Punk Poseidon


Die Eule (Owl), die ich Mitte Juni zeigte, war eine Arbeit mit Wachsmalstiften (oder besser Ölpastellen), die übereinander aufgetragen worden waren und die mit einem spitzen Gegenstand eingeritzt wurden, um die darunter liegende Farbschicht zu zeigen.

Das heutige Bild bedient sich der gleichen Technik, es ist aber früher entstanden. Im Jahr 1982 nämlich. Mein Lehrer Karl Rödel starb im Februar 1982 und die Kunstschule wurde erst brach gelegt. Später wurde sie weiter geführt, aber da war ich nicht mehr dabei.

Ende des gleichen Jahres zog ich um, von Heidelberg nach Karlsruhe, um eine neue Arbeitsstelle in meiner Firma anzutreten. Das ganze Jahr war ein Jahr des Aufbruchs.

Während dieser Zeit malte und zeichnete ich wie verrückt. 1980/81 hatten wir in der Schule das alte Röhrenradio mit einem Kassettenrekorder verbunden und von privat mitgebrachte Kassetten gespielt.

Die jüngeren Schüler brachten Punk und New Wave Aufnahmen mit, mit denen ich mich nach kurzer Zeit anfreundete (Ich war schon 24 und war mit Hard Rock sozialisiert worden. Das ging 1980 aber gar nicht mehr 🙂  )

Ich erwähne es nur, weil der Hauptdarsteller auf dem Bild einen Zackenkopf trägt, ein Kürzel für die damals schwer angesagte Irokesenfrisur, die auch ein paar der Schüler trugen.

 

Es war mir früher nicht so bewusst, aber das Bild beschreibt teilweise meine Welt in der Zeit. Die Hochhaussiedlung stellt den Emmertsgrund dar, einen Stadtteil  außerhalb Heidelbergs, ein Gebiet mit damals 63 Nationalitäten. Es war noch kein Brennpunkt, aber verwandelte sich langsam in die Richtung. Die Wellenlinien beziehen sich auf den Neckar, der malerisch durch Heidelberg fließt.

Die Szene spielt nachts, wenn die bösen Buben spielen gehen…der Vollmond taucht alles in ein nachthelles Licht.  Den Dreizack gibt es später noch auf anderen Bildern und er ist fast immer selbstbewusst/wehrhaft gemeint.

Ich finde der Kopf schaut aufmerksam und kritisch seinem Gegenüber in die Augen, vielleicht auch etwas spöttisch und abwartend. Obwohl er ein kantig/markantes Äusseres hat, ist sein rosa Mund doch sinnlich.

Die Nachtszene ist bunt und leuchtend, hat aber auch ihre dunklen Ecken und Geheimnisse.

Die Arbeit ist 31×23 cm groß, das Passepartout hat ein Maß von 40×50 cm.

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