Squid walking


Heute gibt es wieder einen Squid. Es ist eine Arbeit, die mir persönlich gut gefällt, weil sie sehr zurückgenommen ist, und dadurch der Figur mehr Raum gibt, Wirkung zu entfalten.

Die Farben (wieder Acryl) werden sehr sparsam aufgetragen, fast wieder weggekratzt. Sie sind so rein, wie sie nur sein können, nur pur aus der Tube, höchstens am Rand gemischt.

 

Ich habe die Umrisse mit Bleistiften verschiedener Stärke gezeichnet. Die Hauptlinie, die der Landschaft, wurde mit einem 4B Bleistift gezeichnet. Die Figur des Squid hingegen brauchte eine 2H Mine.

Hinter dem Blau des Himmels sieht man auch nochmal Linien, die grob andeuten, wo das Blau hinsoll. Das belebte des Blaus kommt davon, es so weit und dünn wie möglich zu verstreichen.

 

Der Squid ist offensichtlich hurtig unterwegs. Kein Wunder, befindet er sich mitten in einer Dünenlandschaft und somit aus seinem natürlichen Element. Man kann nur hoffen, daß er in die richtige Richtung geht und der Weg nicht mehr so weit ist. Ganz unten deutet sich ein fast violetter Streifen an – vielleicht die Rettung?

Das Bild ist voller Bewegung, angefangen von der bewegten Landschaft, zu dem schreitenden Squid bis hin zu dem huschenden Blau.

Die Arbeit misst 21x 29.5 cm, das Passepartout ist 40×50 cm groß.

„But their book says: burn and destroy those unbelievers on the other side…“


Was ich heute zeige, ist wieder eine Landschaft. Sie fügt sich ein in die vielen Phantasie-Landschaften, die eher Ausdruck von Innerem als Darstellung von Äußerem sind.

Somit stellt sie keine reale Landschaft dar. Gleichwohl könnte es sie irgendwo auf der Welt geben.

Viele Kunstschaffende lassen sich von den anderen Ausdrucksformen oder  Künsten beeinflussen. Oft gibt es ganz wunderbare Ergebnisse, wenn sich Künstler voneinander beeinflussen lassen. Ich bin schon immer stark an Musik interessiert gewesen. Da ich auch beim zeichnen gerne Musik höre, konnte es nicht ausbleiben, daß die Musik/der Text sich auf die Arbeit niederschlagen.

Der Titel ist vielleicht irreleitend, deshalb ein paar Worte dazu:

Das Teilzitat ist von „Dumb all over“, einem wegweisendem Lied/Rap vom Album „You are what you is“ von 1981. Der ganze Text lässt sich hier nachlesen.

Der Text ist in Anbetracht der politischen Entwicklung der letzten 16 Jahre (eigentlich länger) ziemlich visionär. Er beschreibt die Situation, in der Fanatiker der großen Religionsgemeinschaften zum Krieg gegen den religiösen Gegner aufrufen, wobei beide Seiten sich (natürlich) auf das jeweilige „heilige“ Buch beziehen. Er kommt zu dem Schluss, daß wir uns dumm verhalten, und, weil das Buch behauptet, wir seien in seinem Antlitz erschaffen, folgt daß wenn wir dumm sind, muss es Gott ebenfalls sein (und vielleicht noch häßlich dazu) -„Dumb all over and a maybe little ugly on the side“

Ich bin ein großer Zappa Fan und mochte schon immer seine politischen Kommentare. Ich möchte zwar niemandem zu nahe treten, wenn es um seinen Glauben geht, ich habe es aber auch nicht gern, wenn religiöse Gruppen Sonderregeln für sich in Anspruch nehmen wollen. Das gilt für alle Religionen – ich bin nicht religiös und betrachte zuviel Religion als eine Gefahr für ein demokratisches Staatsgefüge.

Aber genug davon.

Die Landschaft zeigt eine flache Ebene, über der sich große giftige Wolken aufbauschen. Es scheint auch einen Punkt zu geben, von der die Wolken aufsteigen. Hier brennt es.

Die Farben des Aquarells sind in schmutzigem Grün/Grau gehalten, mit Farben wie Braunrot und Ocker, die den erdigen Eindruck verstärken.

