Thun Paprika Mango Pfifferlinge


Beim Fischhändler über die Strasse gab es ein Stück Thun, das ich unbedingt haben wollte. Beim Gemüsehändler daneben gab es frische Pfifferlinge, Schnittlauch und Limette.

Zuhause hatte ich noch Spitzpaprika, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Jalapeno und eine Mangohälfte.

Paprika, Frühlingszwiebel, Jalapeno und Knoblauch wurden erst kleingeschnitten und dann scharf angebraten, dann langsamer gegart. Später gab ich die Mangostückchen der zweiten Hälfte dazu und schmorte sie mit, bis sie schmolzen. Die Paprikamischung war sehr reizvoll: Sie hatte die natürliche Süße der Paprika, zusätzlich auch die der Mango und dann noch die zwiebelige Grundlage der Frühlingszwiebeln und eine leichte Schärfe durch die Jalapeno.

Die Pfifferlinge briet ich in einer zweiten Pfanne vor und stellte sie danach zur Seite.

Die zwei Thunmedaillons wurden mit grobem Salz gewürzt und auf beiden Seiten kurz aber scharf angebraten. Ich schnitt die Medaillons auf und gab die Pfifferlinge noch mal hinein.

Ich gab noch den Saft einer halben Limette in die Paprika-Mango Mischung und ließ alles noch einmal aufkochen.

Jetzt mußte ich nur noch anrichten. Lecker war es!

 

 

 

 

 

Bubbles


Dieses Bild hat die gleiche Motivation gemalt zu werden wie „Swamp Gas“, das Wasserbild mit den Blasen.

Hier ist das Format etwas kleiner, alles ist irgendwie gedrungener und vermischt sich mehr zwischen den Ebenen. Wo es bei Swamp Gas Hinter-, Mittel- und Vordergrund gab, ist er hier größtenteils aufgelöst.

 

Bubbles

Man kann schemenhaft Wasser, Pflanzen und eben auch Bubbles, also Luftblasen erkennen. Alles ist mit einem starken Pinselstrich gemalt, filigran ist hier nichts.

Es ist ein weiteres Bild das sich mit dem Wasser beschäftigt als Lebensraum, als Aggregatszustand, Grundstoff, Lebensgrundlage, mystisches Transportmittel von Geschichten der Menschen.

Durch das Übereinanderlegen der verschiedenen Farb- und Zeichenschichten entstehen zufällige Überlappungen, die für sich angeschaut wieder andere Gedanken an die Oberfläche befördern, wie Luftblasen das tun. Bubbles, eben.

Die Arbeit entstand 2014, es handelt sich um Acrylfarbe auf grundiertem Karton.

Both sides of the fence


Hier ist ein zweites Bild, das wie das Gestrige den Titel durch den Malprozess bekommt.

Ich zeig es vielleicht zuerst:

 

wie beim Bild gestern bemalte ich die Fläche und ließ mich ganz von subtilen Farben- und Formvariationen leiten. Irgendwann sah ich diese Zaunähnliche Struktur, die das Bild aufteilt, und die Titelgeber wurde.

Was mir selbst am Bild gefällt, ist die scheinbare Zufälligkeit der Farben und der (diffusen) Zeichen und Formen. Man kann sie nicht eindeutig benennen, sondern nur vermuten, was gemeint ist, was natürlich jedem die Freiheit gibt, sich selbst ein Bild zu machen 🙂

Um zu zeigen, daß ich mit diesem Ansatz nicht alleine stehe, zeige ich noch ein Bild eines Künstlers, den ich sehr respektiere, dessen Werk aber für mich lange sehr schwer zugänglich war.

Am Ende fand ich den Zugang zu seinem Werk über die Tatsache, daß er eines gemeistert hat, das mir bisher verschlossen bleibt; das Großformat.

Seine Bilder sind oft 4m breit und fast 2 m hoch, manche, die als Serien angelegt sind, können viele Meter lang sein. Was darauf passiert, ist verschlüsselt und schwer zu deuten, aber in der Kunstgeschichte verankert, mehr als viele andere.

