Telefonbilder


Viele kennen das: Man tätigt einen Anruf und es liegt ein Blatt Papier und ein Bleistift oder ein Kugelschreiber herum. Man ist eigentlich im Gespräch, aber ein Teil des Hirns beschäftigt sich mit dem, was auf dem Papier passiert. Viele Leute zeichnen Muster oder andere Lieblingsmotive, andere verzieren nur den Rand des Blatts und wiederum andere machen ganz komplexe Zeichnungen.

Ich mag Zeichnungen, die eine rhythmische Struktur haben, sei es durch eine sichtbare Geometrie oder auch durch eine Bleistiftstraffur, die atmet, soll heissen, die anschwillt und abebbt.

Ich finde, Telefonzeichnungen haben eine ganz besondere Qualität, weil sie fast ohne bewussten Verstand hergestellt werden. Es werden andere Bereiche im Hirn aktiviert, vielleicht ästhetische oder auch medtative, die besonders zum Tragen kommen, während man telefoniert.

Die beiden Zeichnungen, die ich heute zeige, sind Bilder, die ganz klassisch auf Papier dieser Zettelblocks gezeichnet wurde und die früher oft beim Schnurtelefon lagen, um schnell Papier zur Hand zu haben, wenn man sich schnell etwas notieren wollte. Beide Bilder haben ein Maß von 8,5×8,5 cm, sind also ziemlich klein. Ich zeige sie heute ohne Rahmen, obwohl sie durch den Passepartout an Wirkung gewinnen.

 

 

Das Bild trägt den Titel „Geschwall“ und erklärt sich vermutlich selber. Was ich nicht mehr weiss (das Bild stammt von 1984) ist, ob sich die Zeichnung auf den Telefonteilnehmer bezog, mit dem ich gerade telefonierte 🙂

Es handelt sich hier um eine Bleistiftzeichnung, wobei ich zu der Zeit nur mit Bleistiften gezeichnet habe, die nur aus Graphit bestehen und eine Kunststoffhaut haben. Warum? Weil sie besser zu spitzen sind und auch vielseitiger gearbeitet werden kann als mit konventionellen Stiften, wo manchmal das Holz im Weg ist.

 

Das zweite Bild ist mit Kugelschreiber gezeichnet. Es hat einen abstrahierten Kopf zum Thema, der in die Geometrie gezwängt wird. Der Titel erklärt sich durch die Wirkung des Bildes und unterstreicht lediglich das Sichtbare. Ich muß vielleicht noch erwähnen, daß ich ein Bewunderer von Paul Klee bin, der unter anderem auch ganz filigrane Linienzeichnungen (mit Tusche) angefertigt hat, die teilweise sehr poetisch waren. Ich hatte ihn zwar nicht zuvorderst im Kopf, aber unterschwellig mag es ein Einfluss gewesen sein.

 

Auch dieses Bild ist 8,5×8,5 cm groß, Titel ist fast größer als das Bild 🙂  Auch dieses Bild ist von 1984.

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2 Kommentare zu “Telefonbilder

  1. H. aus K. sagt:

    Geschwall: alle Achtung! wenn ich nur auch solche Ideen beim Telefonieren hätte….
    Mann mit Papiertüte: that’s me!

    Gefällt 1 Person

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