 

Die Diagonalen ziehen das Auge des Betrachters an den Punkt, wo sie sich treffen – der Brandstelle. Für mich geben die Farben den ominösen Ton des Textes wieder und übersetzen den Text in diese (Farb)stimmung. Das gelb-braune Feld im Vordergrund stellt ein bebautes Feld dar, das klar macht, daß es sich nicht um braches Land, sondern um eine Kulturlandschaft handelt.

Die Arbeit ist ein Aquarell, das ohne Grundierung auf ein Studienblockpapier gemalt wurde. Das Bild hat eine Größe von 31×23 cm, das Passepartout hat eine Größe von 40×50 cm.

Landschaft, Mensch – Druck


Drucke hab ich bisher nicht vorgestellt. Ich habe auch nicht viele gemacht, weil es einen technischen Aufwand erfordert. Und das bedeutet, daß man jemanden kennt, mit Druckpressen, oder an einer Akademie ein und aus gehen kann, oder viel Geld hat oder sehr kleinformatig unterwegs ist.

Mein Lehrer war ein Meisterlithograf, der aber auch Radierungen aller Art und großformatige Holzschnitte anfertigte.

An einem Nachmittag kam ein Mann, der uns eine Technik erklärte, die er entweder erfunden oder entscheidend popularisiert hatte. Eine Art von Einzeldruck, der mit einem Falzbein, einem glatten messerartigen Gerät aus Hartplastik, das dem Elfenbein nachempfunden wird, durch“gedruckt“ wird.

Um es kurz zu erklären: Man nimmt eine Papp-Platte und klebt weitere Elemente aus Pappe oder auch Papier oder Karton oder eben auch Schnur oder ähnliches auf die Grundplatte. Die wird, nachdem der Papierkleber schön durchgetrocknet ist, mit Schellack verschlossen. Dadurch kann die Pappe nicht durch die Druckfarben aufweichen.

Die Druckplatte wird dann zuerst mit Druckerschwarz (echte Druckerfarbe, also nur löslich mit lösungsmittelhaltigen Mitteln) überzogen. dann abgezogen oder gereinigt (aber ohne Lösungsmittel – es geht darum, einen Rest zu lassen, der sich beim Druck zeigt und ihm Tiefe gibt. Dann trägt man dünn verschiedene Farben auf. legt ein gewässertes Druckbütten darauf, ein weiteres Blatt, damit beim durchreiben das Bütten nicht Schaden nimmt, und reibt dann jeden Quadratzentimeter gewissenhaft und mit viel Druck langsam durch. Dazwischen kann man immer eine Ecke anheben, um den Fortschritt zu beäugen.

Das Schöne an dieser Technik ist, daß es Unikate produziert, was dem Druckprozess eigentlich komplett entgegensteht. Ich gebe aber gerne zu, daß ich von diesem Sujet 4 oder 5 Abzüge gemacht habe, nicht mehr, weil es sehr arbeitsintensiv ist.

Hier ist die Druckplatte, die wie man sieht, schon ein paar Farbaufträge hatte. Man sieht auch sehr schön, wie sie aufgebaut ist, kann genau erkennen, was aufgeklebt wurde.

 

Ich versuchte, eine abstrahierte Landschaft darzustellen. Die gelbe Diagonale links vorne, die Perspektive andeutet, das Rechteck dahinter, das für eine Fläche steht.

Der Stab steht bei mir für den Menschen, der allerdings umschlungen ist von Seilen, von denen er sich nicht befreien kann. Er steht unter einem Dach/Brücke, die allerdings nirgendwo hinführt.

Es gibt ein Fenster, das darauf hindeutet, daß es bewohnt ist oder zur Überwachung benutzt wird (der Kontrast Schutz/Überwachung). Die zaunähnliche Formation bedeutet für mich die Menge an anderen Menschen, die mit dem Einzelnen Beziehungen haben (und auch gebunden sind von Fesseln).

Über der Brücke schwebt eine Wolke, und an der vertikalen Strebe der Brücke lungern weitere Stäbe abseits des Hauptgeschehens herum. Zwischen die beiden wurde ein Keil getrieben. Sie stehen für weitere wichtige Kontakte, allerdings mit schlechtem Einfluss.

