Kalbskotelett Kartoffelküchle Mais


Der Urlaub ist fast vorbei, und ich wollte noch ein letztes Mal grillen. Beim Fahrradfahren entdeckte ich eine neue Tour und kam gegen Ende bei Metzger Zorn vorbei. Ich wußte nicht, was ich wollte, aber sah sofort etwas, was mich interessierte (weil ich es schon einmal hatte, und es ausgezeichnet war). In der Auslage gab es einen Strang helles Fleisch mit vier Knochen. Ich fragte, ob es Kalbskoteletts seien, was bejaht wurde. Ich hab sofort eines mitgenommen. Die Verkäuferin war nicht wirklich glücklich, als ich ihr sagte ich würde es grillen, beruhigte sich aber, nachdem ich ihr sagte, daß ich mit einem Temperaturfühler ausgestattet bin.

Später, in einem Laden sah ich noch Mais von hier, der sah toll aus. Ich hab ja schon ein paarmal erzählt, daß ich ganz begeistert war zu entdecken, daß Mais nicht vorgekocht werden braucht, um gar zu werden. Besser noch ist, wenn man ihn etwas dunkler oder auch schwarz grillt. Es macht ihn süßer und absolut unwiderstehlich für mich (mit Salz und Butter).

Über die Beilage grübelte ich eine Weile, aber dann entschloss ich mich etwas zu probieren, was ich noch nicht gemacht habe, und zwar eine Art Kartoffelreibekuchen mit Gemüseeinlage.

Dazu verrieb ich 3 mittlere Kartoffeln auf einer Reibe, schnitt von einem zweiten Maiskolben die frischen Kerne herunter und gab sie zur Kartoffel, gab ein bißchen Petersilie und die Ringe einer Frühlingszwiebel dazu. Auch erntete ich zwei der 5 Jalapenos, die sich an meinen kümmerlichen Pflänzchen gebildet hatten. Sie waren zwar klein, hatten aber wenigstens ein wenig Schärfe.

Die kamen jedenfalls auch dazu. Salz und Pfeffer auch noch. Zur Mischung gab ich noch ein Ei zur Bindung, verzichtete aber auf Mehl, weil ich die Küchle nicht zu pampig haben wollte.

Ich gab jeweils einen gehäuften El der Mischung in eine beschichtete Pfanne mit wenig Öl und ließ die Küchle braun werden, bevor ich sie wendete. Nachdem ich sie so gebraten hatte, probierte ich eins und entschloss mich, sie im Ofen nachzugaren. Ich stellte dafür den Herd auf 120 C und gab die Küchle in eine feuerfeste Form und in den Ofen.

Den Grill hatte ich schon vor dieser Aktion entfacht, die teuren Weber-Briketts (ja Malou, hast mich überzeugt 🙂  ) waren schön weiss ummantelt, als ich mit Mais, Kotelett und Temperaturfühler ausgestattet zur Tat schritt.

Im Gegensatz zu den indirekten Grillexperimenten dieses Sommers wollte ich heute direkt über dem Feuer grillen, hauptsächlich weil der Mais relativ genau beobachtet werden muß, und er muß direkt übers Feuer.

Den Temperaturfühler schob ich in die Mitte des Koteletts und programmierte den Fühler auf 62 C. Das ging am Anfang ziemlich langsam. Ich hatte das Fleisch vielleicht ein bißchen zu spät aus dem Kühlschrank genommen, weil die interne Temperatur erst 15 C betrug.

Dafür hatte der Mais Zeit, dunkel zu werden.

Ich war etwa 20 Minuten am Grill, wendete das Kotelett alle paar Minuten und zwar auf allen vier Seiten. Aus Vorsicht nahm ich alles vom Grill, als das Fleisch 50 C erreicht hatte, und zog in die Küche um. Da der Ofen da noch an war, gab ich das Fleisch zum Vollenden dort hinein, während ich schon anrichten und den Mais buttern und salzen konnte.

Bei 60 C nahm ich es dann heraus und gab es mit auf den Teller, um ihn zu fotografieren. Das letzte Bild zeigt den Garpunkt: man sieht, wie feucht das Fleisch war. Es war super!

Ich hatte mir vorher noch überlegt, ob ich eine Sauce bräuchte, aber das hier bestätigte meine Vermutung, daß ich keine brauchen würde.

Fazit: Es ist leider wieder ein Teller geworden, der nicht ausdrückt, wie gut er eigentlich war. Das liegt daran, daß alles auf dem Teller in Gelb, Ocker und Brauntönen angelegt ist.

Ich dachte schon vorher daran, hatte aber keine Lust, aus ästhetischen Gründen irgendwelche Tupfer draufzugeben, die nichts mit dem Geschmack zu tun haben.

Von mir aus soll man sich einen bunten Salat dazu vorstellen 🙂

Das Kalbskotelett war großartig! Die Röstaromen gaben diesem zarten und mildem Fleisch eine Tiefe, die ihm hervorragend bekam. Die Küchle hatten sowohl einen leicht kartoffeligen Geschmack wie auch die Süße der Maiskerne, die zusätzlich Crunch verliehen. Der Mais war wieder der Hit, diesmal vielleicht noch besser, weil der Mais von hier um die Ecke kam und absolut frisch war.

Sehr zu empfehlen!

Dieses Gericht würde auch hervorragend ohne Fleisch funktionieren, vielleicht mit einer Salsa oder einem Joghurt Dipp für die Küchle.

 

Kalbskotelett Kartoffelküchle Mais 1

 

Kalbskotelett Kartoffelküchle Mais 2

 

Kalbskotelett Kartoffelküchle Mais 3

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2 Kommentare zu “Kalbskotelett Kartoffelküchle Mais

  1. ichkoche- Jacktels Rohkost sagt:

    Hi Alex. Sehr schön berichtet und ganz toll gekocht hast Du.Tolle Bilder, das erste ist Dir am besten gelungen. Klasse. Hatte vermutet das Du Urlaub haben könntest, hoffe du konntest dich ein bisschen erholen. Einen wunderschönen Resturlaub wünsche ich Dir. Besten Gruß, Jacob

    Gefällt 1 Person

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