Cy Twombly – Vertreter der New York School (25. April 1928 in Lexington, Virginia; † 5. Juli 2011 in Rom, Italien)

Wer lesen will: Hier

 

 

 

Meine Arbeit hat das Maß 31×23 cm, mit einem Passepartout von 40×59 cm.

Es wurde mit Acrylfarben und Bleistift gemalt/gezeichnet.Es gibt auch Kratzspuren und andere Techniken, den Untergrund zu beeinflussen. Die linke Hälfte des „Zauns“ ist weggekratzt, d.h. das Weisse ist der unbemalte Untergrund.

The scorched earth spares no one…


Das heute gezeigte Bild hat einen ziemlich langen und deprimierenden Titel: „The scorched earth spares no one; the ghost-fish flee in vain“, etwa: “ Die verbrannte Erde macht vor keinem Halt; die Fischgeister fliehen vergebens“ Ich kam erst nachdem ich das Bild gemalt hatte auf den Titel.

Ich weiss, daß ich dieses Gelb schön dominant und grob aufgetragen hatte und einen abgetönten Kontrast brauchte. Der wurde dann bläulich-grau.

Ohne darüber nachzudenken, fing ich an diese Fischfiguren mit Bleistift in die noch feuchte Farbe zu zeichnen um dann wieder mit Weiß oder Grau leicht lasierend drüber zu gehen und dadurch Ebenen zu schaffen.

Durch die sanfte Diagonale von rechts oben nach links unten und dadurch, daß alle Geister in eine Richtung schwimmen, entsteht eine Dynamik wie bei einer Flucht oder einer Stampede=Herdenpanik.

Die Bezeichnung Geister hat damit zu tun, daß die Fische als Umrisse dargestellt werden, und im Gelben dann mit Weiß dargestellt werden.

Den ominösen Titel hab ich nicht so sehr gewählt, als dass er mir zugeflogen ist. Für mich hat er etwas von Beschreibungen der Apocalypse oder auch eine der Höllen von Dante in der göttlichen Komödie. Normalerweise wäre mir der Titel zu ernst, aber er steht im Kontrast zum fast abstrakten Hintergrund des Bildes und den hingehuschten Figuren.

 

Die Arbeit hat ein Maß von 31×23 cm, das Passepartout ist 40×50 cm groß. Es ist auf Bütten, grundiert mit Gesso, gemalt, mit Acrylfarben und mit Bleistift.

Frauentorso


Ich habe fast keine Skulpturen oder andere 3-dimensionale Arbeiten gemacht, aber es gab während der Zeit in der Kunstschule eine Gelegenheit sich daran zu versuchen. Der Lehrer, Karl Rödel hatte Ton besorgt – richtig viel Ton, den wir erst mit vereinten Kräften in den 2. Stock schleppen durften, um ihn dann zu teilen und feucht abzudecken.

Der Frauentorso entstand 1982 während zweier sehr arbeitsintensiven Wochen. Ich war mit einer Mitschülerin zusammen immer der Letzte, der ging, oft weit nach 18:00 Uhr. Die Schule schloss eigentlich um 16:00. Ich erinnere mich, daß die Arbeit auch intellektuell fordernd war, und Herr Rödel während des Tages auch immer vorbeikam, um den Fortschritt zu begutachten und mir Tipps zu geben, auf was ich zu achten hätte. Einer der Ratschläge war, sich Gewahr zu werden, daß eine Skulptur kein vorne und kein hinten hat, und deshalb jeder Flächenteil wichtig und mit jedem anderen verbunden ist.

Deshalb zeige ich eine Rundumsicht mit ein paar mehr Fotos als üblich.

Die Skulptur ist aus Ton, ungebrannt (weil ich mich nicht traute, sie zu brennen und womöglich zu verlieren) und misst 39 cm. Sie wiegt etwa 8 kg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cannellini Bohnen Suppengrün Schwarzwälder Speck


Gestern auf dem Markt sah ich, daß der Pfälzer Cannellini Bohnen aus eigenem Anbau dabei hatte. Die Bohnen waren schon getrocknet und ich erstand ein Schälchen.

Abends war ich eingeladen, aber ich dachte noch daran die Bohnen in kaltem Wasser einzuweichen.

Heute war es einfach, einen Suppenansatz herzustellen.

