Französische Landschaft


Ich war schon relativ oft in Frankreich. Es ist vielleicht das Land, das ich am meisten mag, außer dem, in dem ich lebe (Schleimwarnung). Da ich es nicht gerne zu heiß mag, bin ich meistens nicht zu weit im Süden zu finden, obwohl es dort natürlich auch schön ist, sondern mehr im Rest. Gegenden, die es mir besonders angetan haben sind das Burgund, das Perigord, die Bretagne, die Normandie und natürlich Paris und die nähere Umgebung. Nicht unerwähnt soll das Elsaß sein, das wird oft vergessen, weil wir direkt vis-a-vis wohnen.

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr genau daran erinnern, wo diese Landschaft lag, aber ich glaube es war die Strecke vom Jura in Richtung Besançon und weiter ins Burgund.

Es ist ein Bild, das die Abendstimmung versucht, wiederzugeben, die 15 Minuten, in denen das Licht schwächer wird und die Farben verschwinden. Es sind die Minuten in denen unsere Augen von Farbe auf Schwarz-Weiss umstellen.

Manchmal gibt es ein ungewöhnliches Licht, wie die grünen Töne hier. Die Landschaft hier ist nicht ungewöhnlich. Die Strecke ist leicht abschüssig, man sieht die Begrenzungen am Strassenrand und auch den Mittelstreifen. Die Strasse ist leer, es gibt keinen Verkehr, die Ebene deutet sich im Hintergrund an.

 

 

Das Bild wurde auf einen Ölkarton gemalt, den man für schnelle Ölskizzen benutzt. Ich hatte eine Vorskizze in blau gemacht und relativ fettig (mit viel Leinöl verdünnten Ölfarben) nass in nass gemalt.

Die Technik nennt sich alla prima und bedeutet „auf ein Mal“ statt in Schichten zu malen, was die andere wichtige Technik in der Ölmalerei ist.

Die Arbeit hat eine Größe von 34×27,5 cm und stammt aus dem Jahr 1985.

Toto/Not Kansas


Heute will ich ein Bild zeigen, daß die Wichtigkeit des Titels betont. Das ist nicht das erste Mal, daß ich darüber schreibe.

Paul Klee, einer der Künstler, die ich am meisten schätze, ließ sich unter anderem sehr lange Zeit einen Titel zu finden. Dabei sind dann aber geniale Wortschöpfungen entstanden wie „die Zwitschermaschine“, eine kolorierte Zeichnung, die Vögel zeigt, die auf einer Art von Welle sitzen, an deren Ende sich eine Kurbel befindet 🙂

Soweit die klassische Moderne. Es zeigt sich, daß eine gewisse Poetik den Geist animiert, Assoziationen zu bilden, auf die man nicht ohne Anregung gekommen wäre.

Bei meinem Bild ging es zuerst um die Maltechnik. Es ist ein Bild, das aus mehreren Farbschichten besteht. Es sind wieder einmal Acrylfarben, die zum Einsatz kamen, die immer wieder verdünnt über tiefere Schichten aufgetragen wurden und so den Grund veränderten. Dadurch, daß die Farben dünn aufgetragen wurden, sieht man den Hintergrund recht gut durchscheinen. Man kann das besonders gut am Bildrand sehen. Besonders interessant finde ich den irisierenden Effekt, der beim Hintergrund entsteht, weil die Farben sparsam aufgetragen werden und erlauben, durch die Farben durchzuschauen, was eine Räumlichkeit herstellt.

Ganz anders das Gebilde im Mittelgrund. Hier ist es eine pastose Malerei, die aufgetragen wird. Das konnte erst passieren, nachdem der Hintergrund ganz trocken war, damit da keine unbeabsichtigte Vermischungen passieren. Ich habe zuerst dunkle Farbe genommen und sie zur Mitte hin mit hellerer Farbe aufzuhellen. Durch die Strichführung erkennt man auch die unterliegende runde Struktur der Form.

Diese Form stellt einen Tornado dar. Darüber gibt es eine Form aus Dreiecken, die Dreidimensionalität auch ein bißchen nachzeichnet. Ideengeber dafür sind die geodesischen Konstrukte von Buckminster Fuller, ein Architekt, Städteplaner und Visionär, der Mitte der 60er Jahre eine Kugel aus Sechsecken formte, die beliebig miteinander verbunden werden konnten, um Wohneinheiten zu bilden.

Sie gelten als eine Weiterentwicklung der modularen Architekturansätze des Bauhaus und beinhalten auch starke Recycling Ansätze. Die Verbindung zwischen seinen Sechsecken und meinen Dreiecken ist der dreidimensionale Ansatz.

