Zicklein Spargel Grie Soß Ofenkartoffel


Auf dem Markt heute morgen war ich zuerst beim Pfälzer. Ich nahm ein paar Kartoffeln für den Ofen mit und etwas frischen Thymian, da sah ich einen Bund zusammengeschnürter Kräuter.

Ich fragte: „Grie Soß?“ Er: „Hajo!“ Ich: „Nemme ma“ 🙂

Anderswo bekam ich noch Spargel aus Bruchsal, wobei der Preis noch nicht wirklich gut ist. Aber mit dem Temperatursturz in der ersten vollen Spargelwoche ist das kein wunder. 2. Wahl kostete 5 Euro pro Pfund, 1. Wahl lag bei 6.95. Preiswert ist anders.

Danach ging es noch zu Herrn Ruf, da ich den Markt letzte Woche verpasst hatte und schon einige Tage keinen guten Käse mehr im Haus hatte.

Beim Hähnchen- und Eierhändler gab es eine Packung Zicklein, wie es hieß „für den Grill“. Das waren kleine Koteletts, ein Rückenstück, ein Unterschenkelknochen und ein Bauchlappen.

Das nahm ich mit.

Zuhause angekommen, schaute ich nach dem Zicklein und stellte fest, daß ich heute Fleisch zum Anbraten hatte und Morgen ein Ragout aus dem Rest machen könnte.

Später nutzte ich das wider Erwarten schöne Wetter und fuhr ein ganzes Stück mit meinem Pedelec, verband das aber mit dem Einkauf von saurer Sahne für die Grie Soß.

Wer nicht weiß, was das sein soll – es handelt sich um die Frankfurter grüne Sosse, die trditionell mit 7 Kräutern gemacht wird: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Dazu kommt Saure Sahne, Creme Fraiche, Buttermilch, etc. in veränderlichen Anteilen und nach Familienrezept, und Essig (2 El bei mir) oder Zitronensaft. Auch wird je nach Menge 1 oder 2 hartgekochte Eier zu der Masse gegeben. Ich hab zuerst den Food processor mit der Schneideklinge benutzt, aber das war mir zu grob. Ich füllte die Menge in einen Mixer um, ließ ihn 2 Minuten auf der höchsten Stufe laufen und hatte eine Konsistenz wie bei einem Smoothie.

Die Mengen waren bei mir geringer, will sagen der Bund Kräuter war nicht schwerer als 30 g. Mir genügte ein 200 g Becher Saurer Sahne und 2 El Weissweinessig, ein hartgekochtes Ei und eine Prise Salz.

Die Kartoffel kam gewaschen bei 200 C in den Ofen, brauchte etwa 40 Minuten. Während dieser Zeit schälte ich den Spargel, gab ihn mit Wasser, einer Prise Salz und Zucker in einen hohen Spargeltopf und dämpfte ihn etwa 12 Minuten. Er hatte noch leicht Biss.

Das Fleisch hatte ich vorher pariert und von den Knochen befreit. Die hab ich dann stark angeschwitzt, ein paar Zentimeter Tomatenpaste mit hineingegeben und scharf angebraten. Dann wurde diese Mischung mit Sherry und später mit einem Glas Kalbsfond abgelöscht.

Ich hab ein paar Mal Wasser nachgefüllt und nach etwa einer Stunde wurde das Sösschen gehaltvoller. Jetzt wurde es eingekocht, leicht mit Speisestärke abgebunden und auf die Seite gestellt.

Das Fleisch wurde mit einer mediterranen Würzmischung geliefert, die hab ich erst beschnüffelt, um zu sehen was das sei, aber es waren mediterrane Kräuter. Die benutzte ich, die Fleischstücke zu würzen. Dann wurden sie angebraten. Ich hab das Fleisch nicht ganz durchgebraten, weil es sich ähnlich verhält wie Lamm.

Als alles fertig war, wurde serviert.

Fazit: Die Grie Soß, der heimliche Star des Abends, ist zwar aromatisch, schmeckt mir aber nicht wirklich. Spargel haben eine Milde, die das Aroma trotzdem nach vorne bringt, so war wenigstens der Spargel nicht umsonst gestochen worden.

(Typisch wird Grie Soß zu Karoffeln und hart gekochten Eiern serviert, vielleicht lag es auch am Stilbruch), aber mit der Kartoffel hab ich die Soß auch probiert – sie ist nicht mein Fall.

Das von den Knochen gezogene Sößchen hingegen war sehr lecker, auch zum Fleisch und der Kartoffel.

 

Zicklein Spargel Grie Soß 1

 

Zicklein Spargel Grie Soß 2

 

 

Zicklein Spargel Grie Soß 3

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10 Kommentare zu “Zicklein Spargel Grie Soß Ofenkartoffel

  1. Landidylle sagt:

    Ich wäre auch beim Fleisch und dem Spargel geblieben, notfalls pur. Das Fleisch sieht sehr gut und zart aus.
    (Grüne Sauce habe ich genau einmal probiert bei meiner ersten Schwiegermutter, einer Hessin. Sie schwärmte da immer so von & ich liebe Kräuter – es war ein Reinfall! Ich mag sie einfach nicht)
    LG Oli

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    • Alex sagt:

      Ich hab jetzt festgestellt, daß es mir genauso geht 🙂 Der Geruch war auch im Kühlschrank ziemlich penetrant.
      Ich glaub die Grie Soß gehört zu den Speisen, die einen „Rite of Passage“ darstellen. Nach dieser Theorie hat jede Nation (jedes Bundesland, etc.) ein Gericht, das zu essen oder geniessen den Aufstieg in die Erwachsenenliga bedeutet und einen gewissen National (Regional, etc.) Stolz hervorkitzelt. Solche Gerichte wären Haggis in Schottland, der verrottete Hai in Island, der Madenkäse in Sizilien, die Kutteln hier in Baden, und die Grie Soß in Hessen.

      Gefällt 2 Personen

      • Landidylle sagt:

        Interessante Theorie Alex! Und hört sich alles furchtbar an. Mindestens. Mal überlegen:
        Ich bevorzuge also hiermit offiziell mein kindliches Gemüt und meinen Ekel vor Labskaus zu kultivieren und auf diesen Part des Hamburger Lokalpatriotismus zu verzichten. Sollte man mir den Status einer echten Hamburgerin aberkennen, beantrage ich als engagierte Exilantin Schleswig-Holstein eingebürgert zu werden. 😉

        Ich glaube wirklich, dass Deine Theorie hinhaut. So muss das sein. 🙂

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      • BAG sagt:

        Würg. Und das les ich zum Frühstück.

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  2. Mmmmmmmh… das macht Hunger! Lg, Bernhard

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  3. Alex sagt:

    Es ist nicht meine Theorie, sondern die eines Comedian vor etlichen Jahren, Namen leider vergessen. Aber ein Hinweis – ich hatte damals die gute alte Tante Zeit abonniert, und im Zeitmagazin jener Tage gab es diese Kolumne. Ich fand sie umwerfend!
    Apropos Schleswig-Holstein… die haben bestimmt auch irgendetwas, das nur ein Schleswig-Holsteiner gut findet. Ich muß mal meinen besten Freund fragen, der wohnt schon seit fast 30 Jahren in Kiel 🙂

    LG Alex

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  4. BAG sagt:

    Das Fleisch sieht herrlich aus, zart und knusprig zugleich. Über die ‚griiene Sooos‘ haben wir uns ja gestern ausführlich unterhalten……

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  5. Double five sagt:

    Hm, Zicklein kenn ich gar nicht, sieht toll aus…

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    • Alex sagt:

      Hier gibt es Zicklein höchstens um die Osterzeit. Oder man findet einen Schäferbetrieb oder einen Hof mit Ziegenzucht, zum Beispiel einen Hof mit Ziegenkäseherstellung. Interessante Rezepte gibt es aus Sardinien und Korsika, beides Inseln, die viel mehr Ziegen als Menschen beherbergen 🙂

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  6. malou sagt:

    Das Zicklein mit deiner wunderbaren braunen Fleischsauce und die Kartoffeln hätten mir gereicht. Ich glaube die grüne Sauce wäre mein Fall auch nicht. Mir kommen da zu viele verschiedene, aber trotzdem kräftige Geschmäker zusammen.LG Malou

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