Rührei Pfifferlinge Spinat Kartoffel


Ich wußte, daß ich heute Abend fleischlos essen wollte, und dachte nach was ich letztens bei meinem teuren russischen Gemüsehändler gesehen hatte. Da fiel mir der Spinat ein. Es ist ja leider nicht mehr die Zeit des zarten Babyspinats, den man sogar als Salat essen kann, stattdessen sind die Blätter fast Elefantenohrengroß. Macht aber nix, ich mag Spinat egal wie.

Das liegt daran, daß ich eine Mutter hatte, die einige Lebensmittel liebte, aber mit anderen gequält worden war. Und diese Dinge gab es bei uns nicht. Ich konnte also selbst entscheiden, ob und wann ich ein heikles Lebensmittel ausprobieren wollte. Dazu gehörte Spinat. Als ich den dann selbst entdeckte (als ganze-Blätter-Spinat, den mit dem Blubb kannten wir schon aus Hort und anderen Etablissements), war ich hin und weg. Ich liebe ihn! Genauso ging es mir zB mit Kalbsleber oder Nierchen – die gab es nie, weil meine Mutter diese Dinge hasste. Ich dagegen find die sehr lecker!

Jedenfalls fand ich erstmal einen leeren Spinatkorb vor. Ich hab dann ziemlich entgeistert geschaut, bis er mich fragte, ob ich etwas Bestimmtes suche. Es stellte sich heraus, daß er immer genug Spinat in der Hinterhand hat, wie er sich ausdrückte. Von dem nahm ich zwei Händevoll mit, außerdem 1 kg festkochende Kartoffeln. Dann sah ich die Pfifferlinge – sie müssten eigentlich keine Saison mehr haben, aber die waren aus Bayern und real. 100 g haben mir gereicht.

Glückliche Eier hatte ich noch vom Markt daheim, wobei ich normalerweise ganz klassisch Spiegeleier zum Standardrezept mit Spinat und Kartoffeln mache.

Aber ich hab die letzten paar Sonntagmorgen das Rührei wiederentdeckt und mich neu in diese feuchte schlonzige Konsistenz verliebt, die nur erfordert, die Eier schnell alle 10 Sekunden einmal zu rühren, insgesamt dreimal, und dann auf den Teller zu geben, sonst sind sie zu trocken.

Für diese Eier hab ich die Pfifferlinge vorher geputzt und in Butter angebraten, herausgenommen, die Pfanne ausgeschwenkt, wieder erwärmt, ein weiteres Stück Butter hinein, dann die Eier, einmal rühren, Pfifferlinge wieder hinein, nochmal rühren, warten, nochmal rühren, fertig.

Die Kartoffeln hatte ich schon vorher gekocht. Also mußte ich noch den Spinat machen. Dazu hab ich ihn gewaschen und abtropfen lassen. Eine Knoblauchzehe würfeln, in wenig Öl anbraten, den noch nassen Spinat in die heisse Pfanne geben, salzen, etwas Muskat, umrühren und eindampfen lassen, nächste Portion, das gleiche Spiel, bis der Spinat komplett gegart ist. Abschmecken. Man kann an dieser Stelle einen oder mehrere Löffel Saure Sahne oder Creme Fraiche dazugeben, aber das war heute nix für mich.

Das hat heute viel besser geschmeckt als mit Spiegelei, weil der ganze Geschmack des Eis überall war (und es waren wirklich gute Bio-Eier).

Ja manchmal sind es eben die kleinen einfachen Dinge, die gut zubereitet dann doch einen großen Genuss ergeben!

 

Rührei Pfifferlinge Spinat Kartoffel 1

 

 

Entenbrust Karotten Reis


Der kreative Entscheidungsprozeß bei der Menü- oder Speisenfindung ist einer, den ich nur sehr schwer wiedergeben kann.

Heute zum Beispiel dachte ich zuerst darüber nach, ob ich Pasta (Arrabiata) machen sollte, aber dann hätte ich nichts posten wollen, weil ich das schon ein oder zweimal gezeigt habe.

