Bratwurst Wirsing Kartoffeln


Jedes Jahr das Gleiche: Sobald die Temperaturen nach unten gehen, träume ich von deftigen Sachen.

Heute hatte ich eigentlich vor etwas Chicoree anzuschmoren, aber dann sah ich den vernachlässigten Wirsing und dachte sofort an Bratwurst und Kartoffeln.

Während ich die Bratwürste kaufte, kam ich auf immer neue Varianten, wie ich es am besten kochen sollte.

 

Die Bratwürste sind grobe Bratwürste und die hab ich ganz langsam angebraten und nach etwa 15 Minuten noch ein halbes Glas Kalbsfond und einen Schluck Rotwein dazugegeben.

Ich liess die Bratwürste in der Sauce, während die langsam konzentrierter wurde.

Die Kartoffeln wurden geschält und in Scheiben geschnitten, ein paar Minuten gekocht und dann langsam angebraten.

 

Der Wirsing wurde in Streifen geschnitten und mit Schweineschmalz und Speck angebraten, dann mit Wasser abgelöscht. Mit Deckel ließ ich es 15 Minuten köcheln, dann gab ich den Wirsing in eine große Pfanne und kochte ihn kräftig ein. Nachdem das Wasser weg war gab ich einen Becher Sahne hinein, etwas Salz, Pfeffer und Muskat dazu und kochte es wieder ein. Die Farbe geht leider ins bräunliche, aber geschmacklich war er lecker. Der Clou ist die großzügige Handvoll Dill, die den Wirsing gleich viel angenehmer macht.

Eigentlich ist das Gericht ein Kantinenessen, aber die Liebe und Aufmerksamkeit macht den Unterschied aus. Die groben Bratwürste waren nach ihrer Garzeit nicht grob, sondern so fein wie feine Bratwürste und hatten einen tollen Geschmack entwickelt.

Comfort Food, wie es im Englischen heisst 🙂

 

 

 

Pizza!


Ab und zu muß es auch mal eine selbstgemachte Pizza sein. Ich mach nicht viel Aufhebens um den Teig, es ist fast egal ob 405 oder 00 Tipico, sie wird immer ähnlich. Nur meinen Ofen kann ich nicht einschätzen… der ist immer so unglaublich heiß, daß die Zeiten überhaupt nicht stimmen.

Für diese Pizza nahm ich 220 g 00 Tipico, 140 ml lauwarmes Wasser, 7 g Frischhefe, 1 gehäufter Tl Salz und 2 gehäufte Tl Zucker (Tipp von Jakob, viele Grüße von hier, falls Du das liest 🙂  )

Tomatensauce: 1 Dose Datterini von Mutti, pürieren, Oregano dazu (heute frisch) und etwas Salz, aber vorsicht! Und ein Strahl Olivenöl. Es kommt wenig der Sauce auf die Pizza, weniger als 2 kleine Schöpflöffel.

Dann Scheiben Büffelmozzarella. Als Auflage gab es Braune Champignons, Winzerschinken, Culatello und eine Scheibe Salami.

Dazu zerdrück ich immer eine kleingeschnittene Knoblauchzehe mit Salz und vermische die mit Olivenöl, das ich dann über die Pizza drüberträufle.

Bevor die Pizza in den Ofen kommt, rasple ich noch etwas Parmesan drüber, damit sie herzhafter wird.

Nach dem Ofen kann ich die (vergessenen) Oliven und das unvergessliche Basilikum draufgeben und sogleich servieren.

 

 

 

 

 

Spiegelei Pecorino tartufo Spinat Kartoffelkuchen


Am Samstag gab es am Käsewagen von Herrn Ruf einen Pecorino, der von Trüffel durchzogen war. Normalerweise stehe ich solchen Produkten kritisch gegenüber, aber ich probierte ihn und war wirklich gut, nicht wie die mit Trüffelöl eingemachten anderen Produkte. Ich nahm ein dünnes Stück mit und wollte es zu Pasta verwenden – was sonst?

Aber dann veränderte sich der Speiseplan, weil ich Spinat fand und mitnahm. Zusammen mit dem Rest des Kartoffelkuchens und ein paar Spiegeleiern wurde dann noch ein leckeres Abendessen draus.

Den Pecorino hab ich ganz klein gewürfelt und über die Eier gegeben.

Der Spinat wurde mit Knoblauch, Schalotte und etwas Muskat gewürzt und bekam gegen Ende einen Schluck Pernod.

Den Kartoffelkuchen machte ich im Ofen warm.

