Coq au Riesling


Heute hatte ich Lust auf Hähnchen, und zwar geschmort. Mir fiel Uschi’s Post (55 plus) von Anfang Dezember ein, ein Coq au Calvados, und unsere kurzen Kommentare dazu.

Das Calvados Huhn reizte, da ich aber in relativer Nähe zum Elsaß lebe, und dazu noch einen elsässischen Riesling im Haus hatte, war die Entscheidung eigentlich schon gefallen.

Ich machte mich nochmal mit einem Rezept firm, das Erwähnung verdient (und ich habe es glaub ich auch schon mal erwähnt – aber es hat eine schöne Ironie). Mein Rezept stammt aus einem in Englisch verfassten Buch einer Amerikanerin und einer bekannten Kochschule in Paris (Anne Willan & l’Ecole de Cuisine La Varenne, Paris) aus dem Jahr 1981 mit dem Titel „French Regional Cooking“.

Das Buch ist unterteilt in 12 Regionen und stellt typische Produkte und Rezepte der Region vor. Insofern ist es gar nicht amerikanisch, auch hat die Autorin einige Jahre in Frankreich gelebt.

Die Rezepte selbst lesen sich als authentisch, und ich habe mehrere davon auch schon mit dem Larousse gastronomique verglichen und keine großen Unterschiede festgestellt.

Zum Rezept selbst ist anzumerken, daß es einige Unterschiede zum Klassiker „Coq au Vin“ gibt. Einmal kommt ein Riesling statt eines roten Burgunders zum Einsatz, zum Anderen gibt es hier nicht die sehr aparte und geschmacklich starke Kombination aus Speck, Champignons und kleinen Zwiebeln.

Stattdessen wird das Huhn in 4 Teile geteilt und in einer Mischung aus Öl und Butter angebraten. Zuerst kommen 4 El gehackter Schalotten für 2 Minuten dazu, dann wird es mit einem Schuss Cognac übergossen, angezündet und abgeflämmt. Dann folgt eine halbe Flasche Riesling (375ml), ein Bouquet garni, Salz, Pfeffer und eine Prise Muskat.

Das Ganze wird jetzt mit Deckel bei kleiner Hitze entweder auf dem Herd oder im Ofen etwa 40 Minuten gegart.

In der Zwischenzeit werden 250g Champignons in Butter angebraten und gleich mit dem Saft einer halben Zitrone übergossen und mit Deckel etwa 10 Minuten ziehen gelassen. Die Champignons kommen mit der Flüssigkeit zum Fleisch. Das Fleisch wird nach der Garzeit vom Topf entfernt und warm gehalten. Die Champignons ebenso.

Jetzt wird ein Becher Sahne (oder Creme Fraiche, wer es lieber säuerlicher mag) mit einem Eigelb vermischt und in die abgeseihte Sauce gegeben. Die Mischung wird vorsichtig erhitzt, bis das Ei die Sauce legiert.

Nicht kochen lassen, sonst flockt das Ei aus.

Jetzt nur noch mal abschmecken.

Bei mir gab es gute Tagliatelle dazu, außerdem auf einem Nebenschauplatz Bohnen, Speck, Karotten und Erbsen (Erbsen waren TK), und zwar, weil mir das Coq natürlich zuviel ist und ich gerne noch 2-3 Chicken Pot Pies backen möchte. Mein Problem besteht nur darin, daß ich keine Aluförmchen finden konnte, die ich mit dem pikanten Mürbteig hätte auskleiden können, um sie anschließend mit Huhn, Sauce und Gemüse zu füllen, mit einem Deckel zu versehen und sie im Ofen auszubacken.

Aber mir fällt bestimmt noch irgendetwas ein 🙂

Das Coq au Riesling ist zu Recht ein elsässischer Klassiker – die Säure von Riesling und Zitronensaft, gepaart mit dem herzhaften Geschmack des Fleisches, macht zusammen mit der Sahne ein sehr rundes, geschmacklich tiefes Erlebnis. Im Elsaß werden wohl gerne Spätzle serviert, die mag ich aber nur frisch und dazu war ich zu faul…

 

Coq au Riesling 1

 

Coq au Riesling 2

 

Coq au Riesling Sauce

 

Beilage Erbsen Karotten Bohnen Speck

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6 Kommentare zu “Coq au Riesling

  1. BAG sagt:

    Das klingt sehr lecker. Und stimmt – Spätzle würden perfekt dazu passen.

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  2. malou sagt:

    Das hat sicherlich wunderbar geschmeckt, und der Cognac gibt dem Ganzen bestimmt einen besonderen Geschmack. Du hast geschrieben dass du nahe zum Elsass wohnst, dann musst du dir dort unbedingt so einen tollen emaillierten Tortenform , resp. Topf kaufen mit Deckel um deine Chicken Pot Pies zu backen.Ich mag die Elsässer Poterie sehr, sie ist wunderschön. LG Malou

    Gefällt 1 Person

    • Alex sagt:

      Der Cognac hat tatsächlich einen sehr guten Geschmack gemacht 🙂
      Ich hab zwar noch keinen Terrinentopf, aber meine Mutter hatte einige Stücke aus Soufflenheim. Ich mag sie auch, aber sie erinnern mich auch an die Töpfereien im hessischen Ort Erbach, die haben auch diesen schönen bäuerlichen Charakter und eine 400jährige Tradition. Ist auch ein Ausflug wert!

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      • malou sagt:

        Ich habe den Ort Erdbach gegoogelt, weil ich mir diese Töpfereien ansehen wollte, habe aber leider nichts dergleichen gefunden. Aber so wie du sie beschrieben hast, sehen die bestimmt auch sehr schön aus. LG Malou

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  3. Alex sagt:

    Malou, google nochmal, aber Erbach, oder bei Google Bilder unter Erbacher Toepferei.
    Liebe Grüße, Alex

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