Dann dachte ich, ich könnte eines meiner vielen rohen oder schon gekochten Sachen auftauen, aber da kam auch keine rechte Lust auf. Dann war ich in einem Laden, da gab es gefrorene Barbarie-Entenbrüste (von Weibchen, also etwa bei 300 g), und da hat es dann Klick! gemacht. Zuerst sah ich den Rotkohl im Froster, dann fiel mir ein, daß ich das auch schon einige Male gezeigt habe, dann wurde mir asiatisch, bis mir einfiel, daß ich dafür die Gemüse, Ingwer, usw. nicht Zuhause hatte, bis ich dann von orientalischen Karotten und einem mittelöstlichen Reis fantasierte 🙂

Die Ente hab ich in lauwarmem Wasser aufgetaut. Einen Basmati-Reis hab ich auf die übliche Art gemacht. Die Karotten wurden geschält, in schräge Scheiben geschnitten und mit Prisen von Salz und Zucker geköchelt. Am Ende der Garzeit gab es eine Gewürzmischung aus der Mühle (von Aldi vom letzten Jahr: Orientalische Gewürzmischung mit Orangen), das aus Koriander, schwarzem Pfeffer, Fenchel, Cumin, Tomatenflocken, Ingwer, Knoblauch, Orangenöl, und Paprika besteht, und eine Flocke Butter.

Die Ente bekam eine rautenförmig eingeritzte Haut und wurde nach dem salzen und pfeffern auf der Hautseite etwa 8 Minuten auf mittlerer Hitze angebraten, dann für 5 Minuten bei 180 C in den Ofen. Es war fast schon zu lange. Sie wurde dann in Alufolie eingewickelt und noch 5 Minuten in den offenen Ofen gegeben, um zu ruhen.

Von der Pfanne, in der ich die Ente angebraten hatte, hab ich das Fett abgeschüttet, aber dann einen Balsamicoessig dazugegeben, um die Pfanne zu deglacieren (die kleinen aromatischen Fleischstückchen und den Geschmack abzulösen), dann ein Achtel Rotwein dazu, das einkochen und mit Salz und Pfeffer abzuschmecken. Dazu kam der Fleischsaft der Ente, nachdem sie aus der Folie gepackt wurde, und dann nochmal, nachdem ich sie in dünne Scheiben geschnitten habe. Sie hat echt gut geschmeckt.

Der Reis wurde noch mit Cranberrystückchen und gerösteten Walnuß-Stückchen (frisch aus der Pfalz) gepimpt und erinnerte ein bißchen an persischen Reis, auch wenn der traditionell mit Safran gemacht wird.

Auf alle Fälle hat es als Montagsessen gepasst, UND morgen gibt es mittags die andere Hälfte!

 

Entenbrust Karotten Reis 1

 

Entenbrust Karotten Reis 2

Geburtstagsmenü


Gestern hab ich zum Geburtstagsessen eingeladen – 5 Gäste sollten es sein, einer war im letzten Moment verhindert.

Ich poste nicht alles, weil ich einerseits einmal vergessen habe, Fotos zu machen, und andererseits viel aus meinem Fundus geschöpft habe und die Gerichte schon mal gepostet waren.

Es hat gegeben:

  1. Bruschetta Steinpilz Landschinken Pamesan Olivenöl
  2. Tomatentarte Ziegenkäse
  3. Blade Steak Guacamole
  4. Panna cotta Feigensauce Walnuss
  5. Käseplatte

Das Brot für das Bruschetta war ein gelbmehliges Ciabatta vom Markt, von einem italienischen Bäcker, der original italienisch backt. Da gibt es auch Brote, die fast zwei Meter lang sind und bei Bedarf in kleinere Kanten geschnitten und dann abgewogen werden. Auch vom Markt kamen die Steipilze, 8 relativ große Exemplare. Außerdem kann ich den Markt nicht verlassen ohne Herrn Ruf, meinen Käsehändler aufzusuchen. Dort kaufte ich die Käse für die Platte, aber auch den Ziegenkäse für die Tarte. Beim Metzger (Zorn) gab es feinst aufgeschnittenen Landschinken aus der eigenen Produktion und das Blade Steak.

Das Ciabatta wurde in nicht zu dicke Scheiben geschnitten, die dann getoastet wurden, Darauf kamen ein paar Tropfen Olivenöl. Die vorher geputzten und in Schinken gewickelten Steinpilze wurden langsam in wenig Olivenöl angebraten und im Ofen weich gegart. Danach hab ich sie auf’s Brot drapiert und eine Scheibe Parmesan darauf gelegt.

