Flank Steak Kartoffelsalat Artischocke Spargel Pesto


Vor ein paar Tagen war ich einkaufen und sah ein irisches Flank Steak, das zu einem sehr anständigem Preis angeboten wurde. Mein Lieblingsmetzger verlangt mehr als das Doppelte und so wurde ich neugierig. Das Fleisch war luftdicht verpackt, aber nicht gefroren.

Ich hatte immer noch Spargel (die erste Schwemme) vom Samstagsmarkt, und wollte sie zur Abwechslung anbraten. Dazu nahm ich 5 Stangen, schälte sie zuerst, halbierte sie dann der Länge nach und dann nochmal in der Breite, um sie schneller durchgaren zu können. Um das zu tun, gab ich sie in eine Pfanne mit Rapsöl, salzte sie und briet sie langsam bei mittlerer Hitze an.

Für den Kartoffelsalat kochte ich ein paar kleine Annabelle Kartoffeln in der Schale, schälte sie dann während sie noch warm waren und gab 1/4 l Fleischbrühe mit Schalotten dazu. Jetzt gab es nur noch 2 El Weissweinessig, Salz und Pfeffer, um den Kartoffelsalat abzuschmecken.

Um etwas Variation zu haben, machte ich noch ein Pesto aus Walnüssen, Petersilie, Peperonischoten, Knoblauch, Salz und Olivenöl, um auf den Spargel zu geben.

Die Artischocke wurde auf 6 cm Stiel gekürzt, der Länge nach geviertelt und in Salzwasser gegart, danach in Olivenöl angebraten und gesalzen.

Nachdem ich die Artischockenteile etwas verkleinert hatte mischte ich sie mit dem Kartoffelsalat.

Das Flank Steak wurde in einer genügend großen Pfanne angebraten, gewendet und noch zweimal gewendet. Es war gerade noch rosa und auch zart. Allerdings nicht so zart, wie von meinem Lieblingsmetzger. Der Unterschied war groß – das Fleisch heute war etwas fester, man hat aber auch die Fasern erfühlen können. Das teurere Fleisch war nur zart wie Filet und voller Geschmack – mehr noch als Filet.

Insgesamt ein Gericht, was etwas unordentlich aussieht (5 Stangen Spargel wurden zu 20 Spargelschnitzen!), aber sehr lecker war. Das Pesto schmeckte zuerst leicht bitter, der Geschmack verlor sich aber nach ein paar Sekunden und wurde durch Walnuss, Knoblauch und Parmesan ersetzt. Die Tomaten bilden einen geschmacklichen und farblichen Kontrast.

Bürgermeisterstück Gnocchi Bohnen


Heute sah ich bei Zorn ein Bürgermeisterstück, das ich ausnahmsweise als Braten zubereiten wollte. Dazu briet ich das Fleisch auf allen Seiten kurz an, gab dann Stücke von Karotten, Zwiebeln, eine Knoblauchzehe, Selleriewurzel und ein Stück Lauch dazu und löschte nach einer kleinen Weile mit Port und dann mit einem Cote du Rhone ab. Anschliessend kam der Topf bei geschätzten 160 C 90 Minuten in den Ofen.

Dazwischen setzte ich die grünen Bohnen auf, salzte großzügig und kochte sie etwa 15 Minuten.

Die Kartoffelgnocchi habe ich ausnahmsweise gekauft und bereitete sie nach Packungsangabe zu. 3 Minuten in kochendem Wasser, bis die Gnocchi aufsteigen, dann briet ich sie und die Bohnen in etwas Butter zusammen an. Dabei wurden die Bohnen etwas dunkel 🙂

Nachdem ich den Braten herausgenommen hatte, setzte ich die passierte Saucenflüssigkeit an und reduzierte sie, um sie am Ende mir Mehlbutter abzubinden.

Das Bürgermeisterstück war zart und hatte einen guten Geschmack, mein Ofen war allerdings wieder zu heiss und ein paar Grad weniger wärem besser gewesen. Die Sauce hat gut geschmeckt, obwohl ich den Tupfer Tomatenmark vergessen hatte 🙂

Die Gnocchi waren gute industriell hergestellte Gnocchi. Selber gemacht wäre besser gewesen – nächstes Mal!

