Zwetschgendatschi


Den Titel hab ich aus dem Handbuch Backen von Teubner, der mich schon wieder enttäuscht hat.

Da ich letzte Woche unterwegs war, fiel der Sonntagskuchen aus. Umso mehr freute ich mich heute wieder in den Stall zu kommen und holte am Samstag schon 1,5 kg Zwetschgen, mit denen ich einen Zwetschgenhefeblechkuchen wie aus meiner Kindheit backen wollte. Ich hab auch alle Zutaten für den Teig gekauft und bekam im letzten Augenblick kalte Füsse. Das war, als ich beim Kühlregal stand und einen fertigen Hefeteig sah. Ich wurde schwach und benutzte den, statt meinen selbst zu machen.

Allerdings suchte ich vergeblich in meinem großen Arsenal an überflüssigen Geräten nach einem Zwetschgen-Entsteiner und erfand kurzerhand eine Technik, die Zwetschgen auf- aber nicht durchzuschneiden und quasi der Länge nach zu vierteln, weil das, nach Buch, die Belegerei viel leichter macht.

Das Belegen war wirklich einfach Dank der Technik, die Enttäuschung bezieht sich auf die Mengenangaben für die Streusel, die auf den Kuchen kommen: Das Rezept verlangt 350 g Mehl, 200 g Zucker und 200 g Butter. Ich habe einige Streusel auf meinem Kuchen verteilt und habe bestimmt noch 3/4 der Streuselmasse übrig. Kennt da jemand schnell ein Rezept?

Wenn der Originalteig jemanden interessiert:

500 g Mehl

3/4 Würfel Hefe

1/4 l lauwarme Milch

40 g Butter

1 Ei

50 g Zucker

1/4 Tl Salz

Vorteig zubereiten, gehen lassen, Teig schlagen, wieder gehen lassen, ausrollen, wieder gehen lassen, belegen, backen. Details in einschlägigen Backblogs.

Ach ja-knapp 50 g Mandelstifte gab es auch noch dazu. Die Temperatur betrug 180 C, die Backdauer etwa 35 Minuten.

Übrigens: Der Zwetschgenkuchen meiner Kindheit war einer ohne Streusel. Die Kuchen wurden am Band gebacken, nachmittags, nach dem alle verfügbaren Personen gemeinsam alle Zwetschgenbäume auf einen Rutsch abgeerntet hatten. Die Frauen waren in der Küche, verwandelten diese in eine Backstube und holten ein Blech nach dem anderen aus dem Ofen und verteilten diese an die hungrigen Pflücker. Das Getränk dazu war Caro-Kaffee, ein Übrigbleibsel aus der „Ersatz“-Zeit vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Er wird aus Zichorie gemacht (fragt mich nicht, was das genau ist, muß ich erst googeln). Aber Kinder konnten und durften den auch schon trinken, also auch ich. Man fühlte sich gleich auch erwachsen.

Caro-Kaffee gibt es glaub ich immer noch.

 

Zwetschgendatschi 1

 

Zwetschgendatschi 2

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