Chicorée Parmaschinken Comté Sahne


Eigentlich war alles eine Komödie der Irrungen: Auf dem Markt Samstag letzter Woche war ich beim (sehr guten, sehr teuren) Italiener, und wollte von ihm ein paar schöne Scheiben gekochten Schinken, weil seine die einzigen sind, die groß und lecker genug sind, um die zuvor gekauften Chicorées einzuwickeln. Dann kam aber die Einladung dazwischen, die Tatsache, daß die Aushilfe, typisch italienisch, den Schinken hauchfein schnitt, gerade was ich für die Wickel nicht wollte. Es sollten für 220 g etwa €9 geblecht werden, ich war zwar verärgert (und sagte mir wieder mal, hier nicht mehr einzukaufen), aber als ich nach Hause kam, kam der Rest der Wahrheit ans Licht: die Aushilfe hatte mich verwechselt und mir noch ein Pfund Mozzarella di bufola eingepackt. Das einzig Dumme ist, daß ich den Frischkäse nur angebräunt auf Pizza mag, die aber schon seit Jahren nicht mehr esse, weil sie mich unglaublich satt macht.

Also mußte ich umdisponieren und den Bufola mit Tomate und Basilikum/ÖL/Essig als dritte Vorspeise auf die Einladung mitnehmen. Ich kam so spät von der Party zurück, daß ich gar nichts mehr machte. Heute fand ich Champignons und Chicorée, außerdem eine Scheibe Parmaschinken von 3mm, die an sich für eine vierte Vorspeise geplant war, nämlich gefüllte Champignons nach Cajun-Art, die aber durch Überangebot ausfielen.

Da der gekochte Schinken (übrigens superlecker) im wahrsten Sinne des Wortes verfrühstückt wurde, hab ich den rohen Schinken sehr fein gewürfelt.

Die Champignons wurden in nicht zu feine Scheiben geschnitten und in einer sehr heißen Pfanne ohne Öl angeschwitzt. So fallen sie am ehesten zusammen. Die hab ich dann erstmal aus der Pfanne entfernt. Dann kam etwas Olivenöl hinein, und die Chicorée (halbiert und Strunk großzügig herausgeschnitten) wurden angebraten, um ein wenig Farbe zu nehmen. Einmal hab ich sie umgedreht, dann mit Weißwein abgelöscht, und mit Deckel etwa 5 Minuten geschmort. Danach kamen die Champignons, die Schinkenwürfel, eine fein gehackte Knoblauchzehe, etwas Salz, Pfeffer, Muskat, ein 3/4 Becher Sahne und etwa 35 g geriebenen besten Comté dazu. Das wurde etwa 25 Minuten bei 200 C im Ofen ohne Deckel gratiniert.

Es war etwas rustikaler als der französische Klassiker, den ich hier auch schon mal gepostet habe. Aber durchaus messbar. Die Parmastückchen waren ungemein würzig und intensiv und waren ein echter Vorteil, geschmacklich gesehen. Der Comté war jetzt nicht sehr dominant aufgrund seiner geringen Menge, aber wenn man mal eine Schippe bekam, war das ein gutes Gegenstück zum Schinken. Und trotzdem man dem Chicorée fast schon alle Bitterstoffe ausgetrieben hat, hatten meine Früchte doch noch einen Anteil daran und erhöhten damit das (erwachsene) Vergnügen. Ich würde es auf alle Fälle noch mal so aus der „Lameng“ machen, das hat sich gelohnt!

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