Sunshine Blogger Award


Eigentlich bin ich schrecklich müde… Wer kennt die Szene aus „Einer flog übers Kuckucksnest“? Einer der Insassen in der Nervenanstalt, der immer mit dem Besen kehrt, murmelt diesen Satz immer wieder vor sich hin 🙂

Eigentlich meinte ich es ironisch, weil ich an sich keine Nominierung mehr annehmen wollte, aber ich kann irgendwie nicht anders, vor allem weil ich die Nominierung von der tollen und sehr umtriebigen Alicia vom Blog COMMEMEMUCHO aus Burriana (Castellón) in Spanien bekommen habe. Sie hat in einem Jahr einen gewaltigen und ausufernden Blog aufgebaut, der sehr viele Dinge abdeckt: von traditionellen Rezepten über sehr moderne Varianten bis zu ihrer heimlichen Leidenschaft, englische Gerichte, vom Frühstück bis zum Dessert. Vielen Dank für die Nominierung!

Die zu beantwortenden Fragen:

Wann weinst Du?

Blödsinnigerweise bei kitschigen Momenten, oder auch rührenden – ich bin sehr nahe am Wasser gebaut und muss mich dann immer wegdrehen, weil so ein Kerl, der kann ja jetzt nicht weinen, oder? 🙂

Was macht Dich glücklich?

Ich kann öfter (ästhetische) Dinge für andere Menschen machen und bin immer sehr glücklich wenn meine Arbeit gefällt oder berührt.

Was ist Dein Lieblingsbuch, und warum?

Sehr schwere Frage. Heute vielleicht etwas von Jonathan Safran Foer oder Jonathan Frantzen, früher vielleicht Luke Rhinehart (The Dice Man). Am liebsten Bücher, die einen in eine eigene Welt entführen. Auch die Potters hab ich sehr gern gelesen 🙂

Wer ist Dein Held, und warum?

Wieder schwer. Wenn es ein Mensch ist. ist er fehlbar, und mit Göttern hab ich es nicht so. Was mich immer wieder umtreibt, ist der gewöhnliche Rassismus der den Menschen nicht einmal die Schamesröte ins Gesicht treibt – also würde ich mich für Martin Luther King Jr. entscheiden.

Lieblingsessen?

Ich esse vieles sehr gerne, aber ein Gericht aus meiner Kindheit (aber nicht in meiner Familie) das ich liebe ist Tafelspitz, Meerrettichsauce, rote Bete und Salzkartoffeln. Da könnte ich mich dumm essen.

Warum bloggst Du?

Ursprünglich, um eine Art von Rezeptkartei aufzubauen. Ich hab immer Interessierten erzählt, wie toll letztes Wochenende war und entschloss mich meine Beweise zu sammeln.

Dein Lieblingsfilm, und warum?

Auch schwer. Heute schau ich nicht mehr gerne Filme. Früher mochte ich gerne die psychologischen Hitchcock Filme mit Gregory Peck, später mochte ich die Franzosen und Spanier (Bunuel, Saura,et al). Bei den meisten Filmen heutzutage gibt es Momente, in denen ich mich fremdschäme. Ich hasse das.

Was ist Deine Lieblingszahl?

Noch nie darüber nachgedacht. Spontan 7.

Eines das Du vom Leben gelernt hast?

Menschen werden tun, was sie tun müssen. Du kannst sie nicht ändern.

Was würdest Du Deinem jüngeren Selbst raten?

Mehr verschiedene Dinge ausprobieren.

Wenn Du eine Sache in der Welt ändern könntest, was wäre es?

Die Menschen finanziell mehr aneinander anpassen – die Schere ist viel zu weit auf, sowohl national wie auch global.

FÜR DIE NOMINIERTEN GELTEN FOLGENDE REGELN:

  • Danken Sie den Blogger, der Sie nominiert hat, und erwähnen sie ihn. Verlinken Sie den Blog.
  • Fügen Sie das Logo des Sunshine Blogger Award in ihren Blog ein.
  • Beantworten Sie die 11 an Sie gestellte Fragen.
  • Nominieren Sie 11 Blogger.
  • Stellen Sie 11 Fragen an die Nominierten.
  • Kommunizieren Sie die Regeln für die Nominierten.

Meine Nominierungen:

Ich habe im Moment nicht mehr Nominierungen. Ein paar Links sind irgendwie fehlerbehaftet, trotz dass ich regelmässig Posts von den Bloggern empfange.

Meine Fragen:

  • Warum betreibst Du deinen Blog?
  • Wie sehr interessiert Dich der Austausch mit anderen Bloggern. Hast Du Erfahrungen?
  • Beschreibe, was Dir sonst wichtig ist in Deinem Leben.
  • Welche Hoffnungen oder Träume hast Du für Dich und die Welt?
  • Wenn Du eine Sache nachhaltig ändern könntest in der Welt, was würdest Du tun?
  • Was würdest Du am liebsten an Dir selbst ändern?
  • Hast Du eine Bucket List, und wenn ja, was steht als Nächstes drauf?
  • Bist Du ein Reisender? Wohin zieht es Dich als Nächstes?
  • Du betreibst einen Food Blog. Welche Küche möchtest Du unbedingt ausprobieren?
  • Wie schwer fällt es Dir, unbekannte kulinarische Dinge auszuprobieren?
  • Was war bisher Dein grösstes Glück?


