Quitten Tarte Tatin


Ich bemühe mich, saisonal zu kochen. Außerdem interessieren mich Geschmäcker aus meiner Kindheit.

Wir haben ein paar Jahre im Odenwald gelebt, wo die meisten Leute zu der Zeit wenig Geld hatten. Dafür hatten sie

überwiegend eigene Gemüsegärten und Wiesen mit Obstbäumen. Auch die Milch holte man vom Bauer und nicht aus dem Laden.

Wer Vieh oder Schweine hatte, schlachtete ein- bis zweimal im Jahr und verteilte die Wurst- oder Metzelsuppe an die Nachbarn.

Natürlich aß man sehr saisonal und auch viel weniger Fleisch als heute.

Ich kann mich gut an das Frühstück bei ‚Tante‘ Hilde erinnern, einer Frau, die uns betreute wenn meine Eltern arbeiteten.

Es war ein riesiges Stück Sauerteigbrot (Bauernbrot), selbst gebacken, mit viel Butter und selbstgemachtem Quittengelee. Dazu gab es Hagebuttentee oder Caro, ein Kaffeeersatz. Meistens war eine Scheibe genug bis zum Mittagessen.

Die Quitten gab es natürlich auch im Garten.

 

Als Erwachsener hab ich sie ein paar Mal zubereitet. Vor kurzem hab ich ein Rezept von Wolfgang Nagel im ‚Kurier‘ gesehen, das mich interessierte, weil es ganz leicht klang.

Zutaten: Blätterteig, Butter, Zucker, 2 Quitten,
Quittengelee, Granatapfelkerne, 1 Prise Zimt.

Ich hatte keinen Granatapfel und ließ ihn weg, und statt Quittengelee hatte ich Quitten-Ingwerkonfitüre, das passte auch sehr gut.

Zubereitung: Die Quitten schälen, entkernen und in feine Schnitze schneiden.

Eine runde Kuchenformmit Butter auspinseln und mit Zucker bestreuen.

Die Quitten in die Kuchenform legen und mit Quittenkonfitüre glasieren.
Mit einer Prise Zimt verfeinern. Den ausgezogenen Teig mit Butter bepinseln
und damit die Früchte abdecken; etwas festdrücken.
Im Ofen bei Ober- und Unterhitze bei 180 Grad backen, bis der Teig goldbraun ist.

Auf eine Platte stürzen.

Heraus kam eine flache Pastetenartige Angelegenheit, die nicht sehr süß war, so daß ich sie anschließend nochmal mit etwas Konfitüre glasierte und mit Puderzucker bestreute.

Dazu würde sicher ein Fruchteis gut passen.

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