Schwein Paprika Chili Kartoffeln


Im Moment hab ich Urlaub, bin aber noch hier in Pforzheim. Ich war heute dabei, ein paar Altgeräte zu entsorgen und fuhr danach zur Tankstelle in der Nähe der Wertstoffstation, um zu tanken.

Ein junger Mann in Tankstellenuniform beäugte mich schon von weitem, und drückte sich, nachdem ich mich mit meinem Auto an die Zapfsäule geschmiegt hatte, zwischen derselben und meinem Wagen durch. Ich schaute ihn etwas verdutzt an und er meinte, er würde das heute für mich erledigen (ohne Aufpreis). Er nahm mir die Autoschlüssel ab, öffnete den Tankdeckel, fragte ob ich volltanken wolle und fing an zu tanken. Dann wollte er Wasser und Öl überprüfen. Er half mir den Auslösemechanismus zu finden, checkte Öl und Wasser, füllte Wasser nach und gab mir die Nummer zur Zapfsäule nachdem der Tankvorgang beendet war. Drinnen zahlte ich ganz normal und bedankte mich anschliessend für den Super-Service und wurde mit einem „einen schönen Tag ihnen“ verabschiedet. Draußen hatte der junge Mann in der Zwischenzeit alle Fenster geputzt und war dabei, den nächsten Kunden zu finden. Ich bedankte mich auch bei ihm und versprach, wieder zu kommen. Auf der Fahrt zurück hab ich nachgerechnet – ich war ein junger Teenager, als meine Mutter öfters auf dem Weg zur Arbeit an einer Essotankstelle (in Nußloch bei Heidelberg) hielt, um zu tanken. Die war, was man „full service“ nannte, also tanken, Luft, Wasser, Öl, Scheiben, alles in der Zeit, die es brauchte, den Wagen vollzutanken. Aussteigen mußte man auch nicht, es wurde am Autofenster abkassiert. Diese Tanke baute während dieser Zeit um, und es war vorbei mit der Pracht dar Vollbedienung. Das ist etwa 4o Jahre her. In Zeiten der Dienstleistungsgesellschaft finde ich ist das eine Idee, die gerne wieder etwas an Popularität gewinnen könnte 😉

Auf dem Weg zurück kam ich beim Metzger Zorn vorbei, neugierig, ob er etwas Neues in der Auslage hat. Den jungen Mann an der Theke kannte ich noch nicht, fragte ihn aber gleich nach einem Fleisch, das in der Auslage lag, das ich noch nicht kannte. Ich kann mich nicht an den Namen erinnern, aber er war italienisch und meinte ein Stück vom Fleisch vom Schulterblatt (wenn ich das jetzt richtig verstanden hab). Der Metzger empfahl braten oder grillen. Er hat dann noch zwei seltene Stücke erwähnt, die es dort an dem Tag als Belegschaftsessen gegeben hatte(!) und noch erwähnt, daß mein Einkauf eine neue Lieferung der Gemeinschaft Hällisch-Schwäbischer Produzenten war. Ich werde versuchen, den Namen noch nachzutragen, weil das Fleisch wirklich ganz toll schmeckte. Ich hab es in der Pfanne gebraten, nachdem es von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer gewürzt worden war.

Für das Paprikagemüse nahm ich je eine gelbe und eine rote Spitzpaprika, außerdem 3 Ancho Chilis ( der Karlsruher Gemüsehändler hatte wieder welche), entfernte das Kerngehäuse und schnitt sie in breite Ringe. Zusammen mit einer großen Zwiebel und einer Knoblauchzehe schmorte ich das Gemüse in etwas Olivenöl und löschte es dann mit einem Schluck Noilly Prat ab.

Ich ließ es 15 Minuten mit Deckel garen, schmeckte es ab, warf einen Tl Pimenton dela Vera hinein, eine Prise Koriander (gemahlen) und ein paar gemörserte Kapseln Kardamom, und, weil die Anchos gar keine Schärfe hatten, noch eine fein gewiegte Jalapeño Chilischote. Die stellte sich im Nachhinein auch als eher mild heraus, aber es war besser als vorher.

Für die Kartoffeln hatte ich ein paar ganz frische kleine einer neuen Ernte gekauft und nur abgewaschen. Die Haut dieser Erdfrüchte ist so zart, es wäre eine Schande sie zu schälen.

Ich wollte zum X-ten Mal versuchen, diese salzkrustigen Kartoffeln herzustellen, wie sie in Spanien oder auch Portugal mit Mojo Sauce serviert werden.

Heute hat’s geklappt! Der Trick ist (neben der großen Menge Salz, die ins Wasser gekippt wird), daß man das Wasser einkochen läßt, und zwar am Schluß ohne Deckel, und die Kartoffeln nochmal wendet. Das Salz trocknet dann auf der Haut.

Dire Kartoffeln waren sehr lecker, innen cremig und mild, außen schön salzig, aber nicht zu sehr. Man konnte aber auf nachwürzen komplett verzichten.

Es ist kein Sonntags essen, aber das Paprikagemüse ist auf diese Art sehr schlonzig und diese Kartoffeln waren eine Wucht, vom Fleisch einmal ganz abgesehen!

 

Schwein Paprika Chili Kartoffeln 1

 

Schwein Paprika Chili Kartoffeln 3

 

Schwein Paprika Chili Kartoffeln 2

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2 Kommentare zu “Schwein Paprika Chili Kartoffeln

  1. Susanna Marie sagt:

    mmmh das schaut mega lecker aus!!!

    Gefällt 1 Person

  2. BAG sagt:

    Da bin ich neidisch, also auf das Fleisch und die Kartoffeln – das muss ich mal ausprobieren mit den Kartoffeln, aber das hat – glaube ich – grosses Versau-Potential mit Anbrennnen o.ä. … Ich wünschte, es gabe in KA einen Metzger mit diesem tollen Fleisch.

    Gefällt 1 Person

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