Squid ephemeral/Angora aura


Vor Jahren war ich auf einer Kunstschule in Mannheim, wo ich einen Kommilitonen hatte, der zwar etwas abgedreht war, aber ein Bild gemalt hatte, das mir außerordentlich gut gefiel.

Es bestand aus einer radartigen Form, die in eine Art von schlangenartigen Extremitäten überging. Sie war weiß ausgemalt und der Bildhintergrund bestand aus Tausenden von kleinen Würmchen Farbe, jedes Würmchen aus einer anderen, reinen Farbe. Der Effekt war grandios. Der Hintergrund irisierend in vielerlei Farben, der Vordergrund weiß, ruhend, aber durch die Extremitäten nicht statisch, sondern auch dynamisch.

Ich sprach mit dem Maler, weil ich ihm das Bild abkaufen wollte, aber er schrieb seine Forderung auf die Rückseite (1.000.000 DM) und lachte dann herzlich. Wie gesagt, er war ziemlich abgedreht.

Aber diese Figur hab ich nie vergessen.

Vor drei Jahren fing ich an, eine dem Original nachempfundene Figur zu schaffen, die ich in verschiedene Situationen packte. Dadurch bekam die Figur eine gewisse Symbolik, aber auch Humor und die Freiheit, im Korsett der Vorgabe die Malgründe individuell und verschieden zu gestalten.

Die Figur heißt Squid, zu deutsch Tintenfisch oder Kalmar.

 

Das Papier ist hier wieder ein Bütten für Aquarelle, das ich mit Gesso grundiert habe. Die Acrylfarben wurden mit einem ganz trockenen Pinsel aufgetragen, das heisst, daß jeder Farbauftrag so weit verteilt wird, wie es irgendwie geht, um die Durchsichtigkeit der Farben herzustellen. Teilweise wurde mit dem Pinsel, teilweise mit den Fingern gearbeitet. In der Bildmitte zeigt sich vor hellem Hintergrund die Figur des Squid, der trotz hellem Hintergrund zu leuchten scheint.

Ich hatte Spaß daran, den Hintergrund luftig und fast impressionistisch zu gestalten. Bei der Squidserie sind die Bildtitel integraler Teil der Gesamtkomposition, was aber nicht bedeutet, daß man sie zu ernst nehmen sollte 🙂   Das Wort ephemeral heisst in Deutsch vergänglich oder auch flüchtig, die Worte dahinter sind eine obskure Referenz, die mit einem früheren Stück von Frank Zappa zu tun hat.

Das Bild hat ein Aussenmass von 34,5×24 cm, der Passepartout ist 50×60 cm groß. Entstehungsjahr war 2014.

 

Ein weiteres Bild aus dieser Serie ist die „Unterwasserfamilie“.

Es sind wieder Acrylfarben, dieses Mal aber teilweise in Vollstärke. Es gibt verschiedene Ebenen und auch der Squid hat Nachwuchs bekommen 🙂

 

Die Transparenz der weissen Farbe im Hintergrund der Hauptfigur sorgt für das Gefühl sich im Wasser zu befinden. Die grüne Linie im Vordergrund stellt die Kinder dar, die vogelartig nach Aufmerksamkeit schreien. Der Squid selbst hat eine gewisse Plastizität durch die weissen Erhöhungen entlang des Körpers und des Kopfes.

Die Farben sind in diesem Bild sehr stark zurückgenommen, es gibt nur grün, blau, schwarz und weiss.

Das Bild hat wie oben ein Aussenmass von 34,5×24 cm, der Passepartout ist 50×60 cm groß. Entstehungsjahr war 2013.

 

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2 Kommentare zu “Squid ephemeral/Angora aura

  1. BAG sagt:

    Die Squids haben mir schon immer gefallen. Der erste hat tolle Farben, das Gelb, das in’s Unendliche geht ist sensationell.

    Gefällt 1 Person

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