Schlafende


Vor ein paar Wochen war ich bei meinem Freund H. in Kiel. Wir kennen uns schon fast ewig (haben zusammen die Grundschule gedrückt), und über die Jahre haben sich einige meiner Bilder bei ihm angesammelt. Um die Wahrheit zu sagen: die Bude hängt voll davon!

Jedenfalls sah ich dort eines meiner früheren Bilder, das ich schon lange nicht mehr gesehen und fast schon vergessen hatte. Er hat es vor Jahren mit einem selbstgebauten Naturholzrahmen versehen. Ich dachte man könnte den verbessern und bot ihm an das Bild mitzunehmen und den Rahmen zu überarbeiten. Er war damit einverstanden und ich machte mich an die Arbeit.

Die Idee war, die Pastelltöne im Bild auf die verschiedenen Flächen des Rahmens zu übertragen. Der Rahmen selbst wirkt durch die aufgebrachten Stäbchen ein bisschen aus wie eine einfache Art Deco Arbeit aus den 30er Jahren und ich wollte den Effekt der gebrochenen Flächen durch die kontrastreiche Farbgebung unterstützen.

 

 

Das Bild selbst ist relativ klein: 22,6×14 cm, Passepartoutaußenmaß ist 2,7×18,5 cm, und das Holzrahmenmaß beträgt 35,5×26 cm. Der Malgrund besteht aus einem Papier in Kartonstärke, das mit Gesso grundiert wurde. Darauf brachte ich Streifen aus dem Notfallkasten, das sind Rollen, die schon etwas trockenen Gips enthalten (Gipsbinden, gibt es in der Apotheke oder im Kunsthandel). Wenn man die nass macht, trocknen sie fest ein (und bilden so eine Schicht, die man bemalen kann).

Die Farben sind Aquarellfarben, die ich sehr sparsam aufgetragen habe, kann auch sein, daß der Grund die Farbe (und das Wasser stark weggesaugt hat), ich weiss nicht mehr.

Zum Thema: Ich hab es jetzt Schlafende genannt, es ist weder betitelt noch unterschrieben oder datiert, aber es stammt aus den frühen bis mittleren 80er Jahren.

Ich war seit früher Kindheit ein ganz großer Fan des Expressionismus und konnte viel mit deren Technik der Brechung anfangen (die auch von den Kubisten stark genutzt wurde). Außerdem mag ich es größere Flächen in kleinere geometrische Formen aufzulösen. Hier liegt die Schlafende im Bildvordergrund, man sieht Beine, Gesäß, Schulter und Kopf (von links nach rechts). Unten rechts ist ein Arm angedeutet.

Im Hintergrund ist eine Landschaft angedeutet, der Mond lässt auf eine Nachtszene schliessen.

Das Bild ist im Original etwas heller, ich hatte heute kein Naturlicht mehr, und ein perfektes Rechteck läßt sich nicht mit einer runden Linse darstellen 🙂

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6 Kommentare zu “Schlafende

  1. BAG sagt:

    Der Rahmen ist in der Tat originell, aber passt sehr gut. Die Farbgebung super, jetzt gewinnt das Bild durch den Rahmen.

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  2. malou sagt:

    Beim ersten Klick hat das Bild mich an Kandinsky erinnert, mit den geometrischen Formen, als ich dann deinen Text gelesen habe, und auch genauer hinschaute habe ich natürlich die Rundungen und auch die Andeutungen an die Landschaft gesehen. Der Effekt mit den Mullbinden ist toll!! Auch die Einbindung der Farben in den Rahmen passt wunderbar! LG Malou

    Gefällt 1 Person

  3. H. aus K. sagt:

    Da freut man sich doch auf’s Wiedersehen! Und bald auf die gerade aufgetauchten Bilder von S. aus T.

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