Kunsthandwerk


Meine Mutter war eine kreative Frau. Sie hat, als wir anfangs in Deutschland eine Wohnung mieteten und nicht viel Geld zur Verfügung stand, mancherlei Gebrauchsgegenstände bemalt oder beklebt, um daraus interessantere Objekte zu machen. Heute würde man von Design-Hacks sprechen. Einige dieser Projekte hatten eine künstlerische Ausrichtung, andere wieder waren kunsthandwerkliche Arbeiten, oder auch Kunst am Gebrauchsobjekt.

Dazu gehört diese Nähtruhe, die mich gefühlt schon mein ganzes Leben begleitet. Ich weiß nur, daß sie zwischen 1963 und etwa 1966 entstand, weil ich sie noch in der Wohnung vor meinem inneren Auge sehe.

 

Sie mochte immer schon geometrische Muster und schaffte es, den Deckel schön dynamisch zu gestalten. Durch den patinierten Hintergrund wirkt der Vordergrund, als würde er darüber schweben.

 

Um den Rand des Kastens hat sie ein einfaches langgezogenes Dreiecksmuster mit eingeschränkter Farbpalette aufgemalt.

 

Die Farbtupfer, mit denen Sie den ganzen Kasten überzogen hatte, geben dem Nähkästchen eine Leichtigkeit und Verspieltheit.

Ich bewunderte immer ihre Farbauswahl. Es gibt nur eine Handvoll Grundfarben mit Variationen, aber das Kästchen ist nicht langweilig. Ich hab mich daran immer noch nicht sattgesehen.

 

Vor 2 Jahren dachte ich es einmal als Vorlage für einen weiteren bemalten Gebrauchsgegenstand zu benutzen: Ein Tablett

Wenn man dieses Bild mit dem ersten vergleicht, kann man sehen, daß ich Position und Farbe der Dreiecke übernahm, allerdings den Hintergrund und die allgemeine Farbgebung veränderte.

 

 

 

Hier kann man gut sehen, wie ich ihre Idee, die Seiten mit den langgezogenen Dreiecken aufgenommen habe und am Innenrand in verkleinerter Form aufgemalt habe.

 

Und hier noch einmal die Ansicht von oben.

Ich liebe meine kunsthandwerklichen Gegenstände. Sie geben meiner Wohnung eine Einzigartigkeit, die man nicht kaufen kann. Im Fall der Arbeiten meiner Mutter sind außerdem noch Erinnerungen damit verknüpft.

Das Tablett ist Holz, mit Gesso grundiert, mit Acrylfarben bemalt und mit Acryllack versiegelt. Entstehungsjahr ist 2015.

 

 

 

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4 Kommentare zu “Kunsthandwerk

  1. malou sagt:

    Das Nähkästchen deiner Mutter ist wunderschön, und ich kann ganz gut verstehen, dass da sehr viele Erinnerungen daran geknüpft sind. Ein gutes Gefühl. Dein Tablett ist gelungen! Die Farben gefallen mir etwas besser als am Kästchen, weil sie heller, und dadurch freundlicher wirken. Die Dreiecke sind gut plaziert am Rand. Wenn du beide Stücke so in deiner Wohnung stehen hast, kann ich mir vorstellen, dass das sehr gut aussieht. Und wie gesagt, die Erinnerungen sind machen das Ganze noch wertvoller.
    Ich habe zu Hause auch so ein Nähkästchen von meiner Oma, allerdings ist es nicht selbst gemacht, aber trotzdem voller Erinnerungen. 🙂 LG Malou

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    • Alex sagt:

      Dank Dir Malou für deinen netten Kommentar! Du hast ganz recht, Dinge, die man mit Menschen verbindet, sind Gedächtnisverstärker und erlauben uns zu erinnern und nachzuerleben. Umso schöner, wenn man aktiv an der Erinnerung teilnehmen oder mitgestalten konnte 🙂
      LG Alex

      Gefällt 1 Person

  2. Sehr schöne Arbeiten! Es ist prima, sich mit derart Gebrauchskunst zu umgeben, ein bisschen wie die Tradition nordamerikanischer Indianer (http://nmai.si.edu/sites/1/dynamic/medias/sb_sys_medias_media_key_628.jpg).

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    • Alex sagt:

      Danke! Link führt zu einer (Gänse)Schnabeltasse, deren Zusammenhang sich mir nicht direkt erschliesst 🙂
      Aber die Tasse ist cool! Man könnte sie vielleicht auf das Tablett oder das Nähkästchen stellen :-)))
      Nix für ungut!

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