Landschaft auf Zigarettenpapier


Ich hab immer schon gerne mit Malmitteln und Malgründen experimentiert. In diesem Bild hab ich den Untergrund, ein Studienblockpapier, mit Gesso grundiert und auf das feuchte Gesso Zigarettenblättchen aufgetragen (man sieht es an den feinen vertikalen Linien, die ein Zigarettenpapier vom anderen abhebt). Ich hab das deshalb gemacht, weil das Zigarettenpapier ein außerordentlich feines Papier ist, feiner als die meisten Papiere vom Kunstmarkt (es gibt ein paar sehr zarte japanische Papiere, die für japanische Aquarelle und Kalligraphie genutzt werden, aber sie sind auch nicht so fein wie Zigarettenpapier). Und es ist ganz fein geriffelt (ich glaub weil es der Kippe hilft abzubrennen, ohne daß man daran zieht).

Mich hat interessiert, wie sich die Farbe als Aquarell auf dem Papier verhält, weil Aquarellfarbe an sich ein sehr nasses Medium ist und sie zum Beispiel unkontrolliert verlaufen könnte.

Auch wollte ich wissen, wie brilliant die Farbe auf diesem sehr hellen Papier widergegeben wird, weil das die andere zentrale Eigenschaft von Aquarellfarben ist (ihre Leuchtkraft).

Als musischer Mensch bin ich auch sehr stark an Rhythmik interessiert und habe immer wieder Bilder gemalt, die durch Wiederholung bestimmter Figuren, Motive oder Farben diesen rhythmischen Gedanken oder Duktus ausdrücken oder verstärken.

Das folgende Bild ist ein solches Beispiel:

 

Das Resultat ist ein Bild bestehend aus horizontal, vertikal und diagonal verlaufenden Linien, die Dreiecke, Rechtecke und Rhomben bilden und farblich verschiedentlich besetzt wurden.

Dadurch bilden sich Vorder-, Mittel- und Hintergrund und man hat eine Landschaft der geometrischen Art vor sich.

Etliche der Flächen wurden mit mehr als einem Farbauftrag versehen, um die Mischeigenschaften zu testen. Die Farben haben eine große Transparenz und eine hohe Leuchtkraft.

Das Bild ist 19×16 cm groß, der Passepartout hat ein Außenmaß von 30×40 cm.

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7 Kommentare zu “Landschaft auf Zigarettenpapier

  1. Wili sagt:

    Was für ein großartiger Einfall…! Zu dem Gesamtwerk kamen mir unmittelbar die drei warmen Brüder aus Hannover Linden in den Sinn.
    http://hannover-fotos.com/gallery/die-drei-warmen-brueder-vi/

    Mit deinen drei Künstlervorschlägen beschäftige ich mich gerade ein wenig.

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    • Alex sagt:

      Die warmen Brüder sind witzig, und farblich kann ich Deinen Gedanken nachvollziehen …*g*
      Mit den Vorschlägen wollte ich Dir ein paar Anregungen geben, wie vielfältig das „Kunstuniversum“ ist. Und die Beispiele sind eigentlich alle aus der klassischen Moderne, alle schon mehr als 50-60 Jahre alt. Da gibt es noch viel abgefahrenere Sachen. Aber Dubuffet zum Beispiel, war vorher ein Weinhändler (ohne Kunstausbildung).
      Auch der weltberühmte Matisse war Bankier, bevor er sich der Malerei verschrieb. Francis Bacon restaurierte antike Möbel und nahm dann privaten Malunterricht. Die Kunstgeschichte ist voll von sehr innovativen Quereinsteigern 🙂
      LG Alex

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      • Wili sagt:

        es waren nicht nur die Farben, sondern auch der obere Aufbau des Bildes, der mich an die warmen Brüder Hannovers denken ließ.
        Ich habe mich bisher wenig mit Kunst beschäftigt, mag dieses „Getue“ der Menschen in Museen und Galerien nicht. Jetzt aber schaue ich mir Bilder genauer an, versuche zu verstehen, wie die Wirkung entsteht, beginne also zu lernen. Deine Vorschläge habe ich dabei als Anregung verstanden und habe mich dann in den Arbeiten der Drei ein wenig verirrt, aber auch in ihren Biographien. Im Moment finde ich das alles sehr spannend, sauge vieles wie ein Schwamm auf, habe Freude daran und nehme mir immer wieder die Zeit es selber auszuprobieren. Eine Künstlerin werde ich aber sicherlich ebensowenig wie eine professionelle Köchin 😉

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      • Alex sagt:

        Du hast Recht, die Schrägen und Vertikalen haben auch an das Bild erinnert.
        Die Künstler waren tatsächlich Anregungen, wobei ich sie eigentlich spontan nannte. Ich wollte mit den Dreien auch darauf hinweisen, daß es kein richtig oder falsch in der Kunst gibt, sondern nur Bilder, die berühren und zum denken anregen oder nicht.
        Deswegen sagte Josef Beuys: „Jeder Mensch ist ein Künstler!“
        LG Alex

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      • Wili sagt:

        Und er fragt auch, wozu die Kunst sei, wenn nichts dabei herauskomme…. 🙂 Für mich ist das Zeichnen und Malen im Moment eine positive Herausforderun, ein schönes Geschenk und die Beschäftigung mit Kunstwerken finde ich plötzlich spannend.

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  2. blogspione sagt:

    Für dieses Bild würden wir sehr gerne mehrere Likes vergeben. Da das nicht geht, hier also im Kommentar. 25 Likes. Gefällt uns ganz toll. Super Idee. LG Katy & Effi

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    • Alex sagt:

      Ich danke euch beiden sehr 🙂
      Fast jeden Tag bekomme ich Reaktionen auf die verschiedenen Bilder, die mich wegblasen…
      Und für eure Statistik: Seit ich die Bilder poste, bin ich um fast 20 Follower gewachsen (in weniger als 6 Wochen!) für meinen langsamen Blog war das eine ziemliche Beschleunigung!
      LG Alex

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