Grünkohl Mettenden Kartoffeln Strudel


Auf dem Gutenbergplatz gab es, selten genug für Süddeutschland, Grünkohl. Das war eine Einladung, sich mit dem Nordgemüse auseinanderzusetzen. Gegessen hab ich ihn vor Jahren schon mal, aber noch nie selbst gemacht.

Im Laden beim Kauf anderer Zutaten hab ich eine Kochzeitschrift durchgeblättert (vergessen, welche, aber war nichts Bekanntes) und fand ein Rezept für Grünkohl mit Mettenden und Kartoffeln im Filoteig. Dazu hatten die eine Senf-Sauerrahmsauce.

Das hat mir gefallen, weil es optisch mehr hermacht als den kuhfladenmäßig angemachten Grünkohl.

Die Herstellung war denkbar einfach. Ich habe eine 100 Gramm Scheibe geräucherten rohen Schinken in etwa einem halben Liter Wasser ausgekocht (eine halbe Stunde).

In der Zwischenzeit habe ich den Kohl geputzt und dann noch quer kleingeschnitten. Gänseschmalz, das ich noch hatte, wurde in einem Topf ausgelassen, darauf habe ich dann den Grünkohl gegeben um ihn anzuschwitzen.

Nach 3 Minuten war der schon stark zusammengefallen und wurde mit dem Schinkenwasser aufgefüllt. Der Schinken und die Würste kamen natürlich auch dazu, und das Ganze wurde mit Deckel bei mittlerer Hitze 45 Minuten gegart.

Parallel dazu habe ich 3 festkochende Kartoffeln geschält und gekocht.

Am Ende war wenig Kochwasser übrig, das ich dann abgeseiht habe, damit der Kohl nicht den Filoteig durchsuppt.

Ich legte Backpapier in eine Ofenwanne, gab die eine Hälfte Teig (4 Blätter) auf das Papier, füllte die Hälfte der Kohl-Fleisch-Kartoffelmischung (kleingeschnitten) darauf und verpackte es. Die Menge ergab 2 Päckchen.

Die Naht hab ich nach unten gedreht und die obere Seite mit Öl eingepinselt.

Im Ofen waren die Strudel 25 Minuten bei ca. 180 C.

Die Senfsauce hab ich aus einem halben Becher Joghurt und einem guten Esslöffel mittelscharfem Senf gemacht (körnigen hatte ich nicht da).

Gebraucht hat der Strudel die Sauce allerdings nicht.

Grünkohl Mett Fioteig2

Was mich erstaunt hat, war, daß ich weder mit Salz noch mit sonst etwas gewürzt habe, der Kohl aber sehr aromatisch und rund war. Das hat sicher auch am Schinken und den Würsten gelegen, aber auch am Eigengeschmack des Grünkohls. Für mich schmeckt er zwischen Kohl und Spinat, Frau B. meinte er schmeckt ganz nach Kohl und meinte das positiv.

Ist bestimmt nicht das letzte Mal, daß ich Grünkohl mache. Der Pinkel aus dem Norden, eine selbstgemachte Wurst mit Haferflockenfülle, muß bis dann warten.

Grünkohl Mett Fioteig4

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5 Kommentare zu “Grünkohl Mettenden Kartoffeln Strudel

  1. bag sagt:

    Daumen hoch, das war echt saulecker. Und es stopft. Die zweite Portion hat dann gar nicht mehr gepasst.

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  2. Dagmar aus Unterfranken sagt:

    Hi Alex.
    So kenne ich Grünkohl noch nicht – hört sich aber lecker an.
    Zur Pinkel: kommt wie ich meine von dem lateinischem: Pingelum….
    „Pinkel besteht im Wesentlichen aus Speck, Hafergrütze – nicht Haferflocken, Rindertalg, Schweineschmalz, Zwiebeln, Salz, Pfeffer und anderen Gewürzen – unter anderem Piment. Die genaue Zusammensetzung der Rezeptur wird von den jeweiligen Schlachtern als Betriebsgeheimnis gehütet und ist von Dorf zu Dorf durchaus unterschiedlich.“ So haben wir das hergestellt.

    Bei dem Darm werde ich mich noch schlau machen:
    Pinkel mit höherem Fleischanteil werden auch als Fleisch-Pinkel oder Oldenburger Pinkel bezeichnet. Traditionell wird Pinkel in verzehrbare Schweine-Dünndärme (enger Schweinedarm, Schweinesaitling – kenne ich nicht, viel zu dünn) oder auch Rindermastdärme gefüllt, während heute auch essbare Kunstdärme – noch niiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeee gesehen (Kollagendärme) Herzlichste Grüße
    Daggi

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    • Alex sagt:

      Hi Daggi,
      Fast das gleiche Rezept hab ich in essen & trinken online gesehen, einschließlich des Piments. Der Fehler mit den Haferflocken ergab sich aus dem gleichen Rezept, das die Flocken wohl auch zum dicken einsetzte.
      Was die Därme angeht: Ich weiß, daß man sie bei guten Metzgern vorbestellen kann, hab aber noch keine Wurst selbst gemacht ( aber immer wieder damit kokettiert).

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      • Dagmar aus Unterfranken sagt:

        Hi Alex,
        Därme bekommt man sicherlich – aber ich habe noch nieeee Pinkel im Saitling oder Kunstdarm gesehen – Ich werde mich da noch schlau machen. Normalerweise wird Pinkel auch noch leicht geräuchert.
        Meine Tochter (Metzgergesellin a. D. 😉 ) war jetzt bei ihrem Vater (Metzgermeister a, D,). Ich hoffe sie hat das „Wurstkochbuch“ mitgebracht. Wir wollen uns dann einmal treffen zum wursten.
        Ich hätte so gern wieder selbst hergestellte Wurst.
        Werde meinen Schwiegersohn mal fragen ob er uns einen Räucherofen fertigen kann. DAS wär super.
        Wenn es soweit ist werde ich berichten.
        LG
        Daggi

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      • Alex sagt:

        Hi Daggi,

        Ich habe zwar ein Fleisch- und Wurstfachbuch von 1937, das wohl für Metzgereilehrlinge gedacht war, aber einen Pinkel hab ich dort leider nicht gefunden. Ich werde mich im Netz nochmal schlau machen. Die Frage des Räucherns stellt sich natürlich auch. Dazu fällt mir ein, daß ich vor wenigen Jahren einen Amerikaner kannte, der einen professionellen Räucherofen hatte (Smoker), in dem er zum Beispiel Ribs, aber auch Pulled Pork zubereitete.
        Der war fast mannshoch und wurde elektrisch betrieben (mit Räuchergut).
        Ich muß mal schauen, was aus ihm geworden ist…
        LG Alex

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