Ich danke schon im Voraus für die Teilnahme!

Hähnchenbrust Salsa Spanischer Reis Avocado


Vorab eine Entschuldigung: Volle Teller geben keine guten Bilder ab. Die Bilder dieses sehr leckeren Essens sind irgendwie nicht gut, weil man daraus kaum etwas erkennen kann.
Dabei gab es alle möglichen Sachen, die auf dem Teller Platz fanden: Hähnchenbrust (mit einem Rub aus gemörserten Koriandersamen und Oregano= Chiligewürz) , Salsa (aus Tomaten, Jalapeños, Frühlingszwiebeln, Limettensaft, roten Zwiebeln), Tortillachips (Tortillafladen in Form geschnitten und im Ofen gebacken), der besonders gute Cheddar Käse vom Affineur Ruf, den ich am Schluss darüber gab. Alles irgendwie ein Brei…

Hähnchenbrust: Ein Rub aus Koriandersamen und Oregano – man muss wissen, dass Chiligewürz genau aus diesen beiden Komponenten besteht. Ich habe Koriander als Samen, da kann ich genauer würzen. Ich mische beide Gewürze und mörsere sie.

Salsa: 3-4 Tomaten, je nach Grösse in kleinen Quadern, rote Zwiebeln, Jalapeños, Frühlingszwiebeln, Limettensaft).

Spanischer Reis: Reis/Wasser 1:2, rote Zwiebel, Tomatenmark, Knoblauch, Wasser

Dazu hatte ich noch Eisberg Salat in Streifen Und diese Tortilla Dreiecke, die ich aus einer Tortilla herausschnitt. Über die Tortillas und die Hähnchenbrust gab ich den besonders guten Cheddar von Herrn Ruf 🙂 . Und der wurde kurz im Ofen geschmolzen.

Lasagne Variation


Nach langer Zeit hatte ich Lust auf Lasagne. Aber ich wollte es irgendwie anders machen. Ich entschloss mich, etwas an den Füllungen zu schrauben. Das Ergebnis war lecker, wenn mir auch die Sauce ausging und es nicht ganz so saftig war wie es hätte sein können.

Ich nahm dafür die Lasagneplatten, die man nicht vorkochen muss.

Als Sauce #1 machte ich eine klassische Bechamel aus Butter, Mehl, Milch, Schalotte mit Nelken und Salz. 150 ml Kalbsfond war auch dabei. Dazu gab ich 4 getrocknete Steipilze, die ich vorher pulverisiert hatte. Dieser Duft veränderte die Bechamel grundsätzlich.

Sauce #2 bestand aus gebratener Salsiccia (50 g), einer Dose guter Tomaten, getrocknete Kräuter (Thymian, Rosmarin und Oregano), Salz und Pfeffer. Auch hier gab ich noch etwas Kalbsfond dazu.

Ich legte für jede Ebene 2 Scheiben Lasagne aus und gab dann eine Kelle Sauce #1 oder #2 darüber, immer abwechselnd. Auf die Saucen kam dann etwas Mozzarella in ganz dünnen Scheiben und auch etwas Parmesan.

Das machte ich 4mal.

Wie gesagt, es war wenig Sauce übrig und die Lasagne setzte sich ziemlich. Also schichtete ich 2 Stück übereinander 🙂

Jetzt entsprach sie mehr meiner Vorstellung einer Lasagne.

Aber ein bisschen mehr Sauce wär schon schön gewesen…

 

Lasagne spezial 1

 

Lasagne spezial 2

 

Lasagne spezial 3

Basses Côtes Kräuterbutter Kartoffeln Erbsen Champignons


Heute schaute ich wieder einmal beim Metzger Zorn vorbei und sah ein Kernstück der hohen Rippe, französisch Basses Côtes. Ein Preis von etwa €15.00/kg bedeutete €4.50 für mein Bratstück von ca. 250 g.

Davon fiel etwa 25% weg aufgrund eines Fettauges und diversen versteckten Fettstückchen und Sehnen. Trotzdem war es ein lohnenswertes Stück Fleisch mit vollem und kräftigem Geschmack, das ich wie ein Steak anbriet. Da es etwas dicker war, wurde das Steak bleu, oder rare oder blutig (was mir aber nichts ausmacht). Wobei der Ausdruck blutig der unschönste der drei ist.

