die Zeichenkreiden, die ich benutzte gibt es in einer Sortierung verschiedener Braun, Ziegelrot (Rötel), Weiss, Grau- und Schwarztönen.

Es macht mir richtig Spass, mit diesen Kreiden zu zeichnen, weil sie einen großzügigeren Strich erfordern und ein deutliches Ergebnis bewirken.

 

Die Arbeit misst 27,5×33,5 cm. Das Passepartout hat die Größe 50×60 cm. Das Papier ist ein normaler Bogen eines Studienblocks.

Man kann sehen, daß man die Kreiden verschieden einsetzen kann. Man kann sie wie Bleistifte ansetzen oder auch flach benutzen, um flächigere Strukturen zu bekommen.

Es gibt auch eine Art von Radier- oder Wischstift aus Pappe, den man zum verwischen benutzen kann, den ich hier aber nicht eingesetzt habe.

 

 

Owl


Heute zeige ich wieder etwas ganz anderes, aber etwas, was die meisten kennen müssten – im Kindergarten und in der Grundstufe macht man öfter eine Wachsuntermalung und gibt eine zweite Schicht Wachsmalstift- oder Ölpastellkreiden darüber. Dann kann man die obere Schichicht wieder abkratzen. Die Technik nennt sich Sgraffito und kommt eigentlich aus der Wandverzierungstechnik, wird aber auf verwandte Techniken übertragen. Ich hab das schon in der Schulzeit gerne gemacht; es hat was, Verdecktes zu offenbaren, vor allem, wenn es Farben sind, überraschend und ungewöhnlich.

 

Zum Sujet – Meine Mutter sagte ihren Bekannten und Freunden, dass sie Eulen sehr schön fände. Das war, als sie in ihren 30ern war. In ihren 50ern sagte sie mir dann einmal, dass sie soviele Eulen jeder Art geschenkt bekommen hatte, daß sie keine mehr bräuchte 🙂  Es gab in unserem Haushalt tatsächlich jede Menge Eulen, gezeichnet, als Skulptur und sogar als Metallskulptur mit ausgeschnittenen Augen.

Diese hier hab ich zwar gemacht, als sie noch lebte, aber es war eher eine Inspiration oder Idee, die aus unserer gemeinsamen Vergangenheit kam. Darunter sichtbar ist die Doppel-Acht oder auch das Karo in der Mitte, also eine geometrische Figur, die das Skelett der Zeichnung ausmacht.

Die Farbgebung und die Laune (whimsy) sind für mich Ausdruck der 50er Jahre (auch wenn ich sie nur ganz am Rande miterlebt habe). Wenn man die Nachkriegskunst speziell in Europa betrachtet (ich meine die Kunst der späten 40er und 50er Jahre), wird man die disparaten Farben und Formen (the jangling shapes) und andere Veränderungen gegenüber sogar den expressionistischen Ergüssen der 20er und frühen 30er Jahren bemerken.

Ich finde, meine Eule schaut den Betrachter aufmerksam und neugierig an. Die Arbeit durchbricht die Geometrie und schafft eine Verbindung zum Betrachter.

Medium war ein normales Studienblockpapier, Technik war der Auftrag in verschiedenen Schichten von Ölpastellen. Größe kann ich nicht mehr sagen, weil sich das Original nicht mehr in meinem Besitz befindet.

Ich hoffe, die Besitzerin hatte nichts gegen die Veröffentlichung 🙂  Entstehungsjahr ist 1987.