Bruschetta Steinpilt Landschinken Parmesan Olivenöl

Kritik: Das hab ich schon mal besser gemacht. So gut der Schinken war, so sehr salzig war er auch und dominierte den Steinpilz. Der Parmesan passte zwar, wäre aber gerieben in geringerer Menge besser gewesen. Frau B. sagte noch, ich sollte nicht vergessen das Brot mit Knoblauch einzureiben – prompt vergessen. Aber es hat allen geschmeckt, und der Steinpilz war groß genug, nicht komplett unterzugehen.

Die Tomatentarte hab ich im Sommer gemacht nach einem Rezept von mamangerie. Dortmals hat es richtig toll geschmeckt. Dieses Mal hatte ich einen besseren Ziegenkäse mit viel Geschmack. Dazu kam 1 El Senf, 1 El Honig, 1 Eigelb und Thymianblättchen. Die Masse wurde auf einen Tarteteig aufgetragen (nicht selbst gemacht). Dann wurden die Tomaten (gelbe Cocktail- und rote Kirschtomaten) in Butter mit Zucker (jeweils 25 g) angebraten. Nicht zu lange braten, damit sie nicht platzen, dann in die Form füllen und eine halbe Stunde bei 200 C backen. Ich hab nach 20 Minuten eine Alufolie drüber gemacht. Sie war etwa 1 Stunde vor Eintreffen der Gäste fertig, war aber noch relativ flüssig. Sie wurde dann aber fester.

 

Tomatentarte 2

Kritik: Geschmacklich lecker, war sie fast zu frisch, um zu einer Einheit zu werden. Heute hab ich das letzte Stück zum Abendessen aufgewärmt, und es war viel besser. Nächstes Mal einen Tag vorher machen und kurz aufwärmen. Der Ziegenkäse war eine echte Bereicherung.

 

Das Steak und die Guac haben kein Foto, weil ich vergessen hab eines zu machen. Es war gut, wenn auch nur knapp warm genug (geschuldet der Kerntemperatur von 60 C für rare und 10 Minuten Entspannung in der Alufolie). Die Guacamole gab es für die Koriandergrünhasser auch mit Petersilie. Dieser Gang kam auch gut an, ich hätte mir nur warme Teller gewünscht (Dabei fällt mir ein, daß ich ein Aufwärmteil habe und nicht weiß, wo es ist 🙂  )

 

Die Dessertvariante wurde in Kiel erstmals hergestellt, wobei mein Patissier dort die ehrenvolle Aufgabe hatte, die Panna cotta herzustellen 🙂 Salute M! Jedenfalls hatte er das bessere Rezept. Das macht mich auch ein bißchen ärgerlich, weil mein Rezept aus dem „Silberlöffel“ ist, der definitiven Rezeptsammlung aus Italien. Der Text war auch etwas konfus. Aber genug der Ausreden, es war schlicht nicht genug Gelatine dran. Das Rezept forderte 2 Blätter, 3 wären besser gewesen. Außerdem 475 ml Sahne, 100 ml Milch, 1 Vanilleschote. Milch aufkochen, Gelatine in Wasser auflösen, auswringen und zu aufgekochten Milch geben und einrühren. Sahne aufsetzen, Schote aufschlitzen, dazugeben und aufkochen. Von der Hitze nehmen, Milch/Gelatine unter die Sahne mischen, in Schälchen abfüllen, kalt stellen.

Ich hatte Glück und bekam 8 sehr reife Feigen für 2 Euro. Davon wurden 2 Feigen für die Deko geviertelt, der Rest wurde in kleine Stücke geschnitten. In einer Pfanne wurde Zucker karamellisiert (gerade genug, um den Boden leicht zu bedecken) und anschliessend mit einem Feigenessig abgelöscht und mit einem 1/8 l Rotwein aufgefüllt. Das wurde 5 Minuten mit den restlichen Feigen eingekocht, dann püriert. Wie man sieht, war es schon relativ dick, wie Marmelade, hatte aber einen guten Geschmack. Ich löste ein paar Walnüsse, die der Pfälzer im eigenen Garten hatte, aus und schwenkte die in einem El Honig. Zum Anrichten gab es einen guten Löffel „Sauce“, ein Achtel Feige und eine halbe Walnuss.

