Fritteddo Salsiccia


Seit Wochen freu ich mich auf diesen Moment – wenn es die ersten Saubohnen, Erbsen und Artischocken auf dem Markt gibt. Artischocken gibt es ja schon früher, auch die kleinen, die für dieses Rezept richtig sind, aber Erbsen und Saubohnen machten sich dieses Jahr rar; es war einfach zu kalt.

Letztes Jahr hatte ich diesen Gang (zumindest den Gemüseteil) an Ostern serviert, dieses Jahr war Ostern dafür eine Woche zu früh.

Ich sag es gleich dazu – Erbsen gibt es immer noch nicht, die hab ich mit TK Erbsen ersetzt, eine der wenigen legitimen TK Ersatzgemüse, meiner Meinung nach.

Aber die Saubohnen hab ich vom Türken am Rand des Marktes, der immer eine große Menge Kisten herumstehen hat, fast wie ein Großhandel. Der macht auch sympathische Beutel, gefüllt mit allem möglichen, das er dann für €2 pro Beutel verkauft, also zB. 1 kg Saubohnen (billig!) oder 10 Knollen Knoblauch (auch billig) oder oder oder…

Die Saubohnen sind noch ein Ticken kleiner, was bedeutet, das man die Kerne kaum mehr sieht, zumindest von den kleinen. Dafür waren sie sehr zart mit ganz feinem Aroma.

Bei einem anderen Händler entdeckte ich ein Angebot für Artischocken – 3 für €2, was im Moment auch preiswert ist (normalerweise .80 – €1.00/St. für die kleinen. Die großen kosten noch über €2.50/St. ). Der Händler war sehr freundlich und hat mir sogar noch eine vierte Artischocke umsonst mitgegeben. Zu dem geh ich wieder, weil ich dort auch Früchte gesehen habe, die ich nicht kannte. Und das kommt nicht oft vor.

Am Abend hab ich dann die Artischocken geputzt und in Zitronenwasser eingelegt, später dann im gleichen Wasser etwa 20 Minuten geköchelt, bis sie weich waren, aber noch Biss hatten.

Dazwischen hab ich die Saubohnen von ihren Schoten befreit, die Bohnen nur einmal aufkochen lassen und sofort abgeseiht, dann jede Bohne an der Längsseite angeritzt und den Kern herausgepresst. Das ist das Gold der Saubohne – süß und frisch wie Frühling sind die Saubohnen, anderswo auch als Fava-Bohnen bekannt, eine echte Delikatesse.

Ursprünglich hab ich vor einigen Jahren ein spezielles Rezept von Marcella Hazan entdeckt, der Frau, die ganze Generationen von Amerikanern an die authentische italienische Küche herangeführt hat. Ihr Rezept stammt aus Sizilien, wird nur die kurze Zeit im Frühling gekocht, in der es alle Zutaten frisch gibt und beinhaltet eine Zutat, die sehr schwer hier zu bekommen ist, nämlich wildwachsender Fenchel. Man kann das aber vielfältig ersetzen durch das Fenchelgras, das bei der Knolle oben herausschaut, oder durch Dill (auch apart) oder wie heute, durch Zitronenzeste.

Das Gericht kommt ganz einfach zusammen. Man gibt ein paar El Olivenöl in einen kleinen Topf, läßt eine fein gehackte Schalotte darin ein paar Minuten schwitzen ohne Farbe zu nehmen (Elektroherd – zweitniedrigste Einstellung), gibt dann Artischocken und Erbsen dazu, macht den Deckel drauf, läßt es 5 Minuten garen, gibt die Saubohnen und die Zeste dazu, nochmal eine Minute mit Deckel, dann anrichten.

Die Salsicciabällchen hat man natürlich vorher abgedreht und bei mittlerer Hitze angebraten (12-15 Minuten).

Meine Salsiccia war eine Fenchelsalsiccia, insofern hat es die erwünschte Komponente mitgebracht. Sie hat auch wirklich gut gepasst, deftig zu fein.

Ich hab am Schluß noch ein bißchen Parmesan drübergehobelt, statt zu salzen. Wunderbar! Der Frühling ist angekommen.

Ohne Hackbällchen ist das Gericht vegetarisch und dazu sättigend, ohne Parmesan sogar vegan.

 

Fritteddo Salsiccia 2

 

Fritteddo Salsiccia 3

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