 

 

 

 

 

Spanferkel Kartoffelkuchen Paprika


Eigentlich wollte ich heute einen Lammbraten machen, aber als ich beim Metzger war hatte ich mich wohl in der Angebotswoche geirrt. Es gab allerdings alles Mögliche vom Spanferkel und so entschloss ich mich kurzerhand einen Spanferkelrollbraten zu machen.

Der war schon fertig eingerollt und wartete nur darauf, in den Ofen gegeben zu werden. Allerdings setzte ich zuerst eine Sauce an, die dem Braten eine Grundlage geben würde.

Dazu wurden Karotten, Selleriewurzel, Pastinake, Zwiebel, Petersilie und Knoblauch angeschwitzt, 5 cm Tomatenmark dazugegeben und mit angeröstet, dann alles mit Port und danach mit Rotwein abgelöscht.

Nachdem das verkocht war, gab es einen halben Liter Wasser darauf. Zwei kleine Schöpfkellen verwendete ich als Grundlage für den Braten, der jetzt bei 190 C in den Ofen kam.

Dazu gesellte sich ein Kartoffelkuchen, der aus 6 geraspelten Kartoffeln, 2 gehäuften El Kartoffelstärke und einem großen Ei, einer Art von Appenzeller-Käse (50 g) und einer Prise Muskat, Salz und Pfeffer bestand.

Die Kartoffeln ließ ich erst in einem Sieb abtropfen, bevor ich sie auch noch auspresste. Dann wurde die Masse mit den restlichen Zutaten gut gemischt und auch in den Ofen gegeben. Es dauerte etwa 45 Minuten, bis die Kartoffeln ansehnlich wurden. Ich hatte die Steinzeugschale vorher gebuttert und hatte keine Probleme den Kuchen zu entfernen. Allerdings schmeckte ich den Käse gar nicht, obwohl er eigentlich ganz herzhaft war. Vielleicht hätte ich ihn drüber reiben sollen statt ihn unterzumischen.

Für das Paprikagemüse schnitt ich es in Streifen, briet es in Olivenöl an, gab Zucker und Salz dazu (jeweils eine Prise) und gab noch etwas Paprikapaste zum mitanbraten dazu. Dann löschte ich das Gemüse mit etwas Wasser ab und garte es bei mittlerer Hitze mit aufgesetztem Deckel.

Die restliche Sauce wurde noch mit 100 ml Kalbsfond aus dem Glas verlängert, dann eingekocht, durchgesiebt und mit Kartoffelstärke angedickt.

Ein runder Genuss, wobei mir auffiel, daß fast kein Rezept die Temperatur genügend hoch angegeben hatte, um die Schwarte richtig knackig zu machen. Also mindestens 190 C bei einem schnellen (zu heissen) Ofen, sonst lieber bei 200-210 C arbeiten.

Vom Kartoffelkuchen hab ich noch die zweite Hälfte, da wird es morgen nochmal etwas Leckeres geben!

 

 

 

 

 

Bronze dance


Das heutige Saxofonbild gehört zu denen, die sich einer starken Vergrößerung eines Details widmen. Es tut mir nur sehr leid, daß ich dieses Detail auf den Fotos nicht mehr finde. Es war aber, wenn ich es noch recht weiß, Gestänge oder auch der abschliessende Teil eines Gestänges. Es muß von einem vergoldeten Horn gekommen sein, weil ich den Farbakzent ins bronzene übersetzt habe (weil ich unter den üblichen Acrylfarben auch einige Metalleffektfarben hatte, unter anderem einen bronzenen). Auf dem Bild sieht man die an sich schlanken Formen gegen einen nahezu schwarzen Hintergrund. Bei genauerem hinsehen sieht man die Konturen aus schwarzer Farbe, die sich um die Formen legen. Aber auch die Formen haben Licht- und Schattenseiten und wurden mit einer dunklen Farbe untermalt, um den Schatten zu erzeugen.

Die Kisten mit dem X auf der rechten Seite bilden ein abschließendes grafisches Element.

Die Formen in der Mitte sind wie zwei Tänzer, die sich halten und bewegen. Das liegt an den übrigen Formen, die sie umgeben. Die blitzartigen Formen am oberen Rand waren ursprünglich Lichtreflexe, werden aber jetzt zu dynamischen Elementen, die den Tanz befeuern. Die horizontale Form im unteren Viertel neben der „Hauptfigur“ weist nach rechts und gibt dem Figurenpaar Bewegung. Der Grund, warum es fast wie eine Tanzszene aussieht, liegt darin, daß die Hauptformen abgerundete Kanten haben und dadurch etwas Menschliches haben.