 

Panna cotta Feigen Walnüsse

Kritik: Ja wenn die Panna cotta fester gewesen wäre… es hat gut geschmeckt. war aber definitiv zu weich, fast wie eine Creme. Die Beigaben waren alle gut.

 

Der Käsegang wurde sowohl mit Ciabatte und einem – deutschen – Baguette serviert. Das Ciabatta war um Klassen besser.

Es gab die von mir geliebten Standardsorten: St. Nectaire, Neufchatel, Chaource, Brie de Melun?, noch ein Brie :-), Bleu d’Auvergne, Coloummier, und noch einer, den ich vergessen habe.

Sie waren alle auf den Punkt gereift und zeigten sich von ihrer allerbesten Seite. Mein Gast R. suchte nach einem Käseladen im 3x so großen Karlsruhe zum Vergleich und der Ehrenrettung, aber, obwohl ich sehr gerne dort gewohnt habe, kenn ich die Läden dort und es gibt dort keinen vergleichbaren Anbieter (vor allem auch nicht für den Preis!)

Auch hiervon gibt es kein Foto, aber 2 Käseplatten hab ich schon hier eingestellt, die sehr ähnlich sind.

 

Ein nettes Geburtstagsmenü, allerdings mit Schwächen. Das nächste Mal gibt es was anderes.

Apfelpfannkuchen Heidelbeerenpfannkuchen Heidelbeersauce


Für mich ein ungewöhnliches Abendessen. Normalerweise gibt es ein bißchen süß morgens am Wochenende, sonst eigentlich eher weniger. Aber ich hatte einen Blog gesehen (verzeiht mir, ich hab vergessen, welcher), bei dem Apfelscheiben in einem Pfannkuchenteig gewendet und ausgebacken werden.

Dazu hab ich den Apfel mit der Schale in 1 cm dicke Scheiben geschnitten, das Innere entfernt und erst in Butter angebraten (ich hatte Angst, daß die Zeit im Teig dem Apfel nicht reichen würde, gar zu werden).

Danach wurde er im Pfannkuchenteig gewendet und ausgebacken. Der Teig bestand aus einer Tasse Mehl, einem Ei und Milch nach Gefühl (auch etwa eine Tasse – er muß fliessen), dazu eine Prise Salz und 2 flache El Zucker.

Ich mußte die Äpfel immer zu zweit braten, damit sie nicht ineinanderfließen.

Dazwischen hab ich 2 El Zucker karamellisiert, mit Himbeerbalsamico abgelöscht, den Karamell damit aufgelöst und die Heidelbeeren dazugegeben, bis sie mehrheitlich platzten.

Irgendwann nachdem ich die 3 Apfelpfannkuchen schon gewendet hatte, fiel mir ein, daß ich eigentlich Heidelbeeren dazugeben wollte. Dazu war es aber zu spät. Deshalb sieht man im Vordergrund einen Pfannkuchen mit Heidelbeeren ohne Apfel 🙂

Die Sauce war soweit schon ziemlich eingedickt, da hab ich sie nur noch warm gestellt.

Nach dem anrichten, beim fotografieren, fiel mir ein Blog ein (Food, Drugs & Rock ’n‘ Roll), der sich kürzlich darüber aufregte, daß er toll gekocht hatte, aber der Teller Sch… aussah.

Mir ging es heute genauso… Die Sauce sieht aus wie lila Klumpen, die Äpfel sind nicht zu erkennen, die Ränder der Pfannkuchen sind zerfranst – es sieht nach nix aus, aber es war richtig gut, auch wenn ich abends nicht so gerne süß esse…

 

Apfelpfannkuchen Heidelbeeren 1

 

Apfelpfannkuchen Heidelbeeren 2

Salsiccia Karotten Bohnen Kartoffeln


Das hier ist ein ganz einfaches Gericht, das es früher ab und zu gegeben hat und sich anbietet, mehr davon zu machen um etwas davon mit ins Geschäft zu nehmen.

Früher bestand es aus Rinderhack, Karotten und Kartoffeln und nannte sich „Möhrenpfanne“, ein echtes Kantinenessen eben 🙂

Für dieses Mal wollte ich aber Salsiccia nehmen, wegen der schönen Fenchelnote darin. Außerdem hab ich die breiten Bohnen mit dazugegeben, weil sie da waren.