Ich machte es mir einfach und bereitete eine Kräuterbutter aus Butter, Knoblauch, Petersilie, Thymian und Salz. Ich hätte noch Rosmarin dazugegeben aber ich hatte gerade keinen da.

 

Ich war auch beim Gemüsehändler gegenüber und nahm Kartoffeln, Erbsen und Champignons mit, eine Kombination, die auch eine Geschichte hat (wobei ich vergessen habe, ob ich sie schon mal erzählt habe.

Das heisst, ich habe sie 2013 schon mal erzählt, aber es gab keine Likes und keine Kommentare. Aber ich hab natürlich in der Zwischenzeit des Öfteren diese Kombi gekocht, vielleicht hab ich es irgendwann mal erwähnt:

1976-77 war ich ein Schüler in einem Internat in Heidelberg, ein Interner, also einer, der dort schlief und nur am Wochenende nach Hause durfte. Ich war aber schon 18 und neugierig auf alles (ausser Schule).

Damals gab es ein sehr angesagtes Lokal im hinteren Bereich der Hauptstrasse (Fußgängerzone) in der Nähe des Karlstors, die Sudpfanne. In der Regel drangen echte Touristen aus Japan, USA oder Frankreich nicht soweit vor, weil davor gleich zwei große touristisch ausgeschlachtete Kneipen lagen, der Ochsen und der Seppl. Die griffen zuverlässig alles ab, was nicht heimisch war.

Die Sudpfanne war sehr populär. Man konnte nicht reservieren, sondern wurde ungerührt zu wildfremden Menschen gesetzt, was aber eigentlich immer gut endete.

Das Alleinstellungsmerkmal der Sudpfanne war, außer ihrem schnell gezapften 0,2l Bitburger Pils, die Speisekarte, die in Form eines Ordners von 2 Pfund kam. Die wichtigsten Gerichte bekamen jeweils eine Seite Platz, um sich zu präsentieren. Die Hauptspeisen waren legendär groß. Das fing schon mit den Tellern an, die hatten Überbreite. Das Fleisch, oder seltener der Fisch hatten übliche Größe, aber die Beilagen füllten den Rest des Tellers bis zum Rand auf.

Und dort aß ich gerne einen „Wilddieb“, der bestand aus einem großzügigen Schweinskotelett am Knochen, aber aufgeschnitten nach Art eines Cordon Bleus, und gefüllt mit Schweizer Käse und gekochtem Schinken. Die Beilage aber bestand aus Kartoffeln (Brattiskartoffeln), Erbsen und Champignons.

In der Sudpfanne wurden die Kartoffeln angebraten, bis sie eine Kruste hatten. Das erreichte ich heute nicht, aber sie schmecken auch so.

Allerdings gab ich zu der Gemüsemischung eine Handvoll Kerbel, der dem Gemüse eine süße Komponente mitgab. Ich bin froh, es wieder einmal zubereitet zu haben 🙂

 

Nachtrag: Ich gerade die Sudpfanne gegoogelt. Ihre Speisekarte liest sich heute wie eine kleine Karte für ein einfaches Wirtshaus. Dafür ist inzwischen ein Hotel angeschlossen. Schade!

 

 

 

 

 

 

Schwertfisch Pesto Tagliatelle Gemüse


Heute war ich mal wieder bei meinem Fischladen vorstellig. Ich nahm ein schönes Schwertfischsteak mit, fragte noch, ob es zu früh sei für Weihnachten zu bestellen. Nein, jetzt wäre gut, nachher zu spät 🙂

Durch eine Einladung zu Weihnachten wurde ich mit dem Kauf der Jakobsmuscheln betraut. 2 Dutzend hab ich bestellt, in der Schale, zum selbst ausnehmen. Die Tochter des Hauses hatte in der Nacht vorher gearbeitet und nur eine Stunde geschlafen und war etwas daneben. Aber wir haben die Bestellung dann doch noch akkurat abgegeben und sind guter Hoffnung, daß nächsten Samstag alles wie bestellt abgeholt werden kann.

Der zweite Teil der Weihnachtsvorbereitung war nach Käse zu schauen, um am Schluss eine Käseplatte servieren zu können. Herr Ruf, mein Affineur auf dem Turnplatz, ist nächsten Samstag und vor Silvester vor Ort, also kann ich für die hungrige Meute von 13 Personen eine schöne Platte zusammenstellen. Ich hatte heute wieder das Glück vom Chef persönlich bedient zu werden (obwohl seine Mitarbeiterinnen nicht nur genauso gut Bescheid wissen, sondern auch alle ausnahmslos freundlich sind – heute waren 2 ältere Damen am Stand und warteten, bedient zu werden. Sie konnten kaum glauben, daß sie 10 Minuten warten mussten, bis die Kunden vor ihnen fertig waren. Als sie dran kamen, gab es auch Pröbchen und Gespräche und noch ein Stückchen Käse und eine der Frauen schaute hinter sich zu mir und grinste. Sie verstand jetzt den Reiz des Käseladens von Herrn Ruf, den Service, die Qualität und die einzigartige Bedienung).