Vom Suppengrün nahm ich 2 Karotten, das Stück Sellerie, ein 15 cm langes Stück Lauch, etwas Petersilie, einen Zweig Rosmarin und 2 kleine Knoblauchzehen.

Alles wurde in kleine Stücke geschnitten und in etwas Olivenöl angeschwitzt. Daneben hab ich ein Stück Schwarzwälder Speck von 1 cm Dicke in Würfel geschnitten und mit angebraten.

Dann gab ich 2 Lorbeerblätter dazu, gab die Bohnen hinein und füllte den Topf mit Wasser auf, etwa 5 cm höher als die Bohnen.

Jetzt liess ich alles einmal aufkochen und stellte dann die Hitze klein. Knappe 2 Stunden köchelte die Suppe, danach waren die Bohnen weich.

Etwa die Hälfte der Bohnen und einen Teil der Flüssigkeit pürierte ich mit dem Handmixer und gab diese Masse zurück zur Suppe. Jetzt war sie viel sämiger. Ich mußte zum Würzen Unmengen von Salz dazugeben, aber Bohnen sind Salzfresser 🙂  Vor dem Servieren gab es Petersilie und etwas geriebenen Parmesan drüber.

Die Suppe schmeckt wunderbar, heute und morgen Mittag nochmal.

 

 

 

 

 

Pulpo Salat Auberginen


Es ist wieder Freitag, und obwohl ich nicht religiös bin, denke ich Freitags trotzdem an Fisch 🙂

So auch heute. Ich hatte eine sehr konkrete Vorstellung, was ich wollte, wurde aber auf ganzer Linie enttäuscht, zumindest anfangs.

Mein Fischhändler hatte heute Doraden, Wolfsbarsche, einen großen Seeteufel, einige Seezungen, Jakobsmuscheln und Gamberi. Dazu noch Sepien, Sepiette und Pulpo.

Thunfisch oder Schwertfisch hatte er leider nicht.

Ich nahm dann einen kleinen Tintenfisch mit. Daheim angekommen schaute ich ein paar Videos an, um zu sehen, wie ich ihn am besten sauber mache, nur um festzustellen, daß der Fischmann die Tintenfische wohl schon alle ausgenommen und ihre Kauwerkzeuge entfernt hatte 🙂

Ich hatte mich mit dem Papa im Laden kurz über Zubereitungsarten unterhalten und ihn gefragt, wie sie ihn denn zubereiten. Die Antwort: 25 Minuten leise köcheln, erkalten lassen, Zitrone und Olivenöl.

Im Netz gab es auch von prominenter Seite teilweise sehr verschiedene Aussagen: Teilweise sollte der Tintenfisch 2 Stunden gekocht, dann 1 Stunde gekühlt und dann wieder eine Stunde in Brühe geparkt werden.

Das Rezept des Papas hat gestimmt. Leicht köcheln, 25 Minuten bei einer Größe bis zu einem Kilo, etwas mehr, falls der Pulpo schwerer ist.

Lorbeerblatt und Salz in den Topf mit genug Wasser um den Pulpo schwimmen zu lassen, dann zum kochen bringen, Hitze reduzieren und Pulpo hineingeben, Uhr stellen. Ich hab ihn danach trocken gelegt und ein paar Minuten abkühlen lassen und dann gleich weiter verarbeitet. Die größten Stücke in der Nähe des Körpers hätten vielleicht noch 5 Minuten mehr vertragen, aber fast der ganze Pulpo war sehr zart und sehr lecker.

Dazu gab ich Petersilie, den Saft einer Amalfi-Zitrone und entsprechend Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch, und später am Tisch, Chiliflocken.

Nebenbei richtete ich einen grünen Salat mit Tomaten und angebratenen Auberginenstreifen.

Für die schnitt ich eine Aubergine in Scheiben von 5 mm, salzte sie von beiden Seiten und liess sie ein paar Minuten ziehen. Dann wusch ich das Salz ab und gab die Scheiben ohne Fett in eine sehr heiße Grillpfanne. Nachdem ich sie ein paar Mal gewendet hatte war ein schönes Rautenmuster entstanden, aber ich gab einen Schwenk Olivenöl dazu, den die Auberginen gerne aufnahmen; danach schnitt ich sie in Streifen. Auf den Fotos sind sie nicht gut erkennbar. Auf dem dritten Foto sind sie die hellbraune Masse im grünen Salat.