Ich hab alles vorgeschnippelt, dann eine große rote Zwiebel und zwei Knoblauchzehen kleingehackt und zuerst angebraten. Danach hab ich die Salsiccia langsam angebraten.

Währenddessen wurden Karotten, Bohnen und Kartoffeln gargekocht.

Nachdem die Salsiccia gar und kleingedrückt worden war, kamen die Kartoffeln rein, danach die Karotten und die Bohnen.

Ein paar Minuten hab ich das ansetzen lassen, damit es ein bißchen Farbe nimmt, dann hab ich es mit Majoran gewürzt.

Gegen Ende hab ich mit Salz und Pfeffer gewürzt und noch eine mittelscharfe Peperoni mit hineingegeben.

Manchmal muß es gar nichts ungewöhnliches sein. Es hat sehr gut geschmeckt und das Mittagessen für morgen ist auch schon gepackt!

 

Salsiccia Karotten Bohnen Kartoffeln Majoran

 

Salsiccia Karotten Bohnen Kartoffeln Majoran2

 

Steinpilzrisotto


Auf dem Markt heute brauchte ich nicht viel. Ich hab meinen Käsevorrat aufgefrischt, beim Pfälzer ein paar Bio-Zitronen, Schnittlauch und Quitten gekauft, und dann Steinpilze gesucht.

Ich war erst gegen 11:00 da, etwas spät für eine gute Auswahl, aber ich fand noch welche.

Ich hatte mir vorgenommen, heute fleischlos zu kochen, aber das heißt natürlich nicht genusslos 🙂

Steinpilzrisotto hab ich schon zweimal vorher gepostet, allerdings ist das schon eine Weile her.

Ich hab heute beim Querlesen festgestellt, daß es eine optimale Menge an Risottoreis pro Person gibt, nämlich 75 g.

Ich fand das eine gute aber nicht zu große Portion.

Ich hatte Arborioreis, es geht natürlich auch Carnaroli oder Vialone zu nehmen. Es gibt wohl noch andere, aber die hab ich noch nie im (deutschen) Handel gesehen.

Für eine einzelne Portion:

75 g Arborioreis

20 g Butter 20 g Parmesan

Brühe von einem Suppengrün (Karotte, Sellerie, Petersilie, Schalotte/Zwiebel, 3-5 getrocknete Steinpilzscheiben, etwa 1,5 l … es bleibt etwas übrig)

Zusätzlich 5 Steinpilzscheiben einweichen – Steinpilze kleingeschnitten zum Risotto, Einweichwasser zur Brühe

Etwa 80 g frische Steinpilze geputzt und in Scheiben scharf angebraten

2 Steinpilze gedämpft und angebraten als Hingucker 🙂

Noilly Prat oder Riesling

Schnittlauch

Schalotte

Knoblauch

 

In einem Topf bei mittlerer Hitze Schalotte und Knoblauch, beides fein gehackt langsam glasig dünsten. Dann 75 g Reis dazugeben und ebenfalls glasig werden lassen. Den Noilly Prat oder den Wein dazugeben (etwa 150 ml) einkochen lassen. Ich hatte die Hitze auf die Mitte gedreht, damit der Reis nicht zu schnell gart. Insgesamt mußte ich etwa 4 Kellen Brühe dazugeben.

Dazwischen hatte ich die eingeweichten Steinpilze kleingeschnitten und unters Risotto gerührt. Die Kappen und Stiele der frischen Steinpilze wurden in Olivenöl scharf abgebräunt und ebenfalls darunter gemischt. Als der Reis soweit war, kam die Butter und der Parmesan hinein, das bringt meiner Meinung nach die Schlonzigkeit, die ein Risotto ausmacht. Auf vielen Fotos seh ich sofort, daß es zu trocken ist. Die zwei ganzen Pilze hab ich danach in die gleiche Pfanne gegeben, in der ich die Pilzabschnitte anbriet, gab eine Kelle Brühe dazu und einen Deckel drauf. Die Flüssigkeit verdampfte langsam, danach brieten die Pilze auf der Unterseite an. Oben waren sie gar gedünstet. Die wurden als Deko benutzt. Dazu kam noch der fein gewiegte Schnittlauch.

Dazu gab es einen Feldsalat mit Tomaten.

Ich hab nichts vermisst. Steinplze sind immer super, wie ich finde!