Während ich auf dem Markt war, ging ich noch beim Großhändler für Gemüse vorbei. Dort gibt es seit ein paar Wochen kleine Artischocken. Davon nahm ich 2 mit. Einen halben Fenchel hatte ich noch zuhause, eine kleine Zucchini nahm ich auch noch mit, außerdem einen großen Strauss glatte Petersilie (ich schneide das Meiste immer klein und friere es ein, um es bei Bedarf einfach benutzen zu können).

Abends richtete ich zuerst die Artischocken, das heisst ich dressierte sie (nicht mit Peitsche…) indem ich die äusseren Blätter abbrach, den Stiel auf etwa 2 cm kürzte und die Abbruchstellen mit dem Messer begradigte. Am Ende schnitt ich sie der Länge nach in Viertel und entfernte das Heu. Sie wurden in mit Zitronensaft gesäuertem Wasser 15 Minuten geköchelt, bis sie gar waren. Danach liess ich sie abtropfen.

Den Fenchel schnitt ich in Scheiben, die Zucchini ebenfalls. Beide kamen gleichzeitig in eine heisse Pfanne mit Olivenöl, um etwas Farbe zu nehmen. Da die Artischocken schon gar waren, wartete ich mit ihnen noch ein bißchen.

Das Pesto für den Schwertfisch ist streng genommen kein echtes Pesto, sondern eher eine Würzsauce:

4 El Olivenöl

1 Sardelle

2 El feingewiegte glatte Petersilie

1 El Kapern

Saft einer Orange, auf die Hälfte eingekocht

Zeste einer halben Bio Orange

 

alles in einem (elektrischen) Mixer verbinden und über den gebratenen Schwertfisch geben.

Dazu Tagliatelle reichen – mir haben zwei kleine Nester gereicht. Als das Gemüse fast soweit war hab ich es noch mit Parmesan beraspelt, eine Tomatenrispe dazugegeben  und 5 Minuten im Ofen gratiniert. Insgesamt ein sehr stimmiges Essen.

 

 

 

 

 

Hirschgulasch Rotkraut Polenta


Gestern hab ich ein Hirschgulasch gekauft – nicht auf dem Markt, obwohl es dort frisches gab, sondern später im Supermarkt in der Tiefkühlabteilung. Es war Hirschgulasch aus NZ – Neuseeland.

Es war mein erstes Mal, das ich Wild aus Neuseeland zubereitet habe. Ich hab es übernacht auftauen lassen und dann morgens langsam auf Temperatur gebracht.

Zuerst wurden die abgespülten und getrocknetenFleischstücke angebraten, dann gab ich die gehackte Zwiebel dazu, einen El Tomatenmark und liess alles schön Farbe nehmen.

Abgelöscht wurde mit Sherry und dann mit Rotwein. Für Geschmack gab ich zwei Lorbeerblätter und 5 Wacholderbeeren dazu, außerdem 2 Pimentbeeren und 3 Nelken. Damit ich sie wiederfinden könnte, gab ich die in ein Teesäckchen.

Das Gulasch köchelte etwa 90 Minuten vor sich hin, dann stellte ich die Platte aus.

Abends machte ich weiter, erhitzte das Gulasch nochmal und schmeckte es ab. Ich ließ noch etwas Flüssigkeit verdampfen und band die Sauce mit wenig Kartoffelstärke ab.

Selten hab ich ein zarteres Fleisch gegessen, das zudem noch schön saftig war – wunderbar! Die Sauce war auch wieder super. Bei dunklem Fleisch ist das die „go to“ Sauce. Entweder mit Sherry und Rotwein oder mit Port und Rotwein. Manchmal auch mit Madeira. Sie kocht sich jedenfalls fast von selbst.

 

Eine Polenta war schnell angerührt, ich gab Steinpilzpulver und Steinpilzabschnitte dazu, schmeckte es ab und verstrich es auf einer Küchenmatte. Später wurde es in Rauten geschnitten und von allen Seiten in einer Butter-Olivenöl-Mischung angebraten. Die restlichen Steinpilze wurden gleichzeitig gebraten.