 

Jetzt kommen wir zum Titel. Die Musikredakteure unter meinen Blog-Lesern schmunzeln entweder oder fassen sich an den Kopf 🙂

Zuerst einmal ist der Titel eine Verbeugung in Richtung L. Frank Baum, dem Autor des „Wizard of Oz“, allseits bekannt als komplexes Kinderbuch oder auch als Musical, wahlweise mit Judy Garland oder auch Diana Ross in der Hauptrolle. Hier ist Toto der Name des Hundes, der von Dorothy gesucht wird. Kansas bezieht sich auf den Satz den Dorothy äussert, nachdem sie nach der Landung des Hauses nach dem Flug im Tornado merkt, daß sie sich anderswo befinden „We’re not in Kansas anymore“

Die zweite Bedeutung ist etwas für Artrocker aus den späten 70er Jahren. Beide Namen, Toto und Kansas sind Namen von sehr bekannten Bands der Siebziger und Achziger Jahre (wobei Toto die jüngere Band ist und auch noch in den Neunzigern aktiv war. Wer die Bands kennt, weiss auch um deren Unterschiede. Kansas war eine sehr erfolgreiche Band, die dem Art- oder Prog- Flügel des Rock zugeordnet wird, Toto hingegen war eine Hitmaschine aus Kalifornien, die mit hochkarätigen Musikern bestückt war, die auch viel bei anderen Musikern im Studio mitgeholfen haben. Sie spielten sehr radiotaugliche Musik, aber mit viel Druck, die mit Rock identifiziert wurde.

Dieser Hinweis hat eigentlich mit dem Bild an sich wenig zu tun, die Doppeldeutigkeit fügt aber eine gewisse „whimsy“ (Laune, Grille, Schrulle) zum gesamten Werk.

Die Arbeit ist 21×32 cm groß und mit Acrylfarben auf einen Karton gemalt worden. Es wurde 2014 fertiggestellt.

 

Acrylstillleben


Der Titel des heutigen Bildes ist doppeldeutig: Einerseits ist es ein Bild, das mit Acrylfarben gemalt wurde, andererseits handelt das Bild von den Tuben, in denen Acrylfarben aufbewahrt werden.

Es ist ein Stillleben, wie ich sie schon oft gezeichnet oder gemalt habe, einfach ein schnelles Abbild einer Anordnung auf dem Ateliertisch.

 

 

Die Flaschen sind in Blau-Grün-Weiss gehalten. Es gibt eine einzelne Flasche, eine Gruppe von Flaschen und auch eine liegende Flasche. Dazu gibt es eine Dose und ein kleines Fläschchen.

Der farbige Hintergrund besteht aus drei Flächen, alle in Grün in Varianten gehalten. Er bildet eine dreidimensionale Geometrie, die trotz farblicher Ähnlichkeit einen Kontrast zu dem Rund der Flaschen bildet.

Hinter dieser Ebene befindet sich noch eine andere Ebene: die der Umzeichnung des Kopfteils der Flaschen. Sie besteht aus einer Straffur, die ich mit Kugelschreiber ausführte.

 

Die Arbeit hat eine Größe von 21×32 cm. Sie wurde mit Acrylfarben ausgeführt und mit einem Kugelschreiber vollendet. Sie stammt von 2013.

Garden Water and Light


Das heutige Bild gehört zu den atmosphärischen Arbeiten der letzten Jahre zu denen auch die Squids gehören.

Dieses Bild zeichnet sich aus durch rhythmische Wiederholung, farbliche Zurückgenommenheit, und die Thematik, unter die viele meiner Arbeiten fallen: Wasser und Licht

Hier arbeitete ich wieder einmal mit Acrylfarben, wobei bei diesem Bild das Übermalen mit nur leicht deckenden Farben wichtig war, um eine gewisse „Patina“ zu erreichen.

Das Bild ist in blau-grünen Tönen gehalten, die mit Weiss aufgehellt und durch die gelben Bereiche hervorgehoben werden.

Die Formen sind ambivalent gehalten und sollen nur ein Anstoss für die Phantasie sein: Die Kreise könnten Pflanzen sein, oder auch Luftblasen. Die dunklen Vertikalen könnten Pflanzenstängel sein oder auch nur aufsteigende Linien. Das Gelb steht zwar auch für Licht, bildet aber auch den Kontrast zu Wasser/Pflanze, um eine positive/leuchtende Seite zu bieten.

 

Die Arbeit hat ein Maß von 21,5×32 cm. Ich benutzte Acrylfarben und malte auf einem Mixed Media Papier, das vorher mit Gesso grundiert wurde. Das Entstehungsjahr ist 2014.

Stadt Land Fluss


Heute gibt es ein Landschaftsbild, hatten wir ja ein paar Tage nicht. Das Bild entstand im Atelier. Es handelt sich um eine Ansicht des Stadtteils Eutingen, den ich schon mit „Enz bei Eutingen“ darstellte.