 

Steinpilzrisotto 1

 

 

Steinpilzrisotto 2

 

 

Feldsalat Tomaten

Chicoree Schinken Speck


Ich mag ab und zu das etwas bittere Gemüse, als Salat oder eben auch aus dem Ofen. Wobei – bitter ist es eigentlich nicht mehr, neuen Züchtungen sei Dank. Dank? Mir wäre diese Bitternote eigentlich lieber. Inzwischen gibt es fast nur noch Radicchio, der so richtig bitter ist.

Trotzdem hab ich Chicoree gekauft, um ihn wieder im Ofen zuzubereiten. Der Unterschied zu früheren Rezepten liegt in der Beigabe von gebratenem Speck mit Champignons.

Die wurden dem Chicoree/Schinkengemisch zugefügt. Der Schinken war übrigens ein saftiger Winzerschinken. Darauf kam eine Mischung aus 200 ml Hühnerbrühe und 100 ml Sahne. Eine Prise Muskat und Salz, Pfeffer kamen auch dazu.

Nach einer 3/4 Stunde hab ich die Pfanne herausgenommen und 50 g geriebenen Parmesan zugegeben. Normalerweise würde ich Gruyere dazugeben, aber ich hatte keinen. Hat aber auch nicht geschadet.

Nach weiteren 20 Minuten konnte ich servieren. Der Schinken war ziemlich kross, aber das gab einen Crunch wie bei Bacon. Alles gut.

Die Flüssigkeit ist etwas dünn, was mich nicht stört, weil es trotzdem würzig ist, und ich dadurch weniger davon esse, aber wer mehr verwendbare Sauce mag, dickt mit einem El Speisestärke in kaltem Wasser aufgelöst nach.

Das ganze Rezept klingt nach Fleischbombe, aber die 2 Scheiben Schinken hatten gerade 60 g, der Speck war vor dem Auslassen auch bei knapp 60 g, also insgesamt eine weniger große Portion, speziell, wenn man das Gericht zu zweit vertilgt 🙂

 

Chicoree Schinken Speck 1

 

Chicoree Schinken Speck 2

Forelle Kartoffeln Karotten Salat


Immer wenn ich eine Weile Fleisch gegessen habe, kommt der Appetit auf Fisch. Das kann in der Stadt sein, wenn ich an der „Nordsee“ vorbeilaufe und mich die Matjes anlachen, oder aber der Sog der von meinem Lieblingsfischhändler ausgeht, der genau gegenüber der großen Kreuzung sitzt ( und der sonst auch in meinem Viertel wohnt).

Das Problem ist nur, daß er keinen Bach- oder Flussfisch hat, sondern nur Meeresfisch. Eigentlich ist das die meiste Zeit kein Problem, aber ich esse auch sehr gerne Forellen, Saiblinge, Felchen und andere Süßwasserfische. Und die muß ich mir anderswo holen. Diese tiefgefrorene Forelle gab es in einem Supermarkt, ich weiss nicht mehr wo, und ich warf sie in meinen Froster, bis ich mich heute an sie erinnerte.

Der Fisch kam in meinen ovalen Bräter zusammen mit kleingeschnittenem Suppengrün. einem Schluck Weißwein und einem Spritzer Essig.

Dort verblieb er etwa 20 Minuten bei 200 C (er war noch gefroren), wobei ich ihn nach etwa 10 Minuten drehte.

Dazu gab es, ganz einfach, Salzkartoffeln und in Butter geschwenkte Karotten. Außerdem den restlichen Rotkrautsalat von gestern, der heute ganz toll geschmeckt hat.

Den Salat hab ich nochmal mit etwas Meerrettich gepimpt, das war sehr gut. Zur Forelle hab ich ganz klassisch Dillspitzen gegeben.

Ich hatte keine Sauce, aber hab ein paar Löffel des Suds einschließlich Gemüse auf den Teller gegeben. Mit ein wenig Salz hat das ausgereicht, die Feuchte für die Kartoffeln herzustellen 🙂

Ich fand es hat sehr gut geschmeckt.

 

Forelle 1

 

 

Forelle 2

 

Hähnchenbrust Rohkostsalate


Ja was soll das denn? Rohkostsalate, und das im Herbst!