Das Rotkraut war eines von Hengstenberg. Ich hab die letzten paar Male immer mein eigenes gemacht, aber heute kam ich später nach Hause und hatte nicht die Zeit. Dafür nahm ich mir die Zeit und schälte eine Conference Birne und füllte sie mit Preiselbeeren, wie es das früher im Restaurant bei Wild oder auch bei Berliner Leber üblich war 🙂

Insgesamt ein sehr leckeres und stimmiges Abendessen.

 

 

 

 

Neureut, 13. Stock


Ich will eigentlich schon seit einiger Zeit einem weiteren grundsätzlichen Kunstfeld etwas Raum einräumen. Der geneigte Leser wird inspiriert durch meine Wortwahl schon ahnen, um was es geht: Landschaftsmalerei.

Sie findet ihre Anfänge dort, wo Künstler einen Hintergrund brauchten für religiöse Bilder, die vom Klerus bestellt worden waren, oder einfach nur, um den Vordergrund besser darzustellen. Aber kurz nach der Entdeckung und Behauptung des künstlerischen Selbstbewusstseins (Albrecht Dürer, da Vinci, Michelangelo) war der Darstellung aller Themen Tür und Tor gebrochen. Wo es vorher nur religiöse Darstellungen und Königsportraits gab, malten Dürer und Co. betende Hände, die eigene Mutter, einen Hasen, ein Rasenstück, und die Landschaft um Nürnberg und Antwerpen.

Das Rad der Stile und Ausdrucksformen begann sich schneller zu drehen.

Ohne hier einen kunstgeschichtlichen Abriss aufzeigen zu wollen, wurden gleichzeitig und auch nacheinander, befruchtet voneinander (durch Kunstreisen und Kontakte zu Künstlern in anderen Ländern) immer neue Möglichkeiten ausgelotet, Landschaft darzustellen.

 

Das ist ein Dürer von 1494. Er wurde 1471 geboren, war also 23, als er dieses Bild aquarellierte. Kurz danach hat er ein sehr berühmtes Selbstbildnis gemalt, das für die Zeit unerhört war. Es sagte, schaut her, ich bin Maler! Sein erstes Selbstportrait entstand aber, als er erst 13 Jahre alt war.

Das Aquarell ist in einer Art gemalt, das versucht, das Gesehene möglichst genau darzustellen, fast wie ein Reporter.

Dürer war aber auch fähig, weiter zu denken:

 

Hier eine Federzeichnung von 1520, gegen Ende seines Lebens. Er war ausserordentlich erfolgreich gewesen, hatte die Niederlande und Belgien besucht, aber auch Itakien, und die deutsche Variante der Renaissance dort gezeigt und dafür deren Varianten in Deutschland verbreitet.

In dieser Federzeichnung hat man den Eindruck, daß die Boote aus einem zusammenhängenden Strich bestehen, der von links unten bis zur Stadt rechts oben führt. Die große Diagonale erzeugt ungemein Spannung und ich finde, es ist eine der gelungensten Raumaufteilungen der Kunstgeschichte geworden. Die Diagonale, die große Horizontale, und dann die große Vertikale rechts die in der Turmspitze mündet. Die Augen folgen der Zeichnung automatisch.

 

El Greco (1541-1614) lebte ein halbes Jahrhundert nach Dürer. Ein Grieche von Geburt, kam er nach Spanien und wurde sehr berühmt. Obwohl er dort auch viele religiöse Themen bearbeitete, gab es auch Ausflüge ins Profane, wie hier die stürmische Landschaft von Toledo. Sein expressiver Stil, der auch in seinen anderen Darstellungen aus der Zeit fällt, lässt ahnen, welche Freiheiten Maler sich zukünftig erlauben würden 🙂

 

Im 17. Jahrhundert waren die Holländer das sine qua non, die Macht, ohne die nichts ging. Das beinhaltete Großbilder (Nachtwache, Rubens-Allegorien, Portraits von Frans Hals, und eben auch schonungslose Bilder von Rembrandt. Es täuscht ein wenig, sie sind immer in ein weiches Licht getaucht, aber was dargestellt wird, ist nicht immer in Ordnung. Man sehe sich seine Selbstportaits oder die seiner Frau an. Auch die Mannen der Nachtwache sind nicht unbedingt vorteilhaft getroffen. Die Landschaft gehört glaube ich zu den allegorischen Landschaften, die zu der Zeit mehr gefallen wußten. Die symbolische Überhöhung entrückte die Landschaft der üblichen Betrachtung und machte sie zu einer Wunschlandschaft.