Bei diesem Bild ging es um den Ductus, also die Malweise/Technik, die die Arbeit definiert. Alles ist sehr grobschlächtig angelegt. Teilweise sind die Farben mit einem kleinen Spachtel aufgetragen, teilweise war es mein Finger oder auch der Daumen. Es gibt in Eutingen keine Hochhäuser, aber Industrieanlagen wie in ganz Pforzheim. Die stehen mitten in der Stadt und stören niemanden, weil damit wird schliesslich Geld verdient. Die meisten Firmen in Pforzheim haben eine „mittelständische“ Größe, ein weiter Begriff, der zwischen ein paar Mitarbeitern und ein paar Hundert schwankt. Hier sind es im Zweifel immer ein paar weniger, dafür sind sie gut ausgebildet 🙂

Jedenfalls hat die Ansicht Eutingens ein Bild von kleinen Häusern, die unterbrochen wird von großen, gleichförmigen Flächen, das dann die (Metallverarbeitungs)anlagen sind. Hier hab ich mir größere künstlerische Freiheit erlaubt und mehr Gebäude in die Vertikale geschickt, als es in Wirklichkeit gibt. Wichtiger ist eh‘ das Spiel mit Primär-, Sekundär-, und Tertiärfarben, die für mein Gefühl gut und vor allem dynamisch angelegt sind.

Das grün-orange Kreuz im linken Vordergrund, gefolgt von dem rot GELB und Blau und wieder ROT rechts davon – man bräuchte fast keine Stadt darüber, oder?

Aber die gibt es, und die meldet sich, durch die Atmosphäre, in eher getragenen Farben, Mischfarben, Tertiärfarben eben.

Dahinter ein Himmel, unruhig, wolkig, aber noch sommerlich. Der Raps blüht. Die Ernte steht ins Haus.

Der blaue Fluss fließt, wo er immer schon floss.

 

Die Arbeit ist von 2013. Das Maß beträgt 23×31 cm, das Papier ist ein Karton für Mischanwendungen, das Medium ist Acryl.

Bühne/Theater


Die Bühne ist vom malerischen Gesichtspunkt aus gesehen ein schöner Rahmen, um ein Schauspiel in Szene zu setzen.

Kulturschaffende sollten ja den Künsten im allgemeinen aufgeschlossen sein, aber dem ist nicht so. Weder bei mir, noch bei vielen anderen Kunstschaffenden.

Bei mir ist es besonders schlimm: Ich unterteile die Künste in drei Kategorien- Top-So Lala-Interessiert mich nur, um ein Kreuzworträtsel zu lösen.

Zu Top gehört Malerei, Skulptur, Musik, Literatur. So Lala beinhaltet Musical, Ballett, Film, Ikebana, Origami. Die letzte Kategorie ist reserviert für Theater, oder schlimmer, Komödienstadel und Fernsehen. Ach ja, Videoinstallationen, die zur neuen Kunst gehören langweilen mich auch. Da hab ich lieber Zahnschmerzen.

Warum ist das so? Keine Ahnung. Ich weiß nur, daß ich als Jugendlicher ein, zwei Stücke gesehen habe, die mich begeisterten, aber als ich kunstbeflissen als Kunstschüler ins Mannheimer Nationaltheater ging, bin ich bei Maria Stuart/Schiller eingeschlafen, nachdem ich fast eine halbe Stunde kein Wort verstanden hatte. Das wurde auch nicht besser.

Ganz schlimm war, später in einer Wohngemeinschaft zu wohnen, in der ein Requisiteur (und später ein Bühnenbildtechniker) und eine Balletttänzerin wohnten.

Natürlich waren viele Gespräche aufs Theater ausgelegt. Die paar Male, wo ich mit dabei war, konnte ich an einer Hand abzählen. Es gab zwar auch gute Momente einer Aufführung, aber meistens wäre ich lieber anderswo gewesen, zum Beispiel in einem Blues- oder Jazzclub 🙂

Ich hab mir Gedanken gemacht, was mich an diesen Medien stört. Wohlgemerkt: Mich. Theater und Fernsehen sind visuelle Medien, bei denen Zeit zwischen Anfang und Ende vergeht. Während dieser Zeit müssen eine Menge Menschen unter Leitung eines Einzelnen versuchen, dessen Willen umzusetzen. Dabei kann alles Mögliche schiefgehen. Mir geht es regelmässig so, daß ich mich für Szenen, egal ob Film oder Theater, regelrecht fremdschäme. Ich kann es nicht ertragen, das Ende oder die peinliche Szene vorauszuahnen. Ich möchte die Protagonisten anschreien:Tut es nicht! Es führt ins Verderben! Und so kann man natürlich keine Tragödie ruhigen Herzens geniessen.

