Seeteufel Fenchel Erbsen Saubohnen


Ich hatte mir Mittags schon vorgenommen zum Fischhändler über die Strasse zu gehen. Als ich dann dort war konnte ich mich nicht entscheiden. Es gab zwar Thun und Schwertfisch, die mir beide geschmeckt hätten, aber der Thun war ein Endstück mit nicht optimaler Farbe (passiert auch mal) und der Schwertfisch war noch eingepackt und ich wollte nicht, daß sie ihn aufmachen musste. Wolfsbarsch und einen großen Pulpo gab es auch, sowie einen relativ großen Kalmar, aber das war heute nichts für mich. Aber sie hatten Lotte oder Seeteufel. Ich bin zwar nicht unbedingt ein Fan davon, aber dachte ich geb ihm nochmal eine Chance :-). Ich finde das Fleisch schön fest, fast wie bei einem Steak, und Gräten sind auch kein Problem, aber der Edelfisch hat wenig Eigengeschmack und lebt von Sauce oder einer anderen Beigabe.

Zuerst dachte ich daran eine Sahnesauce mit Kerbel zu machen, vor allem als ich nebenan Erbsen und Saubohnen kaufte, aber daheim wollte ich dann lieber etwas rustikaleres.

Und in meinem Fall bedeutet das etwas mit Tomaten.

Zuerst wurden Erbsen und Saubohnen gepalt, dabei sah ich, dass die Saubohnen nicht wirklich schön und sehr klein waren. Schade, weil wir eigentlich keine gute Saison hatten bisher. Ich hab sie trotzdem kurz zum kochen gebracht und dann abgeschreckt, um das äussere Häutchen auch noch zu entfernen. Die Saubohnen und Erbsen stellte ich erst mal beiseite.

Das Seeteufelsteak nahm ich mir als nächstes vor: Es hat eine zähe schleimige Haut, die um den Körper liegt und die entfernt werden muß. Zuerst versuchte ich einen Schnitt zu machen und sie abzuziehen, aber das gestaltete sich schwierig. So nahm ich das abgeschnittene Ende in die Hand und schnitt zwischen Haut und Fleisch entlang. Das klappte gut und ich konnte den Seeteufel mit Salz und Pfeffer würzen.

Ich hatte eine kleine Zwiebel und eine Knoblauchzehe klein gehackt und 5 Kirschtomaten geviertelt und zusammen mit den beiden anderen Zutaten angebraten. Dazu gesellte sich Salz, Pfeffer, Chili und ein flacher Tl Zucker und ein El Tomatenmark. Nachdem die Tomaten etwas Wasser gelassen hatten, kam der Schluck Weisswein dazu. Jetzt kochten die Tomaten langsam ein und gewannen an Geschmack.

Ich hatte noch einen Fenchel da, der verbraucht werden wollte, von dem schnitt ich ein paar dünne Scheiben ab. Die hab ich zuerst in ganz wenig Wasser (fast) gedünstet, hat nicht lang gedauert.

Weil ich gedünsteten Fenchel aber langweilig finde, und dafür aber angebratenen Fenchel mit Tomatensauce sehr geil, hab ich die Sauce auf eine Seite geschoben und den Fenchel dazu gegeben.

Jetzt mußte ich die Erbsen noch garen, im Topf mit wenig Wasser, Prise Salz, Prise Zucker, am Schluß noch die Saubohnen dazu, damit die wieder warm werden.

Und dann servieren.

 

Fazit: Der Seeteufel ist einer der teuersten Edelfische. Ich hab ihn so hinbekommen, daß er innen noch ein bisschen glasig war. Mithilfe der deftigen Sauce ging er, aber Freunde werden wir nicht. Für das gleiche Geld bekomme ich (bei meinem Fischhändler 50% mehr Thun oder Schwertfisch, Loup de mer (Wolfsbarsch kostet ein Drittel davon und schmeckt dreimal so gut. Dorade schmeckt mir auch viel besser.

Dafür hat die Mischung aus dem grünen Gemüse und der roten Sauce ziemlich gut geschmeckt. Der Clou waren nicht die üblichen italienischen Gewürze, sondern das Fenchelgrün, das ich großzügig in der Sauce verteilt hatte und ziehen liess 🙂

 

 

 

 

 

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7 Kommentare zu “Seeteufel Fenchel Erbsen Saubohnen

  1. Einen Fischhändler „über die Straße“ würde ich mir auch wünschen – weil das die perfekte Sache wäre, Fisch zu kaufen, den man WILL. Hier in Berlin gehste halt in teure Supermärkte oder nimmst dann doch mit Tiefkühlware vorlieb (soll ja angeblich auch noch besser sein als Frischfisch).

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    • Alex sagt:

      Laß Dir nix erzählen – Frischfisch ist unschlagbar. Wenn ich die Fische bei meinem Italiener (Sizilianer vergleiche mit Edeka et al stinken die aber so was von ab…
      Die Farbe, der Glanz, die Augen, bei Filets und Steaks die Ränder, alles anders.
      Aber es gibt doch in Berlin jede Menge Märkte, auch überdachte- hat es da keinen kleinen Fischhändler mit guter Ware?
      Zur Not spare ich mir eine Fischmahlzeit vom Mund ab und geh ins KaDeWe, da krieg ich alles! 🙂
      LG Alex

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      • Das meinte ich ja – gibt auch andere teurere Märkte außer KaDeWe – z. B. Karstadt. Ansonsten bin ich bei Reichelt immer am besten dran gewesen, die sind aber leider von Edeka eingekauft worden … LG

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  2. Alex sagt:

    Schau doch mal bei joesrestandfood.wordpress.com, der wohnt in Berlin und hat auch schon Märkte gefeatured. Der hat in seinem Blog vielleicht einen Tipp für einen Markt in Deiner Nähe…
    Ich jedenfalls werde nie wieder (ausser im KaDeWe) Frischfisch einkaufen, weil die Qualität so sehr hinterherhinkt. Ausserdem verarschen Dich die Supermärkte, weil sie teurer sind als Frischfisch, ohne die Qualität zu bieten.
    LG Alex

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  3. malou sagt:

    Ich kann mir vorstellen, dass der Seeteufel sehr gut geschmeckt hat mit der Tomatensauce. Ich mag den Fisch wegen seiner Konsistenz, aber was ich nicht gerne mache, ist diese glibbrige Haut verputzen, aber es ist wirklich wichtig, denn wenn die Haut noch dran ist, ist der Fisch zäh! Ein schönes und leichtes Gericht. LG Nalou

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    • Alex sagt:

      Genau, die Haut wird zäh und muss weg!
      Ich fand es relativ einfach, ein Ende in die Hand zu nehmen und es rollend von unten vom Fleisch zu trennen. Das klingt komisch. Ich meine es so ähnlich, wie man die Haut eines Fisches mit einem scharfen Messer vom Körper trennt. Dabei liegt die Hautseite unten und man schneidet knapp über dem Boden (Brett).
      LG Alex

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      • malou sagt:

        Ich habe schon öfters dem Fischhändler zugesehen, und mir gedacht das kriegst du auch hin… aber ich finde, die Haut bei einem „platten “ Fisch, wenn man wie du sagst knapp über dem Brett schneidet, geht defibitiv einfacher. 🙂

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