 

Jean-Antoine Watteau (1684-1720) benutzt die Landschaftsdarstellung (Einschiffung nach Kythera) als Unterstreichung eines Sehnsuchtsbedürfnisses und der Darstellung des Ortes dieser Sehnsucht. Er malt das Bild auch zu einer Zeit, da es die Mode der Adligen ist, sich bäuerlich (ihre Version) zu kleiden, um das sogenannte einfache Leben zu feiern. Das war natürlich eine Lebenslüge, aber sie fand hier ihre Darstellung.

 

Francesco Goya (1746-1828) war erst auch der Maler des Königs am spanischen Hof (nachdem er eine Karriere als Designer von riesigen Wandteppichen hingelegt hatte)

Aber mit zunehmendem Alter wurde er immer kritischer der Macht des Klerus in Spanien gegenüber und schuf ein intensives graphisches Werk, das ihn in große Schwierigkeiten brachte.

Das Bild hier (El Coloso-Der Koloss) ist eines von mehreren Bildern die sich rabiat mit dem Thema von Macht und Machtmissbrauch auseinandersetzen.

Die Landschaft hier ist mit Leichen überzogen, während der Koloss sich entfernt. Man kann davon ausgehen, daß die Landschaft eine Fantasielandschaft ist, andererseits könnte die Landschaft glaubhaft an die Gegend um Madrid erinnern, lebte er doch die meisten Jahre dort. Die dunkle Farbgebung, die auch sehr typisch für den späten Goya ist, transportiert das allgemeine Gefühl, der Vorahnung schrecklicherer Dinge aufs beste.

 

William Turner (1775-1851) hievte die bildnerische Gestaltung sehr früh auf eine abstraktere Ebene. Er gilt als der innovativste Künstler seiner Zeit in England, dem Zeitalter der Romantik. Er war eigentlich ein Akademiemaler, Professor an der Akademie, aber es gab einen Bruch etwa um 1830, wonach er Vor-Impressionistische Bilder malte. Es ist fast, als würde er mit dem Finger in die Zukunft zeigen und den Schleier einen Moment zurückziehen. Er hat auch Bilder gemalt, die Lokomotiven, deren Dampf und Geschwindigkeit zum Thema haben. Die sind besonders toll.

 

Ein etwas untypisches Werk von Monet (1840-1926), das aber zeigt, wie er mit seinem tupfigen Pinselstrich die Landschaft in Punkte auflöst. Er ist nicht der einzige prominente Impressionist, aber vielleicht der erfolgreichste und langlebigste. Er bleibt auch heute ungeheuer bekannt und beliebt. Wichtige Werke hängen in Basel und natürlich in Paris. Mit zu den schönsten Spätwerken sind die Seerosen, riesige Ölgemälde von 5×1.5m, die er in Giverny, seinem Wohnsitz 60 km westlich von Paris gemalt hat.

Die Landschaft ist hier wieder Vorlage und nicht Symbol, aber sie wird durch die Maltechnik in ihre optische Einzelteile zerlegt.

 

Paul Cezanne (1839-1906), ein Zeitgenosse Monets, war dennoch ein Maler, der nicht anders konnte, als die Landschaftsmalerei und auch alle anderen Varianten in geometrische Formen aufzulösen. Am Anfang belächelt, wurde er wegweisend und weltberühmt. Es beziehen sich jede Menge nachfolgende Maler auf ihn, unter anderem Picasso und die anderen Kubisten, alle, die anfingen abstrakt zu arbeiten, und alle, die anfingen expressionistisch zu arbeiten. Nichtsdestotrotz sind seine Landschaften der ehrliche Versuch, das Gesehene so genau wie möglich einzufangen, unter der Voraussetzung, daß alles geometrisch aufgelöst werden kann, versteht sich 🙂

 

 

 

Paul Klee (1879-1940) war ein Maler, der in der Tradition der Expressionisten stand, auch einer berühmten Künstlervereinigung nahe stand (der blaue Reiter)

Er machte auch 1914 eine Reise nach Tunesien mit August Macke und Louis Molliet, die für alle drei Künstler ein einschneidendes Erlebnis waren. Für Klee, der in München studiert hatte und anfangs Landschaften nach Art des Jugendstils malte, bedeutete dieser Einschnitt die Abkehr von realistischer Malerei hin zu einer phantastischen Imagination. Es war ein großes Glück, daß er als Professor ans Bauhaus in Dessau berufen wurde, wo er auch ein großes theoretisches Werk schuf. Man hört vielleicht heraus, daß ich seine Kunst besonders liebe. Jedes Bild ist seine eigene Welt.

Klee schafft hier Landschaften vom inneren Auge heraus, obwohl dieses Bild in Tunesien 1914 entstand, mit einer Vorlage, die es vorort gab.

 

So, und jetzt fühl ich mich ziemlich klein, wenn ich etwas von mir zeigen soll.