 

Die Arbeit hat eine Größe von 15×15 cm und wurde mit schwarzer Acrylfarbe und einer Bronze-Metallic-Farbe (auch Acryl) gemalt. Es wurde 1989 gemalt.

Trichter in Gelb Rot Blau


Heute habe ich noch mal ein Saxofon zum Betrachten 🙂

In diesem Bild benutzte ich die Sgraffito-Technik auf umgekehrte Weise. Jeder, der im Kindergarten oder in der Grundschule schon mal Wachsfarben auf ein Papier gebracht hat und dann mit schwarzer Farbe bedeckt und eingeritzt hat, kennt Sgraffito. Bei diesem Bild liegt der Fall anders, und zwar umgekehrt: Zuerst wurde mit Gesso nur ein Teil des Trichters dick grundiert. Der restliche Hintergrund blieb ungrundiert.

Während das Gesso noch nass war, zeichnete ich mit einem Bleistift die Konturen des Horns/Trichters hinein. Man sieht unten am Horn bei der schrägen Straffur, daß das Gesso vom Bleistift „eingeritzt“ wurde. Das Gleiche passierte unten rechts an der Klappe. Somit wurden verschiedene Bildebenen erschaffen. Die des Blattes, die der Farben direkt auf dem Blatt, das dickere Gesso und die Ebene dazwischen, die Einritzungen im Gesso, die näher am Blatt sind als das unversehrte Gesso. Darüber hinaus lebt die Arbeit von der Spannung der Farben innerhalb des Raums. Rot und Blau werden von Gelb auseinandergehalten, Weiß dominiert Schwarz.

 

Die Arbeit wurde mit Gesso, Bleistift und nach der Trocknung, mit Buntstiften eingefärbt worden. Es ist 29,5×21 cm groß und entstand 1989.

Squid on a bike


Ich hab noch einen Squid, den ich hier zeigen kann. Das Bild ist das letzte (bis jetzt) der kleinen Serie. Auch hier wird der Squid zum Vehikel für die Malweise des Hintergrunds. Und der Hintergrund hier hat Anwandlungen von Dingen, die wir erkennen, oder die uns vertraut scheinen, aber in Wirklichkeit ist der Hintergrund abstrakt.

In dieser „Landschaft“ steht der Squid und legitimiert die von unseren Augen wahrgenommene Szene. Wir zweifeln nicht daran, daß es sich um eine Landschaft handelt, hadern höchstens mit Farbe und der Schmuddeligkeit/Unschärfe.

Der Squid schafft es sogar allein durch seine Körperhaltung für ein bißchen visuellen Humor zu sorgen: Wer schafft es schon mit 4 Beinen gleichzeitig Fahrrad zu fahren?

 

 

Die Arbeit hat eine Größe von 29,5×21 cm. Das Papier ist ein Spezialpapier für Mischmedien. Ich hab es mit Gesso grundiert. Es wurde mit Acrylfarben gemalt und entstand 2014.

Spaghetti puttanesca


Dieser Beitrag ist in ähnlicher Form schon mehrmals gepostet worden, jedoch nie gleich. Das liegt teilweise daran, daß die Meinungen auseinandergehen, was eine „puttanesca“ ausmacht.

Im Silberlöffel ist gar kein Eintrag, und anderswo gibt es Rezepte mit und ohne Zwiebel, mit und ohne Petersilie, gehackt und pur.

Ich hatte vom Wochenende noch ein paar Zweigchen Basilikum und wollte Pasta ohne Fleisch, und dieses Rezept ist eines, das die Vorgaben perfekt erfüllt.

Eine kleine Handvoll Oliven (ich hatte verschiedene, alle mit Stein)

1 getrocknete Thai-Chili

1 Tl non-pareille Kapern

1 Knoblauchzehe, gehackt

2 Sardellen

1 Schluck Weißwein

3 Kirschtomaten

Basilikumblätter

Parmesan

 

Während die 80 g Spaghetti kochen, werden Knoblauch, Sardellen, Chili und Tomatenviertel scharf angebraten, damit die Tomaten ihr Wasser hergeben. Ich drücke ein bißchen mit dem Kochlöffel drauf, dann gebe ich den Schluck Weißwein dazu und mache den Deckel drauf, um alles kräftig anzuschwitzen. Nach ein paar Minuten lüfte ich den Deckel und drücke die Tomaten ganz zusammen, weil sie inzwischen weich geworden sind. Jetzt kommen die Kapern dazu und die Hälfte des Basilikums. Salz braucht es aufgrund der Sardellen nicht.