Musik gibt mir die Gelegenheit, in eine Welt ohne Bilder einzutauchen und mir meine eigene Vorstellung zu machen. Bei den bildhaften Künsten vergeht nur beim Betrachten Zeit, aber das Werk ist schon fertig, es liegt also an mir, Zeit zu investieren.

Literatur hat mich mein Leben lang begleitet. Es ist eine schwierigere Disziplin, aber ich bin regelmässig begeistert ob der Vielfalt der Stimmen (der Schreiber).

Vielleicht hat meine Liste auch etwas damit zu tun, daß Kunst, Literatur und Musik in ihrer Schaffensphase einsame Disziplinen sind, Theater, Musical, etc. aber nicht. Sie leben von Proben und Konsensbildung.

Nachdem ich also genügend das Nest beschmutzt habe, zeige ich eine Szene, ganz allgemein gehalten und eingerahmt von einer Bühne 🙂

 

 

Die Arbeit wurde auf einem Multifunktionskarton gezeichnet. Es sind Ölpastelle, die hier hauptsächlich zum Einsatz kamen. Unterstützend wurden Linien ausgekratzt. Der Unterschied zwischen den intensiven und den pastellartigen Bereichen wurde damit hergestellt, das ein Teil der Farben/Flächen mit Terpentin angelöst und verdünnt wurden. Die Bühne ist grob angedeutet, die gelben, roten und blauen Punkte stehen für den „Zauber“, andere sagen das Chichi, das auf der Bühne entfacht wird und so vielen Menschen gefällt. Das Maß beträgt 23,5x 31,5cm.

Atelierstillleben mit Clown


Die andere wichtige Art zu einem Bild zu kommen ist immer wieder das Abzeichnen. Wenn ich nicht wusste, was zu malen, zeichnete ich etwas ab, einen Aschenbecher, eine Papiertüte, egal was, kein Sujet zu unwichtig, es abzuzeichnen. Die eigene Bildsprache bildet sich mit der Zeit von selbst heraus, auch wenn man anfangs glaubt, in vielen Sprachen zu sprechen.

Ich habe in den vielen Jahren, in denen ich male immer versucht, einen Platz zu schaffen, an dem ich Farben, Stifte und andere Materialien ausbreiten kann, damit ich möglichst spontan arbeiten kann.

Als ich das erste Mal vom Elternhaus wegzog, leistete ich mir sogar mit einer Kommilitonin eine Atelier mit 2 Räumen, allerdings ohne Heizung oder Wasseranschluss.

Das war aber leider nicht haltbar.

Je nach Wohnsituation gab es mal mehr und mal weniger Platz. Ich finde wichtig, daß Malutensilien geordnet und greifbar sind, aber dazwischen darf ruhig auch anderes stehen. Zum Beispiel Dinge, für die man noch keinen richtigen Platz gefunden hat, oder eben auch mal eine Bierflasche, die man während der kreativen Arbeit getrunken hat.

Und so ist das folgende Bild entstanden. Es war auf der Tischplatte gestanden, auf der meine Malmaterialien auch stehen. Ich schaute es ein paar Mal an und dachte dann, daß es ein gutes Motiv abgeben würde.

 

Das Bild ist ausnahmsweise kein Bild mit Acrylfarben, sondern eines mit Ölfarben. Mir gefiel, es in Grautönen auszuführen. Die einzelnen Objekte sind eigentlich klar zu erkennen: Links eine Flasche Beck’s, mittig eine Dose amerikanisches Gesso, davor ein Grundierpinsel, rechts davon ein Wasserglas mit einweichendem Pinsel. Dahinter eine Schachtel auf dem die Figur eines Clowns steht (er war aus Keramik und bunt bemalt).

Die blaue Umrandung der Objekte ist eine Art Verbeugung an die „Aura“, die um alle Menschen liegen soll 🙂  Hier ist es mehr ein Spiel mit dieser Idee, frei nach einem Nebensatz einer meiner Musikheldinnen aus der Zeit, Nina Hagen. Im Lied „Herrmann hiess er“ (ein Stück über ihren damaligen Freund Herrmann Brood) heißt es „…das wahre Leben, wo die Geister schweben, ist für Herrmann lebenswert, alles andre ist für ihn verkehrt…“ Sie beschreibt die vielen Drogen, die er konsumiert, um sensibel zu sein und kritisiert, daß er nichts nüchtern empfindet.

Die blauen Umrisse sind wie Watte, die Gegenstände einpackt und sie so vor der direkten Erfahrung „schützt“. Oder aber es existiert vielleicht ein Schutzwall zwischen der Realität der Gegenstände und der Wahrnehmung: Das wahre Leben, wo die Geister schweben, eben.