Ich hab ehrlich gesagt nicht lange überlegt, bevor ich meine Formen ausgeschnitten und aufgeklebt habe. Aber ich war nach dem Druck des ersten Blatts sehr zufrieden damit.

Heute, mit 35 Jahren Abstand, sehe ich, daß ich meine Auffassung der Welt und der Menschen damals auf diese Art darstellen wollte: Die Conditio humanae -das menschliche Schicksal.

Hier der erste Abzug:

 

Man kann sehen, daß das selektive starke Reinigen verschiedener Teile der Platte dazu führte, daß es weisse Flächen, die im Gesamtbild natürlich gestalterisch eine Rolle spielen.

Man kann auch gut erkennen, daß der Farbauftrag anders als bei anderen Druckverfahren nicht homogen aufgetragen wird/werden kann. Das halte ich eigentlich aber für eine interessante Variante zu den üblichen Druckerzeugnissen, seien sie Radierungen, Lithos oder Holzschnitte.

Der Druck entstand 1981, während ich noch auf der Schule war. Der Druck hat die Größe von 35×25 cm, das Passepartout hat die Größe von 50×60 cm.

 

 

Enz bei Eutingen


Nach dem längeren Post gestern, der irgendwie immer größer wurde, will ich heute kurz und knapp eine weitere Landschaft zeigen. Diese Landschaft gibt es, es ist der Blick auf Eutingen, einem vorgelagerten Stadtteil Pforzheims, wenn man von der Autobahnabfahrt und Richtung Stadt fährt. Ich habe alles weggelassen, was mich von den Hauptlinien abgelenkt hat, also auch alle Gebäude. Das wichtigste für mich war der Flusslauf der Enz, einer der drei Flüsse, die durch Pforzheim fliessen.

Man sieht im Hintergrund die Erhebungen. Pforzheim liegt am Fuß des Nordschwarzwaldes und hat teilweise starke Erhebungen. Die im Bild ist allerdings auf der anderen Seite und ist der letzte Hügel des Kraichgaus 🙂 . Vor der Enz liegen Felder, die zur Strasse hin liegen. Die beiden dunkelgrünen Elemente oben und an der Enz stehen für Wald/Bäume. Man kann in der rechten Seite der gelben Fläche eine hellere Fläche sehen, sie zeigt den Sonneneinfall an.Wenn man der gelben Fläche direkt links davon am oberen Waldsaum folgt, kann man das Heben und senken der Landschaft nachvollziehen.

 

Die Arbeit ist wieder auf grundiertem Aquarellpapier angelegt, auch wieder mit Acrylfarben gemalt. Das Bild hat eine Größe von 27,5×19,5 cm, das Passepartout ist 40×50 cm groß. Das Entstehungsjahr ist 2013 gewesen.

Squid Decor


Heute zeige ich ein frühes Squid Bild. Es ist sehr ornamental und hat dazu einen Malmittelauftrag der perlierend ist, schimmernd wie Perlmutt.

Im Zentrum der Squid, der auch noch kleine Wimpern als Dekoration hat. Im Hintergrund die große rhythmische Show an Farben und Rhythmen.

Der Squid ist ein Dandy, er erfreut sich daran, Teil der großen Dekoration zu sein.

 

 

Ich weiß, es ist ein großer Gedankensprung, aber es gab schon Mal ein Bild, das eine perlende Rhythmik im Vordergrund hatte (Naja, fast im Vordergrund, aber jedenfalls Aufmerksamkeit heischend).

Ein Pointillist, eine Unterabteilung der Impressionisten – Paul Signac: Opus 217

Signac ist sich ebenfalls nicht zu schade, ein Bild zu malen, das sich auf die dekorativen Elemente beruft und sonst kaum (die Blume) andere Elemente hat, die das Werk mit tieferer Bedeutung füllen. Tatsächlich ging es um die Technik, das Aneinanderreihen von reinen Farbpunkten (rot, gelb, blau), die im Auge des Betrachters zu einem anderen Farberlebnis zusammenkommen. Er hat auch ein wenig geschummelt, weil Weiss dabei ist. Es handelt sich um ein Portait von Félix Fénéon, einem Kunstkritiker, Anarchisten und Verfechter der Pointillisten. Er prägte den Ausdruck Neo-Impressionismus. Insofern hat die Arbeit durchaus einen tieferen Sinn 🙂

 

 

Das „Opus“ von mir ist 2013 entstanden und wurde wie einige anderen Arbeiten auf grundiertes Aquarellpapier gemalt. Es waren Acrylfarben, die ich benutzte, wobei auch Effektverlängerer zum Einsatz kamen.