 

 

Das Bild ist nicht datiert, aber es ist in den 90er Jahren entstanden. Es war eine Leinwand, es waren Ölfarben. Wir lebten in einem kleinen Penthouse im 13. Stock eines Hochhauses in Neureut, dem größten Stadtteil von Karlsruhe. Es war das höchste Hochhaus weit und breit, höher als die paar anderen in der Stadt. Und in westlicher Richtung lag der alte Teil Neureuts. Ich habe versucht, es einfach hinzuschmeissen, nur Farbe, ein paar Linien und natürlich der Kirchturm, an dem sich das Auge festhalten kann.

Die Leinwand ist auf einen Rahmen gespannt und hat die Größe 40×60 cm. Sie hat keinen äußeren Rahmen.

 

Versatile Blogger Award


Vor ein paar Wochen hat mich Hang von cookwithlovefordaughter für den Versatile Blogger Award nominiert,

2 Wochen später kam die Nominierung von Malou von liebemitbiss.

Danke an euch beide für die Ehre!

versatile-blogger

Die Regeln des Versatile Blogger Awards:

Danke der Person, die dir den Award verliehen hat und verlinke sie in deinem Post.

Erzähle uns 7 Dinge über dich.

Gib den Award an 15 kürzlich entdeckte, neue Blogger.

Kontaktiere diese Blogger, und lass sie wissen, dass sie den Award bekommen haben.

 

Ich tue mich etwas schwer damit, irgendwelche Sachen von mir zu erzählen, weil ich sie nicht sonderlich aufregend finde…

Aber was soll’s.

Obwohl ich Amerikaner bin, wuchs ich schon seit meinem 3. Lebensjahr in Deutschland auf.

Gie erste Station dieser Reise führte nach Unterflockenbach (heute Gorxheimertal) in Nordbaden an der Grenze zu Hessen.

Wie Malou hatte ich eine idyllische, naturgeprägte Kindheit mit Freunden und vielen Abenteuern 🙂

 

Die weiteren Stationen waren Feudenheim bei Mannheim, Mühlhausen im Kraichgau, Heidelberg, Karlsruhe und jetzt Pforzheim.

Alle diese Orte liegen nicht weiter als 80 km auseinander, eine sehr langsame Reise also.

 

Ich lerne sehr langsam, wenn ich aber etwas verstanden habe, ist es verinnerlicht. Ich kann immer noch über manche Mathematik- oder Lateinstunden berichten, obwohl ich in beiden Fächern sehr schlecht war.

 

Ich habe zwar einen Beruf im Einzelhandel (Schauwerbegestalter), aber meine Liebe gehört den Künsten, wobei ich da differenzieren muss:

Die Künste, die mir am nächsten sind, sind Malerei (alle bildenden Künste), Musik und Literatur.

Weniger am Hut habe ich mit Theater, Tanz (obwohl einige meiner engsten Freunde im Theater/Ballett arbeiten oder gearbeitet haben) und Kino.

 

Ich schau mir keine Filme mehr im Fernsehen an, weil ich immer schon nach kurzer Zeit weiss, wie es weitergehen wird und ich mich die ganze Zeit fremdschäme.

Stattdessen schaue ich ein paar Kochsendungen oder schalte um auf youtube, um mir Bands anzuschauen, deren Musik ich nicht daheim habe.

 

Ich war seit 35 nicht mehr im Kino, rede aber gerne über Filme mit (die ich nur aus den Rezensionen kenne). Früher hab ich sehr viele Filme gesehen, und zwar nicht im Kino, sondern in den viel gescholtenen öffentlich-rechtlichen Programmen, bevor es Privatkonkurrenz gab.

 

Für mich gehört Kochen auch zu den Künsten, weil es einem erlaubt, seine Kreativität täglich auf die schönste Art auszuleben.

 

Ich bewirte sehr gerne Gäste, wenn auch nicht so oft, wie ich es gerne hätte. Ich liebe den langen, langsamen Genuss, punktiert von intelligenten Gesprächen unter Freunden.

Das ist herrlich!

 

So, Mission erledigt.

Es gibt noch einige Blogger, die ich hier verlinken will, um sie ein wenig anzustupsen:

Bibi von fructifaction

Tanja von suessundherzhaft

hellawahnsinn-ein Blogprojekt

LunaUmbra, weil sie immer so nett begeistert ist von meiner Kocherei 🙂

Noemie’s foodstory

und, um noch einen Kerl mit dabei zu haben, über den ich mehr wissen möchte:

michaelmagwein

Ich hoffe, alle wurden gerne nominiert und machen schön mit 🙂