Cannelloni


Ich will schon seit Jahrzehnten Cannelloni machen. Ich hatte sogar schon richtig große Pasta, bin aber dann umgezogen, bevor ich Gelegenheit hatte, den Plan umzusetzen.

Heute aber sah ich eine kleine Kiste und die alte Geschichte fiel mir wieder ein. Da ich keine andere zündende Idee für ein Abendessen hatte, entschied ich mich für die Cannelloni.

Nachdem ich das Rezept auf der Seite des Kartons gelesen hatte, wusste ich, das es dieses Rezept nicht werden würde – es benutzte 400 ml Milch mit einer ganzen Tube Tomatenmark, um die Sauce zu machen. Für mich keine Option.

Also variierte ich das Rezept. Eigentlich ist das ja kein Problem – in der italienischen Tomatenküche gibt es eh feste Grössen.

 

400 g Rinderhack

2 Dosen Datterini von Mutti, mit dem Zauberstab püriert

Kräuter: Thymian, Rosmarin getrocknet, Salbei, Basilikum frisch

1 große Zwiebel, 3 Knoblauchzehen, 1 Karotte, 1 Selleriestange, beides in kleinen Würfeln

7 cm Tomatenmark, Wasser, Wein,

 

Das Hack anbraten, salzen, pfeffern und Chili nach Geschmack dazugeben. Zwiebeln, Knoblauch und Gemüsewürfel dazugeben und ebenfalls anrösten. 1 Dose pürierte Datterini dazugeben, Trockenkräuter dazugeben, köcheln, bis alles durchgegart ist und trocken wird.

Hitze ausschalten und etwas abkühlen lassen, dann in die trockenen Cannelloni einfüllen. Bei mir hat das am besten geklappt, indem ich die Zylinder senkrecht in die Pfanne stellte und mit einem kleinen Eierlöffel die Masse von oben einfüllte. Das ging dann ganz fix. Jede gefüllte Cannelloni dann in eine feuerfeste Form legen, Zylinder an Zylinder, bis die Form ganz voll ist. Bei mir blieb vielleicht noch 70 g der Fleischmischung in der Pfanne übrig, die erhitzte ich mit dem Tomatenmark, und gab erst Wasser und dann die zweite Dose pürierte Tomaten und einen Schluck Wein dazu. Nachdem die Mischung wieder heiß und abgeschmeckt war (einen Teil des Basilikums pürierte ich in die zweite Dose Tomaten), gab ich sie über die Cannelloni.

Die kamen für knapp 35 Minuten in den Ofen (bei 180 C). Dazwischen schnitt ich eine Rolle von 250 g Mozzarella (leider kein Mozzarella di Bufola) und legte sie über der ganzen Fläche aus. Darüber kam dann noch eine schöne Schicht Parmesan…göttlich.

Andere Menschen argumentieren, daß ein solches Essen immer den gleichen Geschmack bringt und langweilig ist – hier gab es Crunch und Abwechslung durch die Gemüsewürfelchen, die auch zum Geschmack beitrugen, aber auch der Schmelz von Käse über der Sauce. ich hätte das ganze Ding essen können, um mich danach 2 Tage krank zu melden. Ich fand gottseidank im letzten Moment meine Selbstbeherrschung wieder und habe stattdessen 2 Portionen einfrieren können.

Ein Teil von mir trauert um die vielen Jahre, in denen ich es nicht für notwendig gefunden hatte, Cannelloni zu machen 🙂

 

 

 

 

 

7 Kommentare zu “Cannelloni

  1. Ich nehme dann die eingefrorenen Portionen 😂

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  2. hotfox63 sagt:

    „Was ich meine, ist, dass schwierig ist zu
    beschreiben, wie gut Cannelonis schmecken, die heiss,
    leise zischend, auf heissen Tellern nach einiger

    Zeit Wartens in den grossen, kalten Saal gebracht werden,
    wo die Spiegel abgeblättert sind und der Gasofen nicht
    sehr wärmt, und es ist gut, sich gut zu fühlen.“

    Aus „Canneloni in Olevano“ von Rolf Dieter Brinkmann

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Alex 🙂 ich muss sagen, wenn ich deine Beiträge lese, dann muss ich immer schmunzeln. Du schreibst das echt klasse!!! Und gerade sitze ich schmachtend vor deinen Bildern! 😀 sieht einfach total lecker aus!!! Ich gehöre auch zu der Spezies, die es immer vor aber noch nicht getan hat 😀 *schmacht*

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    • Alex sagt:

      Hi Nadine,
      Vielen Dank für Deine netten Worte – ich bin ganz gebauchpinselt! Im Ernst, schreiben fällt mir schwer, also versuch ich nicht zuviel drüber nachzudenken, sondern es so zu machen, als wenn ich etwas erzählen würde. Ich tippe aber so langsam, daß ich manchmal zwischendrin etwas vergesse… 🙂
      Aber ich freue mich wirklich sehr über Dein Lob, auch was die Bilder angeht.
      LG Alex

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      • Hallo Alex, nichts zu danken – nicht dafür 🙂 Also, man merkt überhaupt nicht, dass du dir beim Schreiben schwer tust…da bin ich jetzt wirklich überrascht. Ich finde deinen Schreibstil und deine Bilder toll!! Mach weiter so!! 🙂 ich komm bestimmt auch bald wieder zurück 😉

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