Die Arbeit hat eine Größe von 20×26,5 cm, das Passepartout ist 40×50 cm groß.

 

Hornbogen


Heute habe ich ein weiteres Saxofonbild im Gepäck. Es handelt sich um eine Detailaufnahme eines Saxofons, das ich dann zeichnete.

Das Foto gehört zu meinen Lieblingen der Serie, es hat eine schlichte Eleganz durch die zurückgenommene Farbigkeit.

 

Ich habe eine Zeichnung mit Zeichenkreiden daraus gemacht. Die Zeichenkreiden, die ich benutzte gibt es in einer Sortierung verschiedener Braun, Ziegelrot (Rötel), Weiss, Grau- und Schwarztönen.

Es macht mir richtig Spass, mit diesen Kreiden zu zeichnen, weil sie einen großzügigeren Strich erfordern und ein deutliches Ergebnis bewirken.

 

Die Arbeit misst 27,5×33,5 cm. Das Passepartout hat die Größe 50×60 cm. Das Papier ist ein normaler Bogen eines Studienblocks.

Man kann sehen, daß man die Kreiden verschieden einsetzen kann. Man kann sie wie Bleistifte ansetzen oder auch flach benutzen, um flächigere Strukturen zu bekommen.

Es gibt auch eine Art von Radier- oder Wischstift aus Pappe, den man zum verwischen benutzen kann, den ich hier aber nicht eingesetzt habe.

 

 

Owl


Heute zeige ich wieder etwas ganz anderes, aber etwas, was die meisten kennen müssten – im Kindergarten und in der Grundstufe macht man öfter eine Wachsuntermalung und gibt eine zweite Schicht Wachsmalstift- oder Ölpastellkreiden darüber. Dann kann man die obere Schichicht wieder abkratzen. Die Technik nennt sich Sgraffito und kommt eigentlich aus der Wandverzierungstechnik, wird aber auf verwandte Techniken übertragen. Ich hab das schon in der Schulzeit gerne gemacht; es hat was, Verdecktes zu offenbaren, vor allem, wenn es Farben sind, überraschend und ungewöhnlich.

 

Zum Sujet – Meine Mutter sagte ihren Bekannten und Freunden, dass sie Eulen sehr schön fände. Das war, als sie in ihren 30ern war. In ihren 50ern sagte sie mir dann einmal, dass sie soviele Eulen jeder Art geschenkt bekommen hatte, daß sie keine mehr bräuchte 🙂  Es gab in unserem Haushalt tatsächlich jede Menge Eulen, gezeichnet, als Skulptur und sogar als Metallskulptur mit ausgeschnittenen Augen.

Diese hier hab ich zwar gemacht, als sie noch lebte, aber es war eher eine Inspiration oder Idee, die aus unserer gemeinsamen Vergangenheit kam. Darunter sichtbar ist die Doppel-Acht oder auch das Karo in der Mitte, also eine geometrische Figur, die das Skelett der Zeichnung ausmacht.

Die Farbgebung und die Laune (whimsy) sind für mich Ausdruck der 50er Jahre (auch wenn ich sie nur ganz am Rande miterlebt habe). Wenn man die Nachkriegskunst speziell in Europa betrachtet (ich meine die Kunst der späten 40er und 50er Jahre), wird man die disparaten Farben und Formen (the jangling shapes) und andere Veränderungen gegenüber sogar den expressionistischen Ergüssen der 20er und frühen 30er Jahren bemerken.

Ich finde, meine Eule schaut den Betrachter aufmerksam und neugierig an. Die Arbeit durchbricht die Geometrie und schafft eine Verbindung zum Betrachter.

Medium war ein normales Studienblockpapier, Technik war der Auftrag in verschiedenen Schichten von Ölpastellen. Größe kann ich nicht mehr sagen, weil sich das Original nicht mehr in meinem Besitz befindet.

Ich hoffe, die Besitzerin hatte nichts gegen die Veröffentlichung 🙂  Entstehungsjahr ist 1987.