Naja, eine der Gründe für diesen Blog ist, hinter die Geheimnisse guten Geschmacks zu kommen, da gehören für mich tolle Produkte und ungewöhnliche Zubereitungsarten ebenso dazu wie zum Beispiel perfekt angemachten Krautsalat. Das ist nämlich gar nicht so einfach, speziell, wenn ich die Fette wie Mayo oder Sahne/Saure Sahne weglasse.

Und genau darum geht es heute, um’s marinieren „en passant“, im Vorbeigehen quasi. Was natürlich nicht so toll klappte beim Rotkraut, weil da die Lehrmeinung ist, den Salat ein paar Stunden oder über Nacht ziehen zu lassen. Die Zeit war heute nicht. Dafür hatte er besonders viel Crunch.

Überhaupt hab ich heute noch nicht soviel Wert gelegt auf zusätzliche Gewürze, weil mein Focus ein anderer war, aber diese Feinjustierung hab ich schon im Kopf 🙂 .

Was ich beschreibe wird der eine oder andere von seiner Mutter oder Oma kennen, vielleicht macht es er oder sie auch selbst so. Ich erfinde nichts Neues, sondern will festlegen (für mich) wie es am besten schmeckt.

Dazu gibt es auch eine Geschichte. Frau B. und ich sind früher gerne in verschiedene Lokale gegangen. Interessanterweise gab es da ein, zwei Lokale, die zB zum Wurstsalat eine Rohkostvariation dazugaben, die so gut war, daß man das Fleisch fast nicht mehr brauchte. Auch jetzt gibt es ein Lokal, das so etwas gern serviert.

Es gibt aber auch viele Lokale, da ist nichts wie es sein soll – sauer, fad, uninteressant. Die Palette ist breit und erstreckt sich von Dosengemüsen bis zu selbstgemachten Kraut- und Rettichsalaten.

Jedenfalls hab ich heute probiert einige Salate so zu machen, daß sie mir (und hoffentlich anderen) schmecken.

Rotkraut: Auf der Mandoline gehobelt, gesalzen, gezuckert, mit der Hand durchgewalkt, etwa 2 El Apfelessig. Eine halbe Schalotte und einen Viertel Apfel mit hineingerieben.

Karotte: Auch auf der Mandoline, aber mit anderer Reibe. Salz, Zucker, Zitronensaft, nochmal ein bißchen Zucker, ein kleiner Schluck Apfelessig.

Rote Bete: etwa 30 Minuten geköchelt, ausgekühlt, geschält, Prise Salz, Zucker, Apfelessig, Zitrone, marinieren, nochmal abschmecken, Meerrettich frisch drüber reiben.

Grüne Bohnen: Mit Bohnenkraut kochen, herausnehmen, wenn sie noch knackig sind, kalt abbrausen. Mit Apfelessig und Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken, frischen Thymian dazu, Bohnen schräg schneiden (shreddern).

Bei allen Salaten wäre es wichtig, die Zutaten etwas länger marinieren zu lassen. Dieser Luxus stand heute nicht zur Verfügung. Trotzdem haben sie fast alle gut geschmeckt. Eigentlich wollte ich die Bete mit Joghurt und Dill anmachen, aber da kam mir der frische Meerrettich in die Quere. Außerdem kenne ich eine Karottensalatvariation, die mit Ananasstückchen arbeitet: auch sehr apart! Passt übrigens auch etwas Curry dazu (oder ist das jetzt schon zu sehr 70er? 😉 )

Das Rotkraut würde ich so lassen (ich hab ein bißchen mehr gemacht, das mariniert im Moment und wird morgen ausprobiert).

Die Bohnen haben mich auch an die Salate von früher erinnert. Der Thymian und das Bohnenkraut sind definitiv wichtig.

Das Hähnchen kam in die Pfanne, wurde auf einer Seite scharf angebraten, gewendet und nach ein paar Minuten mit Temperaturfühler in den Ofen bei 180 C gegeben. Die Zieltemperatur betrug 79 C. Die wurde nach etwa 15 Minuten erreicht. Ich hab die Pfanne dann auf den Herd gestellt und das Filet mit 1 Tl Honig/1 Tl Senf gemischt eingeschmiert, dann umgedreht und die zweite Seite genauso behandelt. Dann hab ich sie aufgeschnitten und zu den rohen Gemüsen gegeben.