Es war eine sehr leckere Angelegenheit! Ich hätte mir nur Gäste gewünscht, weil es so gut war und auch so ausgesehen hat.

 

 

 

 

 

Punk Poseidon


Die Eule (Owl), die ich Mitte Juni zeigte, war eine Arbeit mit Wachsmalstiften (oder besser Ölpastellen), die übereinander aufgetragen worden waren und die mit einem spitzen Gegenstand eingeritzt wurden, um die darunter liegende Farbschicht zu zeigen.

Das heutige Bild bedient sich der gleichen Technik, es ist aber früher entstanden. Im Jahr 1982 nämlich. Mein Lehrer Karl Rödel starb im Februar 1982 und die Kunstschule wurde erst brach gelegt. Später wurde sie weiter geführt, aber da war ich nicht mehr dabei.

Ende des gleichen Jahres zog ich um, von Heidelberg nach Karlsruhe, um eine neue Arbeitsstelle in meiner Firma anzutreten. Das ganze Jahr war ein Jahr des Aufbruchs.

Während dieser Zeit malte und zeichnete ich wie verrückt. 1980/81 hatten wir in der Schule das alte Röhrenradio mit einem Kassettenrekorder verbunden und von privat mitgebrachte Kassetten gespielt.

Die jüngeren Schüler brachten Punk und New Wave Aufnahmen mit, mit denen ich mich nach kurzer Zeit anfreundete (Ich war schon 24 und war mit Hard Rock sozialisiert worden. Das ging 1980 aber gar nicht mehr 🙂  )

Ich erwähne es nur, weil der Hauptdarsteller auf dem Bild einen Zackenkopf trägt, ein Kürzel für die damals schwer angesagte Irokesenfrisur, die auch ein paar der Schüler trugen.

 

Es war mir früher nicht so bewusst, aber das Bild beschreibt teilweise meine Welt in der Zeit. Die Hochhaussiedlung stellt den Emmertsgrund dar, einen Stadtteil  außerhalb Heidelbergs, ein Gebiet mit damals 63 Nationalitäten. Es war noch kein Brennpunkt, aber verwandelte sich langsam in die Richtung. Die Wellenlinien beziehen sich auf den Neckar, der malerisch durch Heidelberg fließt.

Die Szene spielt nachts, wenn die bösen Buben spielen gehen…der Vollmond taucht alles in ein nachthelles Licht.  Den Dreizack gibt es später noch auf anderen Bildern und er ist fast immer selbstbewusst/wehrhaft gemeint.

Ich finde der Kopf schaut aufmerksam und kritisch seinem Gegenüber in die Augen, vielleicht auch etwas spöttisch und abwartend. Obwohl er ein kantig/markantes Äusseres hat, ist sein rosa Mund doch sinnlich.

Die Nachtszene ist bunt und leuchtend, hat aber auch ihre dunklen Ecken und Geheimnisse.

Die Arbeit ist 31×23 cm groß, das Passepartout hat ein Maß von 40×50 cm.

Kunsthandwerk


Meine Mutter war eine kreative Frau. Sie hat, als wir anfangs in Deutschland eine Wohnung mieteten und nicht viel Geld zur Verfügung stand, mancherlei Gebrauchsgegenstände bemalt oder beklebt, um daraus interessantere Objekte zu machen. Heute würde man von Design-Hacks sprechen. Einige dieser Projekte hatten eine künstlerische Ausrichtung, andere wieder waren kunsthandwerkliche Arbeiten, oder auch Kunst am Gebrauchsobjekt.

Dazu gehört diese Nähtruhe, die mich gefühlt schon mein ganzes Leben begleitet. Ich weiß nur, daß sie zwischen 1963 und etwa 1966 entstand, weil ich sie noch in der Wohnung vor meinem inneren Auge sehe.

 

Sie mochte immer schon geometrische Muster und schaffte es, den Deckel schön dynamisch zu gestalten. Durch den patinierten Hintergrund wirkt der Vordergrund, als würde er darüber schweben.

