Triptychon


H. aus K., der Besitzer des erwähnten Triptychons fügte sich in sein Schicksal und fotografierte das „Frühwerk“ 🙂

Wie ich schon erwähnte, hatte ich mich mit Tafelbildern beschäftigt und fühlte mich imstande, auch eines zu erschaffen 🙂

Vorher sollte ich erwähnen, daß ich mit einem anderen sehr guten Freund, J. aus R., eine Reise ins nicht allzu ferne Taubertal machte, um auf der Strecke einige Riemenschneider Altäre anzuschauen.

Ich wohnte damals in Heidelberg, dessen kleines Kurpfälzisches Museum auch einen dieser Altäre hatte, der auch Ideengeber für diese Reise war.

Auf der Strecke von Heidelberg nach Rothenburg ob der Tauber, wo auch ein Prachtexemplar steht, gibt es noch einige andere, zum Beispiel in Detwang, direkt zu Füssen Rothenbergs in der Kirche Peter und Paul. Dort sind wir einfach aus Neugier hinein gegangen, ohne irgendetwas zu erwarten, und wurden von einem Riemenschneider Altar überwältigt, der so ganz ungeschützt dort stand. Heute würde der hinter Glas stehen, vermute ich. Wer Riemenschneider nicht kennt: Tilman Riemenschneider war ein Holzschnitzer und Bildhauer der Spätgotik bis Renaissance (1460-1531) und einer der besten seiner Zeit. Die Gewänder sind typisch für die Spätgotik im Faltenwurf stark stilisiert, aber die Gesichter sind wie von Menschen von heute.

Mich hat das jedenfalls stark beeindruckt, unter anderem, weil man so leichtherzig mit dessen Werk umging, als hätte es keinen Wert. Zur gleichen Zeit wurde die Mona Lisa hinter Panzerglas gebracht, weil es einen Anschlag auf sie gegeben hatte.

Aber zurück zum Triptychon. Es gibt einige sehr berühmte Triptychen, auch ein paar moderne. Die meisten haben religiöse Themen, aber ein paar der modernen beschäftigen sich mit anderen Themen: Otto Dix, ein Expressionist beleuchtet den ersten Weltkrieg, andere beleuchten die menschliche Verfassung und ihre Auswirkungen (Oscar Kokoschka – Prometheus Triptychon, und Francis Bacon, der sehr persönliche, verstörende Triptychen malte).

Ich hatte zwar Unterricht, der auch die menschliche Figur wie auch Portraits beinhaltete, aber fühlte mich in diesem Metier nicht firm genug, ein schlüssiges Großbild abzuliefern.

Ich kannte allerdings die Flaschen, die ich dann zu den Hauptdarstellern machte, gut 🙂  Nach einigen Vorzeichnungen und Versuchen entschied ich mich, Flaschen und Gläser allegorisch zu verarbeiten.

Ich will niemanden mit der Interpretation langweilen, es sei nur gesagt, daß die Flaschen für Männer stehen (hört, hört), das Glas für die Frau und jede Paneele einen Ausschnitt aus alltäglichen Lebensverhältnissen darstellt. Daß das mittlere Paneel nur Flaschen zeigt, finde ich immer noch eine akkurate Beschreibung unserer (Streit)Kultur 🙂

Wenn ich heute das Triptychon überarbeiten sollte, würde ich den unruhigen Hintergrund entfernen und ihn einfach grau belassen. Ansonsten gefällt es mir noch ganz gut.

Die Maße hab ich nicht im Kopf, aber es war nicht klein. Es ist auf Leinwand gemalt, es sind Ölfarben. Entstehungsjahr ist 1982-83-84?

 

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