Geschmeckt hat es sehr gut, mein Magen ist allerdings nicht an das viele Rohgemüse gewöhnt und rumort gehörig…

 

Hähnchenbrust Rohkostsalate 1

 

Hähnchenbrust Rohkostsalate 2

Ancho Chilis Adobo Spanischer Reis Guacomole


Heute war mir wieder nach mexikanisch oder besser Tex-Mex inspiriertem Essen, und weil ich die Tiefkühltruhe voll habe mit Sachen, die ich schnell im Geschäft aufwärmen kann, fand ich noch eine Tüte mit gefüllten Ancho-Chilis von Anfang September. Wie die dortmals gingen steht hier. Heute hab ich sie in einen kleinen Topf gegeben und ganz langsam erhitzt.

Heute hatte ich allerdings Lust auf spanischen Reis, dessen Rezept ich von einem Mitarbeiter meiner Mutter in den 70er Jahren bekam, als ich noch keine 20 Jahre alt war.

Ich weiß noch, meine Mutter sagte, er, den ich nicht kannte, würde möglicherweise vor ihr ankommen. So war es auch. Es klingelte, und ein schwerer Mann um die 50 stellte sich vor. Ich ließ ihn herein und innerhalb von 2 Minuten standen wir in der Küche, tranken ein Bier und er fragte, ob ich spanischen Reis kenne. Ich verneinte, und er erbat sich einen Topf, eine Zwiebel und Knoblauch, dazu Tomatenpaste. Zwiebel und Knoblauch wurden fein gehackt und in Olivenöl langsam glasig gedünstet. Dann kam der Reis dazu, der auch solange gebraten wurde, bis er glasig war. Jetzt tat er etwa 5 cm Tomatenmark dazu, und rührte es unter während es langsam Farbe nahm. Dann kam die doppelte Reismenge Brühe drauf (damals noch ein Brühwürfel 🙂 ), dann ein Deckel, und das ganze wurde 20 Minuten bei kleinster Hitze gegart. Bis der Reis fertig war, war meine Mutter auch Zuhause angekommen, und er hatte einen dicken Stein im Brett, weil er ihr die Kocharbeit abgenommen hatte. Ich weiß zwar nicht mehr was es dazugegeben hat, aber den Reis hab ich nie vergessen.

Den Reis heute machte ich genauso, allerdings gab es statt Brühe Wasser dazu. Dafür wurde mein Reis zusätzlich mit Paprika (oder Pimenton) dela Vera gewürzt, das Rauchpaprikapulver, von dem ich zwei Ausrichtungen habe, nämlich süß und pikant.

Ich hab mir gestern eine Avocado geleistet und wollte die auch dazu machen. Es war eine ganz normale, keine Hass-Avocado, und ich hatte Zweifel, ob die innen einwandfrei ist, weil die gewöhnlichen Avocados meist empfindlicher sind. Es gab zwar eine Druckstelle, aber sonst war sie in Ordnung, wenn auch ein bißchen wässriger? als die Hass-Avocados.

Das hab ich beim vermanschen gemerkt, da haben die Hass ein festeres Fruchtfleisch. Geschmacklich gab es aber keinen Unterschied. Ich zerkleinerte eine Knoblauchzehe und zwei Stangen Frühlingszwiebel, außerdem kam der Saft einer halben Limette hinein, eine gute Prise Salz (wichtig!), ein halber Tl Oregano, ein halber Tl Kreuzkümmel und eine Jalapeño-Chili mit Kernen (meine war nicht besonders scharf-vielleicht vorher probieren) und 4 Kirschtomaten, ganz fein gehackt.

Das wurde dann schön gemischt und in einer Schüssel angerichtet. Dazu hab ich einen der eingefrorenen Taco-Fladen aus dem Tiefkühler geholt, kurz aufgetaut und ohne Fett in einer heissen Pfanne auf beiden Seiten angebraten. Sie waren am Schluß noch weich. Wer sie lieber wie Chips mag, tut sie 10 Minuten in den Ofen.

Dann mußte ich nur noch alles auf den Teller geben. Und mein Heißhunger auf Tex-Mex ist wieder für eine kleine Weile unter Kontrolle 🙂

 

Guacamole Taco

 

Ancho Chilis Adobo Spanischer Reis Guacamole 1

 

Ancho Chilis Adobo Spanischer Reis Guacamole 2