 

Um den Rand des Kastens hat sie ein einfaches langgezogenes Dreiecksmuster mit eingeschränkter Farbpalette aufgemalt.

 

Die Farbtupfer, mit denen Sie den ganzen Kasten überzogen hatte, geben dem Nähkästchen eine Leichtigkeit und Verspieltheit.

Ich bewunderte immer ihre Farbauswahl. Es gibt nur eine Handvoll Grundfarben mit Variationen, aber das Kästchen ist nicht langweilig. Ich hab mich daran immer noch nicht sattgesehen.

 

Vor 2 Jahren dachte ich es einmal als Vorlage für einen weiteren bemalten Gebrauchsgegenstand zu benutzen: Ein Tablett

Wenn man dieses Bild mit dem ersten vergleicht, kann man sehen, daß ich Position und Farbe der Dreiecke übernahm, allerdings den Hintergrund und die allgemeine Farbgebung veränderte.

 

 

 

Hier kann man gut sehen, wie ich ihre Idee, die Seiten mit den langgezogenen Dreiecken aufgenommen habe und am Innenrand in verkleinerter Form aufgemalt habe.

 

Und hier noch einmal die Ansicht von oben.

Ich liebe meine kunsthandwerklichen Gegenstände. Sie geben meiner Wohnung eine Einzigartigkeit, die man nicht kaufen kann. Im Fall der Arbeiten meiner Mutter sind außerdem noch Erinnerungen damit verknüpft.

Das Tablett ist Holz, mit Gesso grundiert, mit Acrylfarben bemalt und mit Acryllack versiegelt. Entstehungsjahr ist 2015.

 

 

 

Kardinal


Hier ein vorerst letztes Kopfbild: Kardinal

Es ist ein Bild, das auch nicht geplant war, sondern am Tisch entstand beim Zeichnen. Damals zeichneete ich immer und überall, und hatte ein kleines Atelier in meinem Zimmer aufgebaut. Das wichtigste Utensil damals war eine Rolle sehr weißes Papier, etwa 50 cm breit und mindestens 50 m lang. Von dieser Rolle schnitt oder riss ich mir immer wieder Blätter ab, um sie zu bemalen. Es gab damals auch fast täglich Besuch, und während wir uns unterhielten, zeichnete ich meine Gäste oder auch andere Dinge. Es gab sehr viele Experimente zu der Zeit, sowohl was die Themen als auch was die Techniken anging.

Nicht alles funktionierte, aber ich gewann viel Erfahrung und eben auch viel Übung. Später wurde mir dann auch klar, daß diese Zeit auch die Zeit der Stilbildung war.

Die Bilder, die ich bis jetzt gezeigt habe, waren für mich früher alles Bilder verschiedener Art. Ich sehe erst jetzt, daß es alles Aspekte einer Art von Ausdruck sind: meiner Art.

Der Kardinal war zwar eine zufällig entstandene Zeichnung mit Bleistift und Farbstiften, aber an einem Punkt sah ich wo es hinführt und arbeitete dann an den Accessoires, die in die Zeit passen und den Kardinal definieren, wie den Kragen oder seine rote Kappe (ich hab den richtigen Namen vergessen) oder auch seinen Bart.

 

 

Ich wollte diesen kirchlichen Würdenträger als das darstellen, was er ist (oder war): als Machtmensch. Deshalb sein arroganter Blick von oben herab, der ausdruckslose Mund und die Attribute seines Rangs.Gleichzeitig sind alle Bilder von Kardinälen die ich kenne, zu einer Zeit gemalt worden, als Maler noch gehalten waren realistische Darstellungen abzuliefern. Das ist hier nicht der Fall, und ich bilde mir ein, eine kleine Verunsicherung im Gesichtsausdruck des Kardinals zu sehen, in der erkennt, daß sein sicher geglaubtes Weltbild wankt und er sprichwörtlich aus dem gewohnten Rahmen fällt…

Der Hintergrund ist eine untypische Art mächtige Personen darzustellen. Üblicherweise hätte man sie in ihrem Machtzentrum (Thron oder ähnliches) abgebildet.

Die Arbeit ist 40×40 cm groß und steckt in einem Rahmen von 53,5×53,5 cm.