Wenn die Pasta al dente ist, abseihen, zurück in den Topf geben und die Sauce dazugeben und vermischen. Dann in einen tiefen Teller geben, Basilikum und Parmesan dazu und geniessen.

Vielleicht meine liebste Pasta!

 

 

 

 

 

Entwurf für ein Halbrund/Oberes Bogenstück


Vor ein paar Jahren entdeckte ich, daß es auch in L-E (Leifelden-Echterdingen einen Boesner gibt. Für Nichteingeweihte: Boesner ist eine Kette, die Kunstmaterialien in großer Auswahl und großen Mengen verkauft. Meist sind sie in Industriehallen/Mehrzweckhallen untergebracht. Mein Stamm-Boesner steht in Karlsruhe, aber von der Arbeit war es oft einfacher einen Schlenker über L-E zu machen.

Dort sah ich zum ersten Mal gerahmte Holzplatten (gerahmt mit gebogenen Hölzern) in verschiedenen Größen. Es gab auch vollrunde, halbrunde und auch ovale Formen. Weil es mir immer schon gefallen hat, ein Bild auf verschiedene Platten aufzuteilen, kaufte ich ein oberes Bogenstück.

Zuhause ließ ich den Einkauf erst sacken und machte mir Gedanken, welche anderen Teile ich dazuholen wollte.

Eines Abends setzte ich mich hin und zeichnete mit Ölpastell einen lockeren Entwurf auf ein Papier und vermischte die Farbe mit einem Pinsel und ein bißchen Terpentin.

Ich wollte eine abstrakte Form schaffen, die aber an die religiösen Darstellungen erinnert, wie sie seit Tiepolo bis ins Rokoko Kirchen, Kapellen und Adelssäle geziert hat. Mir geht/ging es dabei nicht um das religiöse Moment, sondern um die Beschäftigung dieser Maler mit der reinen Farbe, die auf ihre Art damals auch schon abstrakt angelegt war.

Mein Entwurf sah so aus:

 

 

Wochen später machte ich mich daran, das gute Stück Holz zu bearbeiten. In der Zwischenzeit hatte ich aber eine andere Idee (die ich von einem der Squids übernommen hatte), die ich hier ausprobieren wollte.

Hier war es der über die gesamte Fläche farblich changierende Hintergrund mit Punkten, die auch leicht farblich verändert sind, etwa wie eine Vorstellung eines Sternenhimmels.

 

Die blau-graue Tönung des Rahmens könnte man auch als natürliche Beschränkung der Ausdehnung des Raumes nach dem ptolomäischen Weltbild auslegen.

Ich habe bisher noch keine weiteren Formen gestaltet, aber es ist ein Projekt, das ich bestimmt wieder in Angriff nehme.

 

Der Holzrahmen ist 50 cm breit und demnach 25 cm hoch. Ich benutzte Acrylfarben, Gesso als Grundierung, und am Schluss einen Acryllack zum versiegeln und schützen.

Entstehungsjahr war 2014.

Goldenes Horn


Heute hab ich wieder ein Saxofon dabei. Es gehört zu den Collagenarbeiten. Es ist ziemlich puristisch geraten und hat auch gewisse Elemente, die man in der Plakatkunst finden kann.

 

Vom Bildaufbau her ist die Arbeit so gemacht: Zuerst nahm ich zwei Streifen Zeitungspapier und klebte sie so auf, daß sich ein Trichter dazwischen bildete.

Dieser Trichter wurde mit Gesso ausgemalt, wobei der Bildrand auch Weiß ist und die Trichterränder abschließt. Danach hab ich grob die kontrastierenden Aquarellfarben Gelb und Lila aufgetupft.

Man sieht an den Trocknungseigenschaften und der relativen Transparenz deutlich, daß es Aquarellfarben sind. Letztendlich malte ich die Silhouette des Horns über Zeitung, Farben und weißer Fläche.

Von Plakaten abgeschaut ist das starke visuelle Element des Trichters (oder Megafons), das den Anspruch eines Saxofons, laut zu sein, visuell unterstützt. Ein weiteres Element aus der Plakatherstellung ist die grafische Darstellung des Horns. Bei Plakaten zählt oft der erste Eindruck und starke optische Reize gewinnen eher.

Die Arbeit hat eine Größe von 20×30 cm und entstand 1989.