Rösti Ei Karotten Erbsen Frühlingszwiebel Shitake Bärlauchpesto


Heute hab ich mich ausnahmsweise wieder geärgert. Samstags fand ich den ersten Bärlauch, pflegte ihn, auf dem Heimweg kam ein Plan für ein Abendessen zusammen, vegetarisch. Angekommen ging ich gleich rüber zum teuren Russen, holte dort extra 2 Urkarotten, gelb und violett, dann ein paar ganz frische junge Erbsen in der Schote, tolle Frühlingszwiebel mit großer Knolle und eine Handvoll kleiner Shitakepilze. Ich wollte als Unterlage eine Art Rösti machen. Ich konnte es schon vor meinem geistigen Auge sehen. Dazu sollte es dann zerte Tupfer Bärlauchpesto geben.

Gesagt, getan: Als erstes das Pesto –

ein halber Bund Bärlauch, kleingehackt

30 g Pinienkerne (ich hab vergessen, sie anzurösten)

1 nicht zu kleines Häufchen Parmesan, frisch gerieben

ein paar Löffel Olivenöl nach Gefühl – es muß fliessen können

eine Prise Salz

 

Jetzt schälte ich zwei mittelgroße vorwiegend festkochende Kartoffeln und rieb sie auf einer groben Reibe. Die geriebenen Kartoffeln kamen mit etwa 2 Esslöffeln Mehl und einer guten Prise Salz in eine Schüssel, wo ich die Zutaten mit einer Gabel vermengte. Meine kleine Le Creuset Emaille/Gusseisenpfanne wurde mit Rapsöl erhitzt, ein Edelstahlkochring von 8 cm Durchmesser wurde in die Mitte gesetzt und die Kartoffelmasse in den Ring gegeben. Er war bis zum Rand voll. Jetzt stellte ich den Ofen an, wenigstens dachte ich das, und stellte die Pfanne in den Ofen, nachdem ich den Ring nach ein paar Minuten gewendet hatte.

 

Danach wurden die Erbsen in leicht gesalzenem Wasser ein paar Minuten blanchiert und wieder herausgenommen.

Jetzt kamen die der Länge nach geviertelten Karotten ins Wasser und wurden ein paar Minuten weicher gekocht und auch wieder entfernt und beiseite gestellt.

Die Frühlingszwiebel halbierte ich der Länge nach und briet sie langsam in Olivenöl an. Zu diesen gesellte sich eine in Streifen geschnittene Paprika.

Jetzt kamen auch die fast garen Karotten und die Erbsen dazu.

Ich stellte das Wasser für das weichgekochte Ei auf und holte ein Bio-Ei aus dem Kühlschrank.

Als das Wasser fast kochte, wollte ich nach dem Rösti schauen, weil es ja in die Endgerade ging. Der Ofen war kalt, der Temperaturregler stand auf 190 C, der Regler für die Heizart auf 0.

Mist! Wasser ausschalten, 30 Minuten länger einplanen Regler auf Ober- und Unterhitze, Fernsehschauen-Das perfekte Dinner.

30 Minuten später Wasser wieder anschalten, Ei bei kochendem Wasser 4 1/2 Minuten hineingeben. Das Rösti aus der heissen Form schneiden mit Topflappen und scharfem Messer.

In der Zwischenzeit den Teller anrichten. Die Karotten verschwinden fast im Teller, das Rösti ist kaum noch zu sehen, ach Mist, ich muß die Shitake noch anbraten. Die Eieruhr klingelt, Ei ist fertig, abschrecken, Shitake in die heisse Pfanne, versuchen das Ei zu pellen. Geht nicht, es reisst auseinander. Ich versuche ein bisschen davon aufs Rösti zu retten, überall klebt das blöde Eiweiss an der Schale. So’n Mist aber auch! Die Shitake kleben in der Pfanne. Ich fluche und drohe Ei und Pilzen mit Rauswurf. Die Pilze lösen sich endlich, ich klatsche sie wie sie sind auf den Teller, man kann eh‘ nichts mehr richtig erkennen. Jetzt nehm ich mein tolles Pesto und will es elegant drapieren, aber es plumpst hin, wo es will.

Oh Mann! An diesen Tagen sollte man gar nicht aufstehen.

Das allerblödeste dabei ist, daß es ziemlich gut geschmeckt hat, das aber auf den Fotos überhaupt nicht zum Ausdruck kommt. Schon ein Grund, sich zu ärgern, wie ich finde.

 

Rösti Ei Karotten Erbsen Bärlauchpesto 1

 

Rösti Ei Karotten Erbsen Bärlauchpesto 2

 

Rösti Ei Karotten Erbsen Bärlauchpesto 3

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8 Kommentare zu “Rösti Ei Karotten Erbsen Frühlingszwiebel Shitake Bärlauchpesto

  1. cornelia1972 sagt:

    geh ärger Dich nicht – g’schmeckt hat es – das ist die Hauptsache – und es klingt auch gut – und die Fotos müssen nicht immer perfekt sein – ist ja ein Foodblog und kein Fotoblog;-) GlG aus dem regnerischen Wien

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  2. Ich lese hunderte „perfekte“, langweilige Blogeinträge. Deiner gehört zu den lustigen, ehrlichen und scheinbar war’s voller Geschmack. Supergeil oder?
    Liebe Grüsse, Bernhard

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  3. malou sagt:

    Ich musste schmunzeln als ich deinen Text gelesen habe! Ich hatte ein kleines déjà vu. :)) ich glaube, jeder der sein Essen versucht perfekt auf den Teller zu bringen und dann auch noch stilvoll zu fotografieren, weiss von was du da erzählst. Aber am Besten hat mir gefallen dass du das perfekte Dinner dazwischen schaust! Mach ich auch 😉 LG

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  4. Alex sagt:

    Ertappt! Ich schau schon seit Kochduell – eine feste Größe in meinem Tagesablauf 🙂

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  5. Achja dieser wunderbare Stress wenn man ein super Essen UND ein super Foto will ! Ich muss zugeben das Rösti musste ich erstmal eine Weile suchen 😀 Aber die Fotos finde ich ehrlich gesagt sehr schön..kreatives Chaos sag ich da nur.
    Liebe Grüße

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    • Alex sagt:

      Danke für die tröstenden Worte 😉
      Die Suche nach dem Rösti erinnert mich an den alten Witz: “ Wie fanden Sie ihr Schnitzel? Unter dem Salatblatt!“
      Der Witz ist, das Rösti war mindestens 5 cm dick (so hoch wie der Kochring). Es zeigt, zuviel Gemüse ist auch keine Lösung 